Sonntag, 17. Februar 2013

Voodoo Circle - More Than One Way Home



Band: Voodoo Circle
Album: More Than One Way Home
Spielzeit: 54:47 min.
Plattenfirma:
Afm Records (Soulfood)
Veröffentlichung: 22.02.2013
Homepage: http://www.voodoocircle.de
 



WERTUNG:  8 von 10

 

Tracklist: 


1. Graveyard City
2. Tears In The Rain
3. Heart Of Babylon
4. Cry For Love
5. Alissa
6. The Ghost In Your Heart
7. Bane Of My Existence
8. More Than One Way Home
9. The Killer In You
10. The Saint And The Sinner
11. Victim Of Love
12. Open Your Eyes 

"Wow so früh schon wieder eine neue Whitesnake ? Und wie hat sich doch Coverdale's Gesang im Vergleich zu seinem letzten Output (und zu seinen Livedarbietungen sowieso) verbessert. Doug Aldrich hats auch wieder drauf und haut ein Killerriff nach dem nächsten aus seinem Köcher". So oder so ähnlich könnten die ersten Eindrücke lauten, wenn man nicht wüsste, dass "More Than One Way Home" die neue CD der deutschen Allstartruppe Voodoo Circle darstellt. Und da sind wir schon bei dem großen Knackpunkt der Scheibe. Die Songs sind fast durch die Bank 1a und würden auch der weißen Schlange durchaus gut zu Gesicht stehen, die Gitarrenarbeit ist über alle Zweifel erhaben und "Pinky" David Readman macht den Coverdale, wie er zu seinen besten Zeiten klang. Das Manko ist jedoch, dass der Originalitätsfaktor gegen Null tendiert und manche Versatzstücke aus Whitesnake - Songs fast 1:1 kopiert wurden. Wem das nichts ausmacht, wird "More Than One Way Home" genien können. "Graveyard City" rockt flott im "Bad Boys"-Stil los und könnte durchaus auf den Whitesnakealben "1987", "Slip Of The Tongue" oder den letzten beiden Scheiben der legendären Truppe stehen. In diese "new Whitesnake"-Richtung gehen fast alle 12 Tracks des superb produzierten Albums. "Tears in The Rain" ist gleich ein etwas ruhigerer Track, an zweiter Stelle für mich zwar etwas zu früh, dass das Tempo schon rausgenommen wird, dennoch ein klasse Song, auch hier wieder erinnernd an eine bestimmte Truppe, in diesem Fall an "Crying In The Rain" (der Titel wurde hier ja auch schon fast übernommen). Bei "Heart Of Babylon" schimmert erstmals ein bisschen Eigenständigkeit durch, auch ein sehr gelungener etwas AOR-lastiger Song, bei dem Readman durch seine hohen Schreie überzeugt und der gute Chorgesang das Stück weit über den Durchschnitt hebt. "Cry For Love" hat Hitformat und wäre auf "1987" eine sichere Singleauskopplung gewesen, hier etwas an die US-Fassung von "Here I Go Again" erinnernd. Zu Recht  als Promo-Video verfilmt (siehe unten). "Alissa" ist eine leicht bluesig angehauchte halbakustische Ballade, wo ein bestimmtes Kriechtier einmal nicht so deutlich zum Vorschein kommt. Bei "The Ghost In Your Heart" kommt eine Jon Lord-artige Schweineorgel zum Tragen und der Refrain hat wieder absolutes Hitformat. "Bane Of My Existence" rockt anschließend deutlich härter und schneller und stellt für mich das Highlight der Scheibe dar. Die Gitarrenarbeit von Meister Beyroth ist hier besonders herausragend. Das Titelstück ist überraschend ruhig gehalten, einmal mehr stehen DC & Co Pate , in diesem Fall "Is This Love". "The Killer In You" bedient wieder den Melodicfreund ehe mit "Saint and The Sinner" - erneut etwas ruhiger gehalten - für mich der erste schwächere Song auf der Bildfläche erscheint. Auch "Victim Of Love" kommt nicht mehr so wirklich in die Gänge. Da wären weniger Songs fast schon wieder mehr gewesen. "Open Your Eyes" ist mit Livepublikum unterlegt, ob es sich hierbei wirklich um eine Liveaufnahme handelt ist mir nicht bekannt. Letztlich ein ganz netter Abschlußtrack, nicht mehr und nicht weniger.

Fazit:
Setzt man die Whitesnake Brille ab ist "More Than One Way Home" sicherlich eine sehr starke Platte, der lediglich am Ende etwas die Luft ausgeht. Die Whitesnake-Reminiszenzen sind mir jedoch teilweise schon wirklich etwas zu arg und sehr nahe an einer reinen Kopie. Eigenständigkeit ist hier leider Magelware und das trübt mir das Vergnügen an der Scheibe doch etwas. Nachdem Produktion, Cover und natürlich auch das musikalische Können absolut überzeugend sind, lasse ich mich diesmal zu 8 Punkten hinreißen. Das nächste Mal aber bitte mit etwas mehr eigener Note. Wenn ich Whitesnake hören will lege ich diese auf und nicht Voodoo Circle. Nichtsdestrotrotz eine Scheibe, die Laune macht. 

Martin

 

Samstag, 16. Februar 2013

Bullet For My Valentine - Temper Temper


Band: Bullet For My Valentine
Album: Temper Temper
Spielzeit:  44:54 min.
Plattenfirma:
Smi Col (Sony Music)
Veröffentlichung: 08.02.2013
Homepage: www.bulletformyvalentine.com
 



WERTUNG: 8 von 10



Tracklist:


01. Breaking Point
02. Truth Hurts
03. Temper Temper
04. P.O.W.
05. Dirty Little Secret
06. Leech
07. Dead To The World
08. Riot
09. Saints n Sinners
10. Tears Don't Fall [Part 2]
11. Livin Life [On The Edge of A Knife] 




Die Waliser Bullet For My Valentine gehören mit zur Speerspitze des "Modern Rock", gekennzeichnet durch Stakkato-artige Riffs, teils aggressiven (Schrei-)Gesang aber trotz aller Härte immer auf eine gute Melodie bedacht. Zielgruppe des Ganzen sind sicher nicht die Classic Rock Jünger jenseits der Vierzig, sondern eher die Rock - im Park/Ring-Kids. Manchmal wirkt mir bei derartigen Bands die Hörte ein bisschen aufgesetzt und auch imagtechnisch gleicht sich da manche Band der anderen wie eineiige Zwillinge. Naja-die echten "Typen" sterben eben leider langsam aus. Wie auch immer: Die neue Bullet For My Valentine bietet genau das, wonach ihre nicht unbeträchtliche Fanmasse lechzt. Überraschungen sind da eher rar gesäht. Die Produktion ist wie immer messerscharf mit schön lauten Gitarren und voluminösen Drums,wie es sich für diese Musikrichtung auch gehört. Das Einstiegstrio gibt die Marschrichtung vor: "Breaking Point" ist der gewohnt flotte Opener, ehe es mit "Truth Hurts "melodischer und recht hitverdächtig weitergeht. Erstes absolutes Highlight ist dann der Titelsong mit seinem ohrschmeichelnden aber nichtsdestotrotz aggressiven Refrain. "P.O.W." nimmt etwas das Tempo raus und gefällt mir persönlich nicht besonders, da es solche Songs schon öfter gab (nicht nur von BFMY) und auch besser. Modern Rock vom Reißbrett, nicht wirklich schlecht aber alles andere als herausragend. Gerade die Midtemposongs sind in diesem Bereich meist das Problem. Sie ähneln sich einfach zu stark als dass da mal wirklich ein richtiger Kracher herauskommt. Und das beziehe ich jetzt nicht nur auf BFMV. "Dirty Little Secret" geht in eine ähnliche Richtung, aber noch etwas ruhiger und den Refrain kann man auch gelten lassen.  Erst mit "Leech" wird das Niveau wieder richtig eingenordet. Ein vorwärts treibender Song, der mitreißt und nicht nur auf Versatzstücke zurückgreift. Mit das Highlight des Albums. "Dead To The World" beginnt sehr balladesk und gerade in dem Moment, wo man den Song schon als Langeweiler erster Güte abkanzeln will, entwickelt sich der Track noch zu einer richtigen Speedgranate. Das sind die Überraschungen, die ich mir bei der Band einmal häufiger wünschen würde. 
Die Vorabsingle "Riot" (Video siehe unten) ist megasimpel gehalten, das Chorus-Riff besteht letzlich aus nur einem Ton. Dennoch ist der Track ein echt er Ohrwurm und ein weiteres Highlight auf "Temper Temper". "Saints & Sinners" ist eher wieder Standard, nicht verkehrt aber auch weit entfernt davon, ein aufregender Song zu sein. "Tears Don't Fall" ist eine Art Fortsetzung des gleichnamigen Songs von "The Poison", böse Zungen würden behaupten ein Remake, ist der Song doch ziemlich gleich aufgebaut und wohl auch dergestalt beabsichtigt. Der Rausschmeißer "Livin' Life" (on The Edge Of A Knife) schließt die Scheibe dann eher wieder unspektakulär ab. 

Was bleibt sind eine Handvoll überragender Songs aber auch ein paar Lückenfüller. Ganz so hart wie zu Beginn ihrer Karriere sind die Jungs zwar nicht mehr, aber wenn die Erfolgsformel funktioniert, besteht auch kein Anlass dazu, den Härtergrad wieder heraufzusetzen. Ich habe nur die Befürchtung, dass die Scheibe sehr kurzlebig ist, was sich aber erst im Laufe der Zeit herausstellen wird. Ein paar Überraschungen dürften sich die Jungs beim nächsten Mal aber durchaus einfallen lassen. Die beste Band in dieser Richtung (Shinedown) ist m.E. aber meilenweit unerreicht. So vergebe ich hiermit verdiente 8 Punkte für "Temper, Temper".



Martin





 

Freitag, 15. Februar 2013

Chickenfoot - LV

Band: Chickenfoot
Album: LV
Spielzeit: 56:47 min.
Plattenfirma: Ear Music

Veröffentlichung: 07.12.2012
Homepage: www.chickenfoot.us


WERTUNG: Kaufempfehlung für alle Freunde des ehrlichen und erdigen Hardrocks!

Tracklist: 


- Lighten Up [Live In Chicago, 12.05.12]
- Big Foot [Live In Seattle, 06.06.12]
- Last Temptation [Live In Seattle, 06.06.12]
- Something Going Wrong [Live In Boston, 16.05.12]
- Oh Yeah [Live In Phoenix, 23.09.09]
- Down The Drain [Live In Phoenix, 23.09.09]
- Turnin' Left [Live In Phoenix, 23.09.09]
- My Kinda Girl [Live In Phoenix, 23.09.09]
- Learning To Fall [Live In Phoenix, 23.09.09]

Noch heute läuft mir ein wohliger Schauer über den Rücken, wenn ich an den 19. Januar 2012 denke. Am besagten Tag wanderten die 2 tapferen und verwegenen Rockingboy's Martin und meinereiner in Richtung Mitsubishi Electric Halle (Düsseldorf), um sich mit meinem ehemaligen Klassenkameraden Mike zu treffen und durften dann, in den nächsten Stunden, ein sehr geniales Konzert der US All Star Gruppe erleben. Wer nicht die Möglichkeit hatte, sich dieses Live Event vor Ort anzuschauen, bekam einige Wochen später, den Rockpalast-Livemitschnitt auf WDR geboten. Seitdem haben sich die 4 FOOT'S, in Europa, rar gemacht.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft schmissen die emsigen Millionäre eine interessante Live-Compilation auf den Markt, welche 4 Tracks, der damaligen "Different Devil 2012 Tour" und 5 "Live rarities and B-Sides recorded in 2009", enthält.

Die Langrille vermittelt einen guten Eindruck der Gigatmosphäre/-power der sympathischen 5 Musiker (letztes Jahr sprang Kenny Aronoff für Chad Smith ein, da dieser PEPPER-Verpflichtungen nachkommen musste), die den erdigen Hardrock voller Spielfreude und druckvoll darbieten. "LV" präsentiert die Protagonisten als eine perfekt aufeinander eingespielte Einheit, bei der die Freude an der Musik und gemeinsam, mit den Fans, abzurocken ganz weit oben steht.

Der Red Rocker ist stimmlich bestens aufgelegt, der leicht introvertierte Satriani glänzt mit seinem sensationellem Gitarrenspiel, bekommt den Freiraum für einige Spielereien bzw. Soli und Obersympanth Michael Anthony entlockt seinem Instrument nicht nur rhythmustreibende, wummernde Töne, sondern ist auch für die tollen Backings verantwortlich. Chad bzw. Aronoff sind wahre Tiere hinter dem Kit, das dürfte schon längst bekannt sein und beweisen dies auch.

"LV" ist ein überzeugendes Dokument und zeigt die Band von ihrer Schokoladenseite ... aber mir wäre ein zusammenhängendes Album, ohne den Ausblendungen zwischen den Tracks und fehlender Kommunikation mit dem Publikum, lieber gewesen. Auch vermisse ich die CHICKENFOOT Übernummern "Come Closer" und "Three And A Half Letters". Das ist aber Jammern auf höchstem Niveau.

Gibbet nichts... das Teil ist gut und gehört ins Regal des Freundes von ehrlichen und erdigen Hardrock-Tönen.

Götz

Mittwoch, 13. Februar 2013

Hot Mama - Downloader


Band: Hot Mama
Album: Downloader
Spielzeit: 40:04 min.
Plattenfirma:
Sonic Revolution/Bob Media

Veröffentlichung: 08.03.2013
Homepage: http://hotmama-band.de


 

WERTUNG:  8 von 10



Tracklist:

1. Seed of Anger
2. Downloader
3. Higher
4. Voodoo
5. Don’t believe you
6. Living today
7. Alcohol
8. Keep Away
9. Waiting for the Beast
10. Your Way




Bei Hot Mama handelt es sich um eine junge deutsche Band aus Freiberg mit russischen Wurzeln. Soviel gibt zumindest das Presseinfo sowie die bandeigene Website her. Leider sind dort nicht wirklich viele Infos vorhanden zur Bandhistorie oder dergleichen außer noch ein paar eher sinnfreie Antworten aus (Spaß-)Fragen an die Bandmitglieder. Da könnte man wahrlich noch nachbessern. Aber wir kritisieren hier ja nicht die Website sondern die Debut-CD der Truppe um Frontfrau Sofya Gorelova. Bei Bands mit einer Lady am Mikro tendiert man ja ab und zu vorschnell dazu, die Truppe auf die optischen Reize der Dame zu reduzieren und den Brüderle zu machen. Das wäre im Falle von Hot Mama aber verfehlt, denn neben den durchaus vorhandenen optischen Vorzügen von Frau Gorelova bietet die Combo auch musikalisch gute Kost an, die durchaus Laune macht und Niveau hat. Nicht umsonst sind sie bei einem großen Indie-Label unter Vertrag. Ich würde die Truppe einfach mal als härtere und sperrigere Version von Die Happy eingruppieren, garniert mit einem ordentlichen Spritzer Indie-Rock. Die trockene Produktion der in dem Virtuose Vibes Studio in Dresden produzierten Langrille passt wie der berühmte Hintern auf den Eimer. Der Gesang - wenn auch mit deutlichem Akzent und nicht immer grammatikalisch korrekt - ist sehr variabel ausgefallen, mal sanft und mal aggressiv und steht der Band gut zu Gesicht. Die Songs erheben nicht den Anspruch, verfrickelt und durchkalkuliert zu sein, aber gerade die Einfachheit und das Geradeausrocken macht hier durchaus Laune. Sicher ist nicht jeder Song ein Knaller aber andererseits finde ich hier auch keine großen Ausreißer nach unten. Trotz des Indie-Anstrichs finde ich es besonders bemerkenswert, dass die Truppe keine Scheu hat, gute und längere Gitarrensoli in ihre Songs einzubauen, was ja im Indiebereich doch eher verpöhnt ist, ich jedoch sehr gut finde.
Auch wenn die CD nur knapp über 40 Minuten lang ist, wird abwechslungsreiche Musik geboten. Sei es der flotte und gleichzeitig melodische Opener "Seed Of Anger", das hitverdächtige Titelstück (siehe Video unten) oder das treibende "Higher". Für ruhige Momente wird auch gesorgt mit dem balladesken "Living Today", das sich zum Schluss hin zu einem furiosen Finale steigert und besonders gut den sehr starken Gesang betont.
Ebenfalls lobend zu erwähnen ist das mit messerscharfen Stakkato-Riffs ausgestatte "Keep Away" sowie der Melodic-Rausschmeisser "Your Way", dessen sehr starker Refrain einen gelungenen Abschluss der Scheibe darstellt.
Ebenfalls positiv zu erwähnen ist das Artwork und die gelungene Gestaltung des Booklets, da wurde sich doch ziemlich Mühe gegeben.
Die Truppe kommt frisch und sympathisch rüber und hat offenbar schon des öfteren auch live abräumen können. Wer die Band erst einmal antesten möchte, kann sich das gesamte Album unter http://www.hotmama-band.de/musik komplett im Stream reinziehen. Das nenn ich mal einen fanfreundlichen Service!

Summary: Sympathische Truppe, gute Musik mit noch Luft nach oben. Das bedeutet eine glatte 8.


Martin



Razzmattazz - Rock N' Roll Hero

Band: Razzmattazz
Album: Rock N' Roll Hero
Spielzeit: 60:09 min.
Plattenfirma: 2Good Night Music Records
Veröffentlichung: 26.10.2012
Homepage: www.razzmattazz.com

WERTUNG: 9 von 10

Tracklist:

1. Rock’n’ Roll Hero
2. Stompin’
3. Heat Up My Night
4. Frozen Water
5. Metalgod
6. Takkaa Takkaa
7. Overdose
8. Drive Me Home
9. Bad Money
10. My Last Beer
11. I Wanna Know
12. Free Like An Eagle
13. Too Young To Die
14. Metalgod - The Adoration

Das richtig gute Rockscheiben desöfteren kaum bis überhaupt keine Erwähnung in der breiten Musik-/Presselandschaft finden, ist nichts Neues mehr und oftmals eine Schande. Qualitativ gute, ehrliche und mit viel Passion gespielte Musik setzt sich halt nicht immer durch. Es gibt teilweise so gute, einheimische Formationen, die es allemal wert sind, dass man sich mit diesen beschäftigt. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir eine solche Band, erst jetzt aufgefallen ist.

Umso mehr freut es mich, dass die drei "reiferen" Herren der Formation RAZZMATTAZZ regionale/nationale Erfolge für sich verbuchen können.
Hier ein kleiner Beleg:

" Beim 30.Rock- und Pop-Preis in Wiesbaden wurden Razzmattazz Preisträger in gleich 4 Kategorien und gehören somit zu den Interpreten, die die meisten Auszeichnungen abgeräumt haben.

1. Unser Debütalbum Rock´n Roll Hero ist das beste
Hardrock-Album 2012

2. Der Titelsong Rock´n Roll Hero wurde in Kategorie
bester Hardrocksong Platz 2

3. Unser Song Metalgod, ebenfalls aus dem Debütalbum,
ist in Kategorie bester Metalsong ebenfalls auf Platz 2

4. Razzmattazz gehört zu den besten 3 Hardrockbands 2012"

(Quelle RAZZMATTAZZ Homepage / www.razzmattazz.com)
Das süddeutsche Trio, ein international bunt gemischter Haufen, hat mit dem Debüt-Langeisen eine richtig frische, abwechslungsreiche, powervolle und coole Scheibe veröffentlicht, die allen Anhängern des rifflastigen und groovy Rocks gefallen sollte. "Rock N'Roll Hero" tritt richtig schön Arsch und erinnert dabei an die "Godfathers Of Coolness" ZZ TOP und AC/DC, als Bon Scott noch das Mikro schwang.

Die Band besteht aus dem Gitarristen/Sänger Tom Schaupp, dem englischen Bassisten Timothy Toing und dem kanadischen "Fellverdrescher" Matthew Sting. In dieser Konstellation nahm man 2012 die erste Studioveröffentlichung " First Bullet - EP" auf, deren 5 Tracks auch alle auf dem ersten, offiziellen Studioalbum vertreten sind.

Die Produktion von "Rock N' Roll Hero" ist angenehm druckvoll und sauber ausgefallen und transportiert den rotzigen Rock Vibe, sehr gekonnt, aus den Speakern direkt ins Ohr des Zuhörers.

Das es sich bei den drei Jungs nicht um ein daher gelaufener Haufen von Hobbymusikern handelt, hört man sofort. Die Männer beherrschen ihre Instrumente auf eine sehr soliden Art und Weise. Schaupp verfügt nicht nur über ein angenehmes und lässiges Organ, sondern entlockt noch sehr wuchtige Riffs aus seiner Sechssaitigen. Bassist Toing glänzt mit einem gnadenlos variantenreichen/einfallsreichen Spiel und "Duracell-Drummer" Sting verblüfft mit einem energischen, punktgenauen Drumming. Er peitscht, in reinster Galleren Takt Manier, seine Mannschaft vor sich her und hat auch noch Zeit, sein ideenreiches Spiel, mit einfließen zu lassen.

Beim Songwriting lag das Hauptaugenmerk weniger darauf, dass das Material vor Innovation nur so strotzt, was der Qualität aber keinen Abbruch tut. RAZZMATTAZZ haben 14 erstklassige Rocker bzw. Groover komponiert, die nach Schweiß, Rotz und purer Authentizität müffeln und das Rock'R' Roll Feeling, einfach sehr cool, auf den Hörer überträgt.

Die staubtrockenen Midtempo-Rocker "Rock N Roll Hero", "Stompin" und "Heat Up My Night" sind drei herrlich frisch groovende Tracks, die gleich aufzeigen, was den Zuhörer die nächsten 60 Minuten erwartet - nämlich relaxter/lässiger Gute-Laune Rock, der sofort mitreißt und zum Mitwippen animiert. Schaupp's charismatischer Gesang setzt sich im Gehörgang fest und die, leicht mitzugröhlenden, Refrains sind große Pluspunkte der Band, aber sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier auch an den Instrumenten sehr gute Kost geboten wird. Das an Lässigkeit kaum zu überbietende "Frozen Water" ist ein Blues-Groover, der seinesgleichen sucht. Die Musiker gehen tiefenentspannt an den Track und erinnern stark an ein texanisches Trio. Highlight ist, für mich persönlich, Toing's ideenreicher und sound-dominierender Bass. Einfach sehr geil und macht Spaß satt. Ist mein Favorit auf der Scheibe! "Metalgod" animiert die Band dazu, das Gaspedal ein bisschen mehr durchzutreten. Der Titelname führt in die Irre, denn hier wird kein Metal sonder astreiner Kick-Ass Hardrock geboten. Zwar sind NWOBHM Einflüsse deutlich erkennbar, trotzdem überwiegt der hardrockige Anteil. Sting wirbelt wie ein Derwisch, Toing zimmert wummernde Läufe durch die Boxen und der Sänger singt sich, bei "Takkaa Takkaa", die Seele aus dem Leib. Schaupp singt bei der Nummer alles andere als schlecht, aber bei der Nummer brilliert er durch ein saustarkes Gitarrenspiel. Der harte Rocker trifft genau meinen Geschmacksnerv und ist ein weiteres Highlight. Es folgt ein weiterer Knaller in Form des formidablen ""Drive Me Home" und überzeugt mich durch das Southern Boogie Feeling. Dürfte sich zu einem Partykracher entwickeln. Auch sozialkritische Themen sind für das Trio wichtig. Umgesetzt haben sie diese in dem stampfenden Rocker "My Last Beer", welcher einen recht poppigen Refrain hat. Sehr gut umgesetzt und stellt einen schönen Kontrast zum restlichen Gesangspart dar. Auch hier muss ich einfach eine Hörempfehlung aussprechen. Zum Abschluss von "Rock N' Roll Hero" drücken die Herren noch einmal mächtig auf die Tube und servieren uns zwei geil rockende, NWOBHM inspirierte, Hardrocker ("Too Young To Die" und "Metalgod The Adoration") und beweisen, dass sie ihr Handwerk wirklich verstehen.

Ich hatte mächtig viel Freude an dem coolen und vielseitigen Stück Plastik. Jeder der auf herrlich frischen und vor Spielfreude nur so sprühenden Hardrock steht, sollte hier unbedingt zugreifen.

Sehr starke Leistung, welche das Power-Trio hier abgeliefert hat und wird von mir, mit ganz souveränen 9 Punkten, belohnt.

Götz

Snakecharmer - Snakecharmer

Band: Snakecharmer
Album: Snakecharmer
Spielzeit: 58:04 min.
Plattenfirma:
Frontiers Records
Veröffentlichung: 25.01.2013
Homepage: www.snakecharmer.org

WERTUNG: 10 von 10

Tracklist: 


01. My Angel (5:05)
02. Accident Prone (4:25)
03. To The Rescue (5:18)
04. Falling Leaves (5:54)
05. A Little Rock & Roll (5:51)
06. Turn Of The Screw (5:15)
07. Smoking Gun (5:39)
08. Stand Up (5:03)
09. Guilty As Charged (5:22)
10. Nothing To Lose (4:02)
11. Cover Me In You (3:42)  


Der Riedelsheimer wird mich an die frische Luft setzen, mit seinem charmanten bayerischen Akzent mir tausend Flüche entgegenschleudern und sich fragen, ob ich nun komplett den Verstand verloren habe, wenn er diese Rezi bzw. den Vergleich zu lesen kriegt ;-)). ... wäre schade, falls es dazu kommen sollte, aber wenigstens bleibt die Gewissheit DAS Rockhighlight des Jahres besprochen zu haben *harharhar*.

Dieses Baby ist wie ein Virus, der ganz harmlos beginnt, sich tückisch und schleichend im Körper ausbreitet, Fieberschübe verursacht, im Endstadium komplett explodiert und den ganzen Körper als seine Geisel nimmt und zu einem willenlosen, abhängigen Objekt macht ... und ja, ich schaue zu viele Horrorstreifen!!!

Die Platin- und Gold Platten verwöhnten Herren Moody (u.a. WHITESNAKE und COMPANY OF SNAKES) und Murray (u. a. WHITESNAKE und BLACK SABBATH) haben ein extravagantes Line-Up zusammengestellt, welches zum Gelingen des Silberlings beigetragen hat. Dabei haben sie auf eine ganz simple Erfolgsrezeptur zurückgegriffen: Man nehme einfach die besten "Handwerker" aus dem jeweiligen Fach! Hinter dem Mikroständer klammert sich Chris Ousey (HEARTLAND und VIRGINIA WOLF), Laurie Wisefield zupfte die Sechssaitige schon bei WISHBONE ASH, Berufsglatzkopf Harry James wirbelt bei MAGNUM und THUNDER hinter dem Drumkit und Adam Wakeman (u. a. OZZY OSBOURNE, BLACK SABBATH und COMPANY OF SNAKES) macht es seinem berühmten Papa gleich und drückt die schwarz/weißen Tasten. Keiner der Involvierten stellt den Egomanen zur Schau, sondern alle Musiker zeigen sich als ein gesundes und gewachsenes Team, mit außerordentlichen Fähigkeiten an den Instrumenten bzw. Stimmbändern.

Ousey versucht erst gar nicht David Coverdale zu imitieren, sondern agiert als Melodic Rock Sänger - was er ja hauptsächlich ist - und lässt sich auch von den beiden Sängern der schlechten Gesellschaft beeinflussen. Das Gitarren-Duo Moody/Wisefield agiert unspektakulär aber wahnsinnig souverän. Murray und James zaubern einen tollen Grund-Rhythmus-Teppich und nur einer muss, positiv, aus der Reihe tanzen. Wakeman begeistert mit einem wirklich grandiosen und ideenreichen Spiel und ist für mich der eigentliche Star auf dem Album. Er kann alles und ich glaube er tritt, komplett unbeabsichtigt, so in Erscheinung. Der Mann ist einfach so gut.

Es verwundert kaum, dass einer der Einflüsse die große weiße Schlange ist, aber das Spektrum, der glorreichen Sechs, ist damit bei weitem noch nicht abgedeckt. Die Formation ließ sich des weiteren von britischen Classic Rock Legenden wie FREE und BAD COMPANY (sowohl die Rodgers als auch die Howe Ära) inspirieren, mischt dazu noch ein bisschen AOR/Melodic Rock und serviert das Ganze auf eine so frische und unverkrampfte Art, welche im Rockgenre Ihresgleichen sucht.

"Snakecharmer" ist definitiv kein Album geworden, welches schon nach dem ersten Durchlauf, den Zuhörer mit staunenden/begeisterten Gesichtsausdruck zurück lässt. Die Stärke des Silberlings liegt darin, dass man sich intensiv mit ihm auseinandersetzen muß und erst, nach mehrmaligen Genuss, die wahre Größe erkennt. Man benötigt also Zeit/Geduld. Diese ist aber sehr gut investiert, denn bei genauem Hinhören, entfaltet sich erst das erstklassige Songwriting. Die Nummern besitzen Tiefe, sind clever arrangiert und wachsen zu regelrechten Classic Rock Monstern mit Suchtpotential.

Mir fällt es sehr schwer, besonders gelungene Nummern hervor zu heben, da ich jeden einzelnen Track verdammt stark finde und das Album als eine Einheit betrachtet werden sollte.

Für mich haben die Schlangenbeschwörer ein absolut geniales Debüt veröffentlicht, dass keine Wünsche offen lässt. "Snakecharmer" ist spannend, rockt und unterhält auf dem allerhöchsten Niveau. Was will man mehr?

Mir reicht das vollkommen aus und vergebe die Höchstwertung!

Götz


Yen - Into The Sun


Band: Yen
Album: Into The Sun
Spielzeit: 52:32 min.
Plattenfirma: MX Records
Veröffentlichung: 25.01.2013
Homepage: www.yen-music.com



WERTUNG: 8 von 10


Tracklist:
       
1. Since You Been Gone
2. Sell Your Soul
3. Redemption
4. Prelude I
5. Black Waterfalls
6. Yearning
7. We Are One
8. Addicted
9. Nobody Loves You
10.L.O.V.E.
11.Emotional D
12.Prelude II
13.Tonight
14.On A Mission
15.Fear

Ihr werdet euch momentan zu Recht fragen, was mit mir los ist. Erst mach ich Werbung für SAINT LU und ein Interview mit der schönen Luise folgt auch noch und jetzt bespreche ich YEN. Ja, auch YEN ist mehr Pop als Rock. Und YEN ist ebenso wie SAINT LU eben doch anders. Besser. Rockiger. Im Januar 2008 betritt YEN mit dem Debütalbum "Deep Inside" die Musiklandschaft offiziell (die Single-Auskopplungen zähle ich da mal nicht mit), im Sommer 2009 folgt mit "Sofa - So Good" das zweite größere Lebenszeichen. Nun hat man sich für Album Nummero 3 doch ein wenig mehr Zeit gelassen und das hat dem Material sichtlich gut getan. Die Songs sind viel stimmiger und griffiger. Ok, für uns Rocker ist ein Songtitel wie beim Opener "Since You've Been Gone" seit RAINBOW ein Heiligtum, doch mit Ritchie Blakmore und Co haben YEN hier nix zu tun. Nein, hier tönt ein stimmungsvoller Rocksong aus den Boxen, der von der unglaublich emotionalen Stimmme von Sängerin und Namensgeberin YEN lebt, aber auch die Band liefert den perfekten Klangteppich dazu. Herrlich, je öfter ich diesen Song höre, umso besser gefällt mir. Einzig die etwas zu glatt gebügelte Produktion hätte durchaus mal eine Ecke und Kante haben können, aber das bin ich ja von vielen AOR Veröffentlichungen in letzter Zeit gewohnt. Und wir reden noch immer von einem poppigen Rock Album mit viel Radiopotenzial, passt also.


 Das folgende "Sell Your Soul" ist mir dann aber trotzdem zu viel Tralalala-Sing-A-Long-mäßig, obwohl die Melodien durchaus zu gefallen wissen. "Redemption" wird dann anschließend auch mit einem Video beehrt, das ich euch gleich mal unten mit anfüge, damit ihr euch Bild machen könnt. Ist zwar einer der ruhigen Songs, aber ich bin ehrlich hin und weg. Allerdings benötigt es einige Durchläufe, bis er endgültig zündet. "Black Waterfalls" ist mir vom Schlagzeug her etwas zu eintönig geraten, doch die Idee an sich ist klasse, hier mal ein wenig "Polka-Folklore" ein zu bringen. Den geklauten Schluß hätte man sich aber sparen können. Zuviel russische FOlklore tut nicht gut. Außer in Verbindung mit Wodka, oder so. Dass sich auf insgesamt 13 Stücken und 2 kurzen Zwischenspielereien auch ein paar kleine Durchhänger eingeschlichen haben, verzeihe ich YEN gerne, wenn sie weiterhin so großartige wie das an ELEMENT OF CRIME erinnernde "Yearning" schreiben. Wobei auch hier anzumerken ist, dass YEN jedem Song eine eigene Note geben und mir zwar manchmal Referenzbands einfallen, die jedoch nie den vollständigen Song umfassen.

Und genau deswegen mag ich "Into The Sun" mehr als die 8 Punkte aussagen. Hier ist eine Band, die ihr eigenes Ding durchzieht und das hoffentlich auch bald mit dem wohl verdienten Erfolg. Ach ja, "Addicted" und "L.O.V.E." müsst ihr einfach gehört haben. Ehrlich.   

Markus




Yen -- Redemption - MyVideo

Sonntag, 10. Februar 2013

Crashdiet - The Savage Playground





Band: Crashdiet
Album: The Savage Playground
Spielzeit:   58:48 min.
Plattenfirma: Frontiers Records

Veröffentlichung: 25.01.2013
Homepage: http://www.crashdiet.org
 



WERTUNG: 8,5 von 10

 

Tracklist:


  1. Change The World
  2. Cocaine Cowboys
  3. Anarchy
  4. California
  5. Lickin Dog
  6. Circus
  7. Sin City
  8. Got A Reason
  9. Drinkin Without You

10. Snakes In Paradise
11. Damaged Kid
12. Excited
13. Garden Of Babylon



Crash Diet haben schon so einige Schicksale wegstecken müssen, insbesondere den Freitod ihres ersten Sängers. Aber ihnen ist hoch anzurechnen, dass sie sich trotz vieler Widrigkeiten nie unterkriegen liessen und weiterhin versuchen, den sleazigen Rotz-Rock auch im Jahr 2013 unter die Leute zu bringen. Und mit ihrem neuesten Langeisen ist ihnen das durchaus sehr gut gelungen. 
Die Schweden verstehen es sehr gut, neben den Einflüssen alter Recken wie G N' R und besonders Skid Row und WASP auch moderat modernere Einflüsse in ihren Stil zu mixen, so dass das Ganze zwar oldschool rockig aber keinesfalls altbacken klingt. Mit "Change The World" wird gleich das Taktgefühl für die nächsten 60 Minuten vorgegeben. Ein bedrohliches Intro leitet die CD ein, ehe der schnelle aber höchste melodische Rocker Fahrt aufnimmt und einen an selige Skid Row-Zeiten der 80er Jahre erinnert. "Cocaine Cowboys" setzt nach seinem Country-lastigen Anfang sogar noch einen drauf. Ein wirklicher Ohrwurm und eine gelungene Wahl einer Singleauskopplung.  "Anarchy" ist eine Spur melodischer aber auch herrlich rotzig eingespielt. So macht Sleaze wirklich vorzüglich Laune. "California" geht auch gleich gut ins Ohr wenngleich die Stimme von Simon Cruz sicherlich nicht jederman/fraus Sache ist, da er manchmal doch etwas zu arg schreit. Aber nicht so wild, denn das passt zu der Mucke dann trotzdem recht gut..Auch mit  "Lickin Dog"  ist kein Einbruch zu verzeichnen, ein knochentrockenes riffbetontes Stück der Marke "Appetite...".  "Circus" lässt jede lahme Rockparty erschüttern, das Stück hat einen sehr melodischen Refrain und gut getimeten Chorgesang. Top! "Sin City" ist der erste leichte Durchhänger, der Song ist einfach zu simpel gestrickt trotz der ab und zu vorkommenden Keyboard-Verfremdungen. "Got A Reason" ist auf ähnlichem Niveau und für mich auch eher ein Skip-Track. Mit "Drinking Without You" geht es dann langsam aber sicher wieder bergauf, irgendwie erinnert mich der eher punkige Track an die Ärzte nur eben auf Englisch interpretiert. Mit dem stampfenden "Snakes In Paradise" kommen die Schweden endgültig wieder in die Spur und verlassen diese bis zum Ende auch nicht mehr. Dem schnellen Nackenbrecher "Damaged Kid"  folgen das AOR-lastige "Excited" ehe die orientalisch angehauchte Nummer "Garden Of Babylon" die Scheibe standesgemäß beendet. Abstriche gibt es neben den oben genannten leichten  Durchhängern höchstens noch für die etwas dumpfe Produktion, ansonsten ist alles im grünen Bereich und mir 8,5 Punkte wert. Wer die Schweden live bewundern will hat im Frühjahr Gelegenheit dazu, da sind sie auch in unseren Breitengraden auf Tournee.

Martin 

Saxon - Sacrifice



Band: Saxon
Album: Sacrifice
Spielzeit: CD1 39:23 Min. 
Spielzeit: CD2 22:46 Min.
Veröffentlichung: 22.2.2013
Plattenfirma: UDR - The Home Of Legends
Homepage: www.saxon747.com

Wertung: 7 von 10 


Tracklist CD1:

Procession
Sacrifice
Made In Belfast
Warriors Of The Road
Guardians Of The Tomb
Stand Up And Fight
Walking The Steel
Night Of The Wolf
Wheels Of Terror
Standing In A Queue

Tracklist CD2:

Crusader (Orchestrated Version)
Just Let Me Rock (Re-Recorded Version)
Requiem (Acoustic Version)
Frozen Rainbow (Acoustic Version)
Forever Free (Re-Recorded Version)


Oh Mann, grad fällt mir ein, wo und wann ich meine erste Saxon Platte gehört habe...das muss so um 1985 gewesen sein. Crusader hiess das Teil und Kumpel Udo und ich restaurierten Dosenbier-saufenderweise einen alten geschenkten R4. Dauernd lief die Scheibe im ächzenden Kassettendeck und immer wenn Biff sein langgezogenes "Rrrrrock" (Just Let Me Rock) intonierte, fanden wir das besonders geil. Als die Karre endlich wieder fahrtauglich war, machten wir beiden die Straßen unseres Dorfes unsicher, später dann den Führerschein. Was ich damals nicht ahnte war, dass Saxon ihre allerbeste Phase zu dieser Zeit bereits hinter sich hatten und wir noch vor uns...26 Jahre später ist Biff ein alter Sack, und Udo und ich könnten inzwischen auch schon Großeltern sein.


Aber was ist aus der Band Saxon geworden ? Der Adler ist ja immer noch nicht gelandet...hat ein paar Besetzungswechsel hinter sich und legt uns grad sein inzwischen 22 Studioalbum Sacrifice ins warme Nest.
Die Scheibe erscheint, wie heutzutage üblich, in verschiedensten Versionen. "Standard Jewelcase CD", "Limited Edition Deluxe Digibook", "Vinyl LP Picture Disc", "Direct To Consumer (D2C) Fan Package" und "Download via I-Tunes plus Bonus Song" nennt sich der Produktwahnsinn. Kauft sich das irgendeiner eigentlich alles gleichzeitig ?
Naja, ich nehme es hin und konzentriere mich mal aufs Wesentliche.

Mit Procession, einem gefährlich vor sich herdümpelnden (mich an irgendeine Urwald-Filmszene erinnerndes) Intro eröffnen Saxon den Longplayer. Keine Ahnung wie ich das belanglose Geplänkel finden soll.
Dann das Sacrifice-Möderriff. Immer kommt nach einem solchen Intro ein Mörderriff. Ein ehernes Gestz der Branche. Riff...Speed...Doublebass...Riff...Biff. Erstaunlich gut bei Stimme der Kerl. Moment, wie alt war der gleich ? Schnell googeln, aha: 5.Januar 1951, also stolze 62 Sachsenjahre. Hammer. Naja, hat früher eben nur Tee getrunken, nie geraucht, also wird da schon keine Technik im Spiel sein. Man muss auch mal an was glauben...ein Jungsänger-High-Pitch-Scream noch und die Nummer ist vorbei.

Song zwo...Made in Belfast. Um klarzustellen dass wir jetzt nicht mehr im Urwald sind, sondern in Nordirland, holen die Gitarristen erstmal schnell die Mandoline heraus, danach geht es furztrocken und leider nicht sehr spannend weiter. Kurzum, Made In Belfast ist ein Langweiler. Die Jungs nehmen sich eine verdächtig frühe Auszeit, deshalb mittendrin noch mal die schöne Mandoline und dann schnell weg damit. Raus aus Belfast und rauf auf die Piste, die Straße war ja schon immer Saxon-Revier, ihr wisst was ich aus den besseren Zeit im Kopp habe, gelle ?
Warriors Of The Road steigt mit verdammt hoher Motordrehzahl ein und brettert den Highway entlang was das Zeug hält. Moment...die Platte war doch eigentlich langweilig. Irgendwas stimmt hier nicht...jetzt nach dem vierten, fünften Durchlauf hört sich das gar nicht mehr schlecht an, heiliges Sachsenblech...können die es am Ende etwa doch noch ?

Biff hat seinen Jungs "Less Tricks, More Power" mit auf den Weg gegeben, und das haben sich Paul Quinn und Doug Scarratt, die beiden Gitarristen wohl gemerkt, so schön habe ich sie lange nicht gehört. Biff selber glänzt im eingängigen Chorus mit mehrfach gedoppelter Stimme, auch so lieben wir Saxon. Aber warten wir erstmal ab, eine Schwalbe macht ja noch keinen Sommer. Mit einem kurzen Esoterik-Gebimsel-Intro geht's weiter Richtung Guardians Of The Tomb. Eine wunderbare Leadgitarre bestimmt im Wechselspiel mit einer knallharten Rythmusgitarre die schöne Uptemponummer. Was die Sache ein wenig abwertet ist die Tatsache dass sich der Refrain genauso anhört wie beim Vorganger Warriors Of The Road.
Trotz allem: Es fällt hie und da schon auf dass Biffs Stimme, und das kann ja nun echt niemanden wundern, ziemlich gealtert ist. In Ehren wohlgemerkt. Ich stelle einfach mal die freche These auf dass ohne Studiotechnik nicht mehr allzu viel gehen würde.
Aber nochmal: Wer erwartet allen Ernstes einen Biff aus Denim & Leather Zeiten ? Vielleicht er selbst ?

Weiter mit Stand Up and Fight, einer tollen Nummer...schnell und dreckig, mit einem sehr eingängigen Refrain, der direkt ins Ohr geht. Warum nicht ? Walking The Steel kann da nicht ganz mithalten, langsam und schleppend, leider auch etwas schlapp, freut man sich auf Nummer acht. Night Of The Wolf erinnert mich an irgendeinen Song aus der Vergangenheit, und zwar (da isser wieder): Just Let Me Rock, hört mal genau auf Biffs Gesang in der ersten Strophe. Aber das stört mich überhaupt nicht weil die Nummer geil ist. Nicht besonders hart aber eben Saxon, Melodie und Härte im etwa gleichen Verhältnis. Wheels Of Terror baut auf einem feinen Riff auf. Die sonst etwas hüftsteife Midtemponummer haut mich zwar nicht aus den Socken, legt aber im hinteren Teil einen ordentlichen Gang zu und kann somit doch noch leicht punkten.

Somit kommen wir schon zur letzten Nummer: Standing In A Queue. Ein sauberer Basslauf, Gitarre, Schlagzeug im 4/4 Takt und Biff, den ich grad fast mit Brian Johnson verwechselt hätte. Im Ernst, die Nummer hätte auch auf eins der letzten AC/DC Alben geraten können und keiner hätt's gemerkt. Aber: Ein sauberer Abschluss, der nochmal zeigt was die Herrschaften können.
Vom Meilenstein als auch von einer Niete weit entfernt, wird sich Sacrifice irgendwann mal im Mittelfeld des langen Saxon Kataloges einsortieren. Die Platte hat einige gute, aber auch einige schwache Momente, so reicht es immerhin für 7 gute Punkte.

Man mag zum Thema Re-Recordings, acoustic- oder orchestrated Versions stehen wie man will, der eine mag's, der andere nicht. Für mich haben diese Dinge immer den faden Beigeschmack des zum x-ten mal aufgekochten Süppchens. Diesbezüglich stellt CD2 für mich eine nette Beilage dar, mehr aber nicht. Frozen Rainbow und Requiem gewinnen durch die Reduzierung aufs akustische vielleicht sogar etwas hinzu, warum also nicht, doch Crusader und Just Let Me Rock möchte ich lieber im Original hören, ausserdem sind deren Neueinspielungen ziemlich flach und kraftlos geraten. Forever Free gewinnt durch die Neueinspielung deutlich an Tempo, verliert aber an Kraft. 


Bleibt die Freude über ein weiteres Saxon Album welches der geneigte Hardrock Fan ruhigen Gewissens kaufen darf, doch wirkliche Neuigkeiten gibt es eben nicht zu vermelden. 

Business as usual...


Bernd Fischer





 

 



 

Freitag, 8. Februar 2013

Manilla Road - Mysterium

Band: Manilla Road
Album: Mysterium
Spielzeit: 49:51 min.
Plattenfirma:
Golden Core (ZYX)
Veröffentlichung: 01.02.2013
Homepage: www.manillaroad.net/
 


WERTUNG:  8 von 10


Tracklist: 


01. The Grey God Passes
02. Stand Your Ground
03. The Battle of Bonchester Bridge
04. Hermitage
05. Do What Thou Will
06. Only the Brave
07. Hallowed be Thy Grave
08. The Fountain
09. The Calling
10. Mysterium



Manilla Road gehen mittlerweile in ihr 36tes Jahr, wenngleich die Band um Mark Shelton anno nicht mehr viel mit der Truppe zu tun hat, die im Jahr 1977 gestartet ist, zumindest nicht eprsonaltechnisch, denn  Mr. Shelton ist das einzige verbliebene Originalmitglied. Mit Mysterium liefern "Epic Metaller" ihr neuestes Werk ab und wollen ihrem Ruf als Kultband weiterhin gerecht werden, was ihnen auch durchaus gelingt. Es gibt sicherlich Leute, die mit Manilla Road so rein gar nicht s anfangen können, denn die Mucke ist teilweise schon recht speziell und doomig angehaucht, aber stets wird mit Klasse musiziert und auch auf dem Livesektor sind die Jungs wieder mehr aktiv geworden. Mittlerweile unter den Fittichen von "Breakout"-Macher Mike Möller als Manager sowie mit Andreas Neuderth an den Drums (der ebenfalls für das Breakout schreibt) ist auch ein teutonischer Bezug vorhanden. "The Grey God Passes" leitet die Scheibe mit einem ohrwurmartigen Riff ein, dass sich durch den gesamten Song zieht. Mit "Stand Your Ground" gibt es ein für Manilla Road Verhältnisse fast schon als "Speed"-Track zu bezeichnendes Stück, dass aber auch immer einmal wieder das Tempo kurzzeitig zurückfährt. Dazwischen gibt es auch ab und an ein paar Rob Halford ähnliche Eierkneif-Schreie. Zwar ein Stück unter 3 Minuten aber trotzdem dabei sehr abwechlungsreich. Track 3 (The Battle of Bonchester Bridge)gibt etwas Zeit zu Verschnaufen, beginnt balladesk und steigert sich bis zu seinem schleppenden Heavy Refrain. Ganz gut aber nicht überragend. "Hermitage" ist da schon wieder weitaus besser, der zweistimmige Chorgesang (die Vocals teilen sich Mark Shelton und Bryan Patrick, die stimmlich relativ schwer voneinander zu unterscheiden sind) ist äußerst gelungen und klingt sehr eigenständig. Manilla-Road-Kult pur eben. "Do What Thou Will" zitiert einen der Haupteinflüsse der Truppe und die heisst eindeutig Black Sabbath. Ein schleppendes Riff im Tony Iommi-Stil kennzeichnet diesen Song, der ebenfalls den Daumen nach oben bekommt. "Only The Brave" ist wieder ein paar Km/H flotter und besitzt auch wieder einen unwiderstehlichen Refrain. Da haben sich die Jungs doch große Mühe gegeben, dass Songs herauskommen, die zum einen zwar abwechslungsreich sind aber auch gut ins Ohr gehen und vor allem "hängenbleiben". "Hallowed Be Thy Grave"  fällt etwas ab, ehe mit dem ausschliesslich mit Akustikgitarren untermalten "The Fountain" der Höhepunkt der Scheibe abgeliefert wird. Das Stück hat Atmosphäre, der zweistimmige Gesang ist atemberaubend und geht unter die Haut. Absolut gelungen! "The Calling" ist eigentlich nur ein Zwischensoundtrack und als Intro für das 11minütige Titelstück gedacht, dass mir dann doch etwas zu lange geraten ist, auch wenn sich die Truppe bemüht, den roten Faden und das Abwechslungsreichtum auch hier aufrechtzuerhalten.
Fazit: "Mysterium" wird dem Namen "Manilla Road" durchaus gerecht und ist eine überdurchschnittliche Scheibe geworden. Für Fans der Kulttruppe sowieso essentiell. Alle anderen, die die Band noch nicht so gut kennen, sollten durchaus auch einal ein Ohr riskieren. Es könnte sich durchaus lohnen.

Martin

Edge - Heaven knows

Band: Edge
Album: Heaven Knows
Spielzeit:    44:44 min.
Plattenfirma: Escape Music (H'ART)

Veröffentlichung: 25.01.2013
Homepage: http://www.edge-band.se
 


WERTUNG:  6 von 10



Tracklist: 



01. Little Girl 03:57
02. How Long 03:55
03. Nowhere To Hide 04:46
04. Get Over It 04:03
05. I Believe In Love 04:27
06. There Is No Other Way 03:46
07. I Could Never Live 03:34
08. Right Now 04:54
09. To Hell And Back 04:08
10. Through That Door 03:35
11. The End Of The World 03:12



Melodicrock der aktuellen Jahre hat einen schweren Stand. Die Verkaufszahlen sind seit Jahren (naütrlich nicht nur im Melodic Rock) rückläufig, es gibt kaum tourende Bands dieser Musikrichtung und die einzigen, die ab und an mal einen Baum ausreissen sind die alten Recken, die schon in den 80ern dabei waren. Das Geheule, dass die Zeiten sich geändert haben und man essehr schwer hat, sich Gehör zu verschaffen in der kurzlebigen (download-)Welt ist bis zu einem gewissen GRad durchaus nachvollziehbar, doch sollte man auch einmal darüber nachdenken, welche Veröffentlichungen das Tageslicht erblicken. Meist handelt es sich um kurzlebige Retortenprojekte ohne eigene Identität, unter Umständen garniert mit einem großen, verkaufsfördernden Namen. Die CLassic-Rockbands nehmen entweder ihre alten Hits neu auf (wenn überhaupt) oder bringen Scheiben heraus, die früher vielleicht gerade mal als "Work in Progress" behandelt worden wären. Produkte, die zwar ganz nett sind (aber dann doch nicht mehr), werden von der (Fach-?)Presse hochgejubelt, als handelte es sich hierbei um die Neuerfindung des geschnittenen Brots.  Als Beispiel fällt mir da z.B. die letzte H.E.A.T.- CD ein, die zwar gut war aber auch nur das. Aber bleiben wir inSkandinavien und lösen wir uns vom "früher war alles besser". Bei "Edge" handelt es sich um eine Band um die Schweden Jonas Forss (vocals)  und Tobias Andersson (Guitar), die sich mit "Heaven Knows" an gediegenem AOR versuchen. Den Bandnamen finde ich leicht unglücklich gewählt, da der Scheibe an sich gerade die Ecken und Kanten völlig abgehen und vieles ziemlich glattpoliert wurde, was nicht verkehrt sein muss und AOR ja durchaus auch auszeichnet. Leider finde ich die Scheibe erschreckend identitätslos. Das Ganze ist sicherlich gut produziert, mit Tommy Denander (Solo auf "How Long") und Martina Edoff (Duettpartnerin bei der gelungenen Ballade "Get over It) sind auch zwei Gaststars vertreten. Handwerklich kann man der Truppe sicherlich nicht viel vorwerfen, es wird sich an den glorreichen 80ern orientiert aber meist dümpeln die Songs leider im Mittelmaß vor sich hin. Die beiden Eröffnungstracks "Little Girl" und "How Long" sind ziemliche schlaffe Midtemponummern, die alles andere als mitreißend sind. Zu einer guten AOR-Scheibe gehört für mich auf jeden Fall ein flotter, aufrüttelnder Opener, der auf "Heaven Knows" leider komplett in die Hose geht. "Get Over It" lässt kurz aufhorchen, handelt es sich hierbei doch um eine gelungene und überdurchschnittliche Ballade. "I believe in Love" ist auch eine smoothe AOR-Nummer, die recht nett ist aber gerade das ist das Problem: Das ist alles schön und "nett" , reicht aber aus meiner Sicht heutzutage einfach nicht, um aus der Fülle der Veröffentlichungen herauszuragen. Irgendwie wirkt die Scheibe wie am Reißbrett konstruiert und wie schon ein paarmal zuvor gehört und das um einiges besser. Den Gesang finde ich bei manchen Tracks wie "There Is No Other Way" viel zu tief und unpassend für diese Musikrichtung. Wenigstens ist der Refrain dieses Tracks noch einigermaßen gelungen. Viele Songs ähneln sich auch zu sehr, so dass es schwerfällt, einzelne Tracks hervorzugeben. Es sind wenige Ausreißer vorhanden, weder nach oben noch nach unten. Zum "Nebenbei-laufen-lassen" ist die Mucke geeignet, für mehr aber leider nicht, denn das Gebotene ist mir doch eine Spur zu belanglos und langweilig. Leider widerlegen Edge nicht meine Meinung, dass die früheren Melodic/AOR-Veröffentlichungen den aktuellen Meilen voraus waren. 

Martin

Samstag, 2. Februar 2013

Circle II Circle - Seasons Will Fall


 
Band: Circle II Circle
Album: Seasons Will Fall
Spielzeit:60:06 min.
Plattenfirma: Ear Music
Veröffentlichung: 25.01.2013
Homepage: http://www.circle2circle.net/
 


WERTUNG: 7 von 10


Tracklist: 

1. Diamond Blade
2. Without A Sound
3. Killing Death
4. Epiphany
5. End Of Emotions
6. Dreams That Never Dies
7. Seasons Will Fall
8. Never Gonna Stop
9. Isolation
10. Sweet Despair
11. Downshot
12. Only Yesterday



Zak Stevens gehört wohl unbestritten zu den nettesten Zeitgenossen im gesamten (Metal-)Biz, so dass man Aussagen wie "This is an album that will strongly define the identity and place of hard rock and heavy metal music in the world today" (O Ton Presseinfo) zwar als hochtrabend aber mit einem Augenzwinkern sehen darf. Bei Aussagen eines Joey DeMaio sähe das Ganze schon anders aus. Zak Stevens würde man wünschen, dass ihm wirklich mal der große Wurf gelingt mit seiner Circle II Circle-Truppe, denn er tourt sich den Hintern wund und ist sich auch nicht zu schade vor nur ein paar Nasen aufzutreten. Leider waren die letzten CIIC Veröffentlichungen nicht gerade der absolute Burner und - soviel sei vorweggenommen - auch die neue Scheibe macht da leider keine wirkliche Ausnahme. Produktionstechnisch ist das Teil sicher ansprechend und gut ausgewogen gemixt, aber das Hauptaugenmerk liegt eben weiterhin bei den Songs und die sind zum Teil dann doch nicht mehr als biederes Mittelmaß. Mit "Diamond Blade" beginnt "Seasons Will Fall" sehr vielversprechend, eine leicht treibender Rocker mit einprägsamer Melodie und guter Hookline, der durchaus ins Ohr geht. Mit dem nachfolgenden "WIthout a Sound" wird das Ganze aber leider schon wieder zunichte gemacht. Der Track ist gähnend langweilig und die Gruppe quält sich richtiggehend bis zum Ende durch und so auch der Hörer. Zum Glück haben wir da den Tiefpunkt der CD schon hinter uns, denn das Niveau zieht danach doch wieder langsam aber sicher an. Das Problem bei CIIC sehe ich darin, dass der jeweilige  Song meist gut aufgebaut ist und man dann auf eine Explosion im Chorus wartet, diese aber meist ausbleibt. Die neue Scheibe ist nun weniger Metal als Hard Rock, so dass die geschmeidigen Songs wie "Killing Death" oder  besonders "End Or Emotion" die besten sind. Viele Songs ähneln sich jedoch ziemlich und sind relativ schwer voneinander zu unterscheiden und auch manchmal meist unspektakulär. Hervorzuheben ist die exzellente Keyboard-Untermalung von "unserem" Henning Wanner, die nie aufdringlich wirkt aber dennoch die Songs sehr gut untermalen. Ein Könner eben! Manche Songs sind auch etwas zu sehr in die Länge gezogen, wie z.B. das 9minütige "Epiphany", welches sich dann doch etwas wie Kaugummi  zieht. Das Titelstück zeichnet sich durch seine gut aufgebauten Chorgesänge aus, wenngleich auch wieder einer der "üblichen" CIIC Midtempo-Songs. Zaks Gesang ist natürlich über jeden Zweifel erhaben, aber auch er kann Tracks wie "Downshot" oder "Isolation" nicht spannender machen als sie es letztlich (nicht) sind. Schade. Findet man sich schon damit ab, dass die Scheibe doch etwas enttäuschend ist, kommt "Only Yesterday" als Rausschmeisser angeflogen und rettet die ganze Scheibe. Das ist großes Kino, angelehnt an die epischen Savatage-Nummern, die gewaltig unter die Haut gehen. Na also es geht doch! Ein wirklich tolles Stück Musik, das man sich öfters auf "Seasons Will Fall" gewünscht hätte. So befinden sich zwischen den beiden Toptracks am Anfang und Ende der CD doch zuviele uninspirierte und leider auch langweilige Stücke. Mit dem Sympathiebonus für Zak Stevens und dem Extra-Punkt für "Only Yesterday" sowie einem "Daumen Hoch" für das gelungene Artwork werfen sich CIIC noch mit 7 Punkten über die Ziellinie. Ich gebe die Hoffnung aber nicht auf, dass es die Jungs nochmal mit einem wirklichen Knaller über die volle Distanz schaffen. Für die Mittelstrecke gelungen, für den Marathon reicht es noch nicht. 

Martin