Donnerstag, 19. Juni 2014

Rival Sons - Great Western Valkyrie

Band : Rival Sons
Album : Great Western Valkyrie
Spielzeit : 47:40 Min.
Veröffentlichung : 06.06.2014
Plattenfirma : Earache Records
Homepage : www.rivalsons.com

Wertung : 9 von 10

Trackliste : 
  1. Electric Man : (Take You To The Sugar Shack)
  2. Good Luck : (It's Going To Hurt Right Now)
  3. Secret : (Just Bring Me A Jar Full Of Shine)
  4. Play The Fool : (The Way That Girls Talk)
  5. Good Things : (Boy With A Bomb In His Jacket)
  6. Open My Eyes : Folding Like A Jack Knife)
  7. Rich And The Poor : (Her Teeth Bound By Braces)
  8. Belle Starr : The Gem Inside Sparkles Yet)
  9. Where I've Been : (The Habit Wasn't Cheap)
  10. Destination On Course : (Slipped From The Rail)

Wenn Schlagzeuger Mike Miley in seinem Wohnzimmer über die Songs der neuen Rival Sons Platte plaudert, merkt man, wie überzeugt er von der Scheibe ist. Diese "Track By Track Commentary" genannte Angelegenheit ist an sich eine feine Sache, lässt sie doch einen direkten Einblick in die Denkweise des Künstlers zu. Auf der anderen Seite wird uns wohl kaum jemand etwas Objektives oder Negatives über seine neueste Veröffentlichung mitteilen...

So bekommen wir zu hören, dass sein liebster Drumbeat auf Great Western Valkyrie in Play The Fool zu finden ist, der ihn selber an die Technik von Dave Grohl erinnert. Der PreChorus aus Good Luck sei ein "Schlag ins Gesicht" und das Drumming hätte was von Keith Moon. Sein Lieblingstitel, Secret, der mit dem niederschmetternden Gitarrenriff, verursacht Gänsehaut bei ihm und das Open My Eyes-Intro ist "rough, tumbling und bombastic".

Und die Werbeveranstaltung geht selbstredend in einer Tour so weiter, wer sich das reinziehen möchte, kann dies bei Spotify und Youtube gerne tun. Wir klinken uns da mal aus und erzählen euch die Wahrheit, nichts als die reine Wahrheit.


Und die sieht sämtliche Schwächen und Verfehlungen einer Platte vor, wie auch in diesem Fall. Denn Great Western Valkyrie ist deutlich zu kurz ausgefallen. Mit knapp 46 Minuten liegen wir zwar im oberen Drittel, jedoch hätte ich für meinen Teil gern noch einen oder zwei mehr von den durchweg starken Songs gehört. Die Rival Sons haben mit ihrem vierten Album seit 2010 eine leichte Kurskorrektur vorgenommen, die den Sound der Band etwas weg vom fetten Bluesrock in die psychedelische Richtung drängt. Die meist extrem fuzzigen Gitarren tragen diesen Sound im Grunde durch die komplette Platte, nur hin und wieder weicht Gitarrist Scott Holiday davon ab, hier sei insbesondere der Schlussong Destination On Course erwähnt, der mit sieben Minuten auch gleich der längste und ruhigste des Albums ist. Doch auch hier setzt sich der psychedelisch, verworrene Eindruck durch...wabernde Noisecollagen und übereinandergelegte Stimmen runden die Platte zum Schluss der Stimmung entsprechend ab.

Was nicht darüber hinwegtäuschen sollte, das Great Western Valkyrie ein Füllhorn an schönen Momenten anbietet. Hörer der ersten Stunde sollten sich vielleicht trotz gerümpfter Nase die Zeit nehmen und der Band diese Veränderung gestatten. So lässt sich ein Juwel namens Good Luck, mit seinem leicht an Bono (U2) erinnernden Gesang, aber halt in Härtegrad für Männer, entdecken. Überhaupt der Gesang. Meine Güte, was für ein guter Sänger Jay Buchanan doch ist. Stets trifft er die richtige Stimmlage und gibt den ohnehin feinen Kompositionen ihren verdienten Endanstrich. Schön auch, dass die Sons sich dem verschrobenen Garage-Sound der Endsechziger nicht willenlos ergeben, sondern ihre eigenen, unverkennbaren Gene eingekreuzt haben. 




Und dazu gehört mit Where I've Been auch eine feinfühlig-melancholische Ballade, in der Jay Buchanan zur Höchstform auflaufen darf und die Gefühle aus der Sicht einer Prostituierten in bestechender Manier nach aussen kehrt. Wenn er Zeilen wie "I gave them my body, now my memory won't let me sleep. Now I lay beside you and when you touch me, I feel i don't deserve you. That's when you remind me..." zum Besten gibt, weiss man im Grunde, dass die Scheibe noch häufiger im Player landen wird.

Meine Empfehlung dieser Tage hört auf den Namen Great Western Valkyrie und ist seit Anfang Juni in gefühlten 2599 Versionen erhältlich. Die Krachgeister von Earache haben offensichtlich erkannt, welches Juwel sie da gesignt haben...


Bernd Fischer

Sonntag, 15. Juni 2014

Walter Trout - The Blues Came Callin'

Interpret : Walter Trout
Album : The Blues Came Callin'
Spielzeit : 57:45 Minuten
Veröffentlichung : 30.05.2014
Plattenfirma : Provogue / Mascot Label Group / Rough Trade
Homepage : www.waltertrout.com

Wertung : 8 von 10

Trackliste:
  1. Wastin' Away
  2. The World Is Goin' Crazy (And So I Am)
  3. The Bottom Of The River
  4. Take A Little Time
  5. The Whale
  6. Willie
  7. Mayall's Piano Boogie
  8. Born In The City
  9. Tight Shoes
  10. The Blues Came Callin'
  11. Hard Time
  12. Nobody Moves Me Like You Do

Was mich dieser Tage reitet, mich bei gefühlten 59 Grad im Schatten an einen stöhnenden Rechner zu setzen um eine Rezension zu schreiben, wissen wohl nur die Götter des Rock'n'Roll. Ohne Schwitzetuch und eiskalte Getränke geht da gar nix. Aber unter Umständen bringt die aktuelle Platte von Walter Trout ja ein wenig Linderung...

Und vielleicht ist es gerade dessen Leidensgeschichte, die mich zu diesem schweisstreibenden Selbstversuch leitet. Der gute Walter hat in den letzten Monaten wirklich den Blues gehabt, benötigte er doch dringend eine lebenswichtige Lebertransplantation. Der ehemals schwergewichtige Gitarrist hatte im Verlauf der Krankheit 50 Kilo Gewicht verloren und war nur noch ein Schatten seiner selbst. Als sich bereits erste Ausfallerscheinungen zeigten, war es im Grunde nur noch eine Frage der Zeit, wann die Musikwelt eine weitere Hiobsbotschaft hören müsste. Doch Walter kämpfte mit Hilfe seiner Freunde und Ehefrau Marie um die teure aber unumgängliche Lebertransplantaion, die er dann am 26. Mai endlich erhielt. Seitdem befindet er sich auf dem Weg der Besserung und hat sich sofort zum Ziel gesetzt, spätestens nach einem Jahr wieder auf der Bühne zu stehen.




Fast wäre The Blues Came Callin', dessen Titel sich auf Walters frühe Begegnung mit der Musik des Gitarristen Mike Bloomfield bezieht, also zum Vermächtnis der Blues-Legende mit mittlerweile 50 Jahren Erfahrung als Musiker und 25-jähriger Solo-Präsenz geworden. Die ersten Worte aus Wastin' Away, der Singleauskopplung, machen dies denn auch mehr als deutlich: "Looking in the mirror, but I don’t know who I see, no I don’t. So I take another look baby, but it still don’t look like me..."; mehr muss wohl nicht gesagt werden. Hoffen wir, dass Walter Trout sich schnell erholt und uns noch viele Jahre mit seiner tollen Musik beglücken kann.
So soll es denn auch die Musik sein, die hier im Mittelpunkt steht. Und da geht der gute Walter mit erwähnter Single direkt in die Vollen. Überhaupt hat sich der Blueser im Verlauf seiner Erkrankung nie hängen lassen, hat immer wieder auf der Bühne gestanden und im Studio aufgenommen. 



Der kraftvolle, pumpende Bluesrock auf der Platte hat denn auch eine Energie, die mancher unter genannten Umständen nicht erwartet hätte. Keine Schwächen, keine halbherzigen Ideen, die Trout'sche Gitarre bratzt wie gewohnt nicht nur den Opener ins Ziel. Sie geleitet sämtliche Musiker der Band stilsicher, mal hart und heftig, mal sanft und entspannt, durch die Scheibe, die ihren letzten Höhepunkt in der wundervollen Ballade Nobody Loves Me Like You Do findet. Den Song hätte Trout kaum passender schreiben können, spiegelt er doch die endlose Liebe zu seiner Gattin wider und ist mit mehr als sieben Minuten keine Sekunde zu lang geraten.

An Prominenz mangelt es The Blues Came Callin' ebenfalls nicht. Ein langjähriger Freund Walter Trouts gibt sich an den Tasten die Ehre: John Mayall. Passenderweise heisst sein instrumentaler, in einem Take aufgenommener Solo-Beitrag Mayall's Piano Boogie und lockert die ohnehin unverkrampfte Stimmung der Platte noch einen Tick auf. 

Mein persönlicher Favorit ist das mit einem wunderbaren Dobro-Intro versehene The Bottom Of The River. Der Song handelt auf den ersten Blick vom Kampf eines Ertrinkenden, an dem im Todeskampf das vergangene Leben vorbeizieht. Die Resonatorgitarre sorgt im Wechselspiel mit der elektrischen für eine interessante Stimmung und haucht dem langsamen Song eine spannende Atmosphäre ein. Auch hier steht ganz klar der Kampf Walter Trouts mit dem eigenen Schicksal hinter der eigentlichen Geschichte, die die Hauptperson mit den Worten "This ain't your Time to die..." für sich einscheidet.

Wollen wir hoffen dass Walter Trout im weiteren Genesungsverlauf ebenfalls die Kraft hat, seinen großen Kampf endgültig zu gewinnen. Mit The Blues Came Callin' hat er jedenfalls einen musikalischen Treffer gelandet, an dem es sicher nicht scheitern soll.

Ich für meinen Teil gebe mich der Hitze geschlagen und halte meine Füße jetzt erstmal in den Garteteich...



Bernd Fischer


Samstag, 14. Juni 2014

Pretty Maids - Louder Than Ever


Band: Pretty Maids
Album: Louder Than Ever
Spielzeit:   52.38 Minuten
Veröffentlichung: 21.03.2014
Plattenfirma: Frontiers Records
Homepage: http://www.prettymaids.dk/


Wertung: 9 von 10 (für die vier neuen Tracks!)


Tracklist:

  1.Deranged
  2.Playing God
  3.Psycho Time Bomb
  4.My Soul To Take
  5.He Who Never Lived
  6.Virtual Brutality
  7.Tortured Spirit
  8.With These Eyes
  9.Nuclear Boomerang
10.Snakes In Eden
11.Wake Up To The Real World
12.A Heart Without A Home 


Nach dem sehr gelungenen 2013er Album "Motherland" biegen Pretty Maids anno 2014 bereits wieder mit einem neuen Album um die Ecke.

Nun ja, ganz so ist es dann leider doch nicht, bietet "Louder Than Ever" doch "nur" vier wirklich neue Songs und beim Rest handelt es sich um Neueinspielungen von Songs der Phase von 1995-2006 (namentlich „Scream“ bis „Wake Up To The Real World“).

Von Neueinspielungen halte ich generell wenig bis gar nichts. Meist erfolgen diese, weil die Bands in ihrem jugendlichen Leichtsinn zu ihren Anfangszeiten sämtliche Rechte an ihren Songs an die Plattenfirma oder andere abgetreten haben und nunmehr ihre eigene Musik nicht mehr verwerten dürfen. Meist handelt es sich dabei zudem um die größten und erfolgreichsten Songs der jeweiligen Truppen, wie z.B. bei Kiss oder Def Leppard, die in den letzten Jahren Teile ihres Backkatalogs neu einspielten.
Auch wenn der Sound dabei noch so gut und die Produktionsmöglichkeiten heutzutage sicherlich besser sind als früher- auf der Strecke dabei bleibt IMMER die Magie der damaligen Zeit, die man mit einer aktuelleren Studioeinspielung m.E. nicht rekreieren kann.
Ob bei Pretty Maids auch der schnöde Mammon Grund für die Neufassungen war, wage ich hier jedoch einmal zu bezweifeln, das es sich bei den "neuen" alten Songs nicht gerade um ihre alten Klassiker handelt sondern eher um Albumtracks, die lediglich die "Die-Hard"-Freunde der Dänen kennen.
Soundtechnisch werden hierbei sicherlich keine Gefangenen gemacht, aber wenn ich ehrlich bin, gab es für mich an vergangenen Pretty-Maids-Scheiben soundtechnisch nie viel zu bekritteln. Die Songs wurden zudem nicht großartig verändert im Vergleich zu den Originalen, nur im Sound wurde eben das heutzutage Machbare herausgeholt und auf zeitmässig getrimmt. 
Am Interessantesten für mich sind natürlich die neuen vier Tracks, die durch die Bank überzeugend sind und da weiter machen, wo man mit "Motherland" aufgehört hat.
Der Opener "Deranged"  ist der üblich flotte Pretty Maids-Rocker, für welche die Dänen so geliebt werden. Ronny wechselt hierbei wieder zwischen seinem cleanen und "grunzenden" Gesangsstil . 
"My Soul To Take" ist AOR-Pretty-Maids at its best und wäre in früheren Zeiten ein todsicherer Radiohit gewesen. Gelungen und gute Laune erzeugend!

Mit "Nuclear Boomerang" gibt es noch eine weiter schnelle Granate auf die Nüsse, als Abschlusstrack hat man die vierte Nummer "A Heart without a Home" versteckt, eine tolle Ballade, die Lust auf das nächste volle Album macht.

Fazit: Die vier neuen Tracks überzeigen auf ganzer Linie. Was die Neueinspielungen angeht, so muss jeder selber entscheiden, ob er diese braucht oder nicht. Ich greife in solchen Fällen dann doch lieber auf das Original zurück. Als weiteren Kaufanreiz für den geneigten Fan liegt der Scheibe auch noch eine Bonus-DVD mit Archivaufnahmen sowie Ausschnitten von der letzten Tour bei, die der Reviewer jedoch leider nicht zur Verfügung gestellt bekam.

Pretty Maids sind und bleiben eine der tollsten "Underground"-Bands ever!


Martin








KXM - KXM

Band: KXM
Album: KXM
Spielzeit:   57:22 Minuten
Veröffentlichung: 30.05.2014
Plattenfirma: Edel:Records (Edel)
Homepage: www.facebook.com/KXMofficial


Wertung:  7 von 10


Tracklist:

 1. Stars
 2. Rescue Me
 3. Gun Fight
 4. Never Stop
 5. Faith Is a Room
 6. I'll Be Ok
 7. Sleep
 8. Love
 9. Burn
10. Do It Now
11. Human Friction
12. Tranquilizer




Mit KXM tun sich drei altbekannte verschiedener Rock-Stile  zusammen, als da wären Dug Pinnick (King's X), Ray Luzier (Korn) sowie George "Schorsch" Lynch (Lynch Mob), deren Initialen ihrer Hauptbands auch den "Projekt" -(?) Namen "KXM" ergeben.
Nachdem ich bislang weder mit King's X viel anfangen konnte (sorry) und auch um Korn einen mehr als nur kleinen Bogen schlug, war für mich die Scheibe einzig wegen George Lynch interessant, einem der Gitarrengötter der 80er Jahre schlechthin. Natürlich war ich angesichts seiner Mitstreiter nicht so naiv zu glauben, dass einem jetzt eine Dokken-ähnliche Veröffentlichung mit ausufernden Gitarrensoli geboten wird. Wer das von KXM erwartet kann getrost die nächste Review aufschlagen. 
Was die drei Recken uns anno 2014 bieten ist eher sehr düsterer Alternative Rock, der auch vor Grunge-Anleihen (ja das für 80er Verklärern wie mich so schlimme Wort) nicht halt macht. 
Also gute Laune-Musik ist das sicherlich nicht, und depressiv gestimmten Personen würde ich die vorliegende Scheibe ebenfalls ganz und gar nicht empfehlen.
Die mir vorliegende Version ist offensichtlich die für Europa remixte Fassung, es soll auch eine US-Fassung in anderer Version geben, die schon länger erschienen ist, die mir jedoch nicht vorliegt. Dass da George Lynch an der Klampfe ist fällt erstmal so gar nicht auf, denn er nimmt sich hier sehr zurück im Dienste des Gesamtsounds, der doch eher dumpf und düster daherkommt.
Klingt jetzt alles etwas negativ bislang ist es aber glücklicherweise dann doch nicht. 

"Stars " ist ein schmissiger Opener mit etlichen Schrammelriffs und (hurra) auch einem sehr guten Gitarrensolo. Die Drums von Meister Luzier stehen recht weit (zu weit!) im Vordergrund für meinen Begriff, aber das kann auch an meiner mp3-Vorabversion liegen, da bin ich in letzter Zeit doch immer etwas vorsichtig geworden, da das (auf CD oder Vinyl) veröffentlichte Endprodukt dann doch manchmal recht anders klingt, als das, was einem zum Reviewen vorgelegt wird.
"Rescue Me" erinnert mit seinen schweren Riffs an alte Alice in Chains-Zeiten, hierzu gibt es auch ein recht gutes Video, das ihr unten sehen könnt.
Dug Pinnicks Gesangsstil ist ja schon seit jeher Geschmackssache und so ein "Love it or hate it"-Ding, aber er singt hier doch recht cool und trocken. Die Verse mancher Songs kommen doch recht trist rüber ab und an, was die Truppe aber mit den meist ziemlich gelungenen Refrains wieder rettet. 
"Gunfight" ist einer der wenigen richtig schnellen Songs, auch hier ist mir das Schlagzeug etwas zu laut im Vordergrund, da hätte ich lieber die Gitarre von Meister Lynch besser gehört. 
Bei "Never Stops" wird das Ganze etwas ruhiger, ein mit Akustikgitarren und Piano begleitetes atmosphäres Stück. 
KXM ist sicher keine einfache Scheibe, die man so nebenbei hören kann, dazu sind die Songs dann doch etwas zu sperrig.  Nach einigen Hördurchgängen, zu denen ich mich aber dann doch etwas arg zwingen musste, bleibt aber doch der eine oder andere Song hängen und man "durchschaut" die Scheibe langsam aber sicher. Ob da jeder Hörer mitmacht melde ich aber dann doch etwas Zweifel an, gerade in unserer schnelllebig gewordenen Musikwelt, wo das Albumformat immer mehr an Bedeutung verliert und maximal noch einzelne Songs (legal?!) auf die Festplatte gezogen werden.
Bei manchen Stücken ist mir aber das Geschrammel dann doch etwas zu viel wie z.B. bei "I'll be ok", da denkt man sich dann doch "jetzt reichts dann aber mal und kommt zum Punkt". 
Mit Groovern wie "Sleep" oder dem ebenfalls gelungenen "Human Friction" macht man schwächere Tracks wie oben genannten oder auch "Love" wieder wett, die irgendwie nie so richtig anfangen für meinen Geschmack.
Mit "Tranquilize" beglückt uns Herr Lynch zum Ende hin dann noch mit einer funkig-jazzigen Instrumentalnummer.

Zusammenfassung:
Also Good-Time-Musik ist anders, wobei das hier auch sicher nicht der Anspruch ist. George Lynch ist sicherlich zuzugestehen, dass er sich noch nicht auf den Nostalgie-Trip konzentriert und lediglich seine alten 80er Nummern zocken will sondern sich auch moderneren Klängen zuwendet und auch dort  brillieren kann.
Dass das Ganze jetzt nicht unbedingt meine Musik ist und mir eine Dokken-Revival doch etwas lieber wäre als KXM verheimliche ich nun aber auch nicht, muss ich aber auch nicht.

KXM wird ihre Liebhaber finden und stieg in die amerikanischen Charts sogar in die 30er-Regionen ein, was heutzutage durchaus gut ist.

Solide 7 Punkte für KXM!

Martin



 

Tesla - Simplicity

Band: Tesla 
Album: Simplicity
Spielzeit:   65:29 Minuten
Veröffentlichung: 06.06.2014
Plattenfirma: Frontiers Records
Homepage:  teslatheband.com


Wertung:  7 von 10


Tracklist: 


01. MP3
02. Ricochet
03. Rise and Fall
04. So Divine…
05. Cross My Heart
06. Honestly
07. Flip Side
08. Other Than Me
09. Break of Dawn
10. Burnout to Fade
11. Life is a River
12. Sympathy
13. Time Bomb
14. 'Till That Day

15. Burnout To Fade (Demoversion, Bonustrack)

Tesla gehören zu den Bands, die ich seit ihrer ersten Scheibe verfolge und die heisst "Mechanical Resonance" und erschien 1986 - Time flies! Die Jungs haben bei mir seit jeher einen Stein im Brett und eine richtig schlechte Scheibe haben sie meiner Meinung nach auch noch nie abgeliefert. Nach ihrem Comeback mit "Into The Now", das auch schon wieder 10 Jahre her ist, haben sie mit "Forever More" lediglich ein weitere Studioalbum mit neuen Songs geschafft, nimmt man mal die Livescheibe "Alive in Europe" aus 2010 sowie die beiden Cover-CD's Real To Reel" sowie eine (schwer erhältliche) Akusitk-CD einmal aus.
Dem Titel und dem Cover nach wollen es Tesla also diesmal einfach halten, haben sie ja an sich schon immer, Hochglanzproduktionen gabs von Tesla  nie und auch zu ihren erfolgreichsten Zeiten waren sie immer bemüht, ihre erdigen Roots der 70er nicht außen vor zu lassen. 
Mit dem "Einfachhalten" haben sie es aber diesmal m.E. leider etwas übertrieben, denn die Scheibe hat zwar gute Songs aber leider auch einige schwache Tracks, die ich von Tesla in dieser Form bislang leider noch auf keinem Album erlebt habe. Ich kann sicherlich mit einer spartanischen Produktion leben, Jeff Keith klingt rauh wie eh und je (wenn auch an manchen Stellen etwas neben der Tonlage wie auf "Cross My Heart" z.B. aber Autotuning haben sie zum Glück nicht eingesetzt), aber manche Songs klingen leider wie B-Seiten oder "Work in Progress"-Versionen, an denen man doch noch etwas herumschrauben hätte können um sie auf ein höheres Level zu bringen.
Auf der Habenseite zu verbuchen sind der nachdenklich-melancholische Opener "MP 3", der die guten alten Zeiten hochleben lässt, das treibend-flotte "Honestly" als auch der ziemlich harte Rocker "Flip Side", die doch allesamt gute Stimmung erzeugen. Demgegenüber würde ich "Rise And Fall" als eher nichtssagend dahinplätschernd bezeichnen und auch Rocker wie "Break of Dawn" sowie "Time Bomb" sind weit davon entfernt mich zu begeistern und kommen über ein "ganz nett aber das wars" dann doch nicht heraus.
Es sind mir zudem etwas zu viele ruhige Nummern auf dem Album. Dass Tesla ein Gespür für gute Balladen haben, muss man ja nicht extra betonen, stellt der Evergreen "Love Song" doch bis heute ihren erfolgreichsten Song dar. Auch auf "Simplicity" sind gute ruhigere Nummern enthalten wie "Life Is A River" oder das country-beeinflusste "Other Than Me". Aber auch hier hätte man auf eher schwächere Nummern wie "Burnout To Fade" (das stark anfängt aber im Chorus dann noch stärker nachlässt und dazu auch noch das Grundmotiv des Police-Songs "Don't Stand So Close To me" kopiert) oder "'Til That Day" verzichten können, denn die wirken irgendwie nicht richtig fertig oder eben "zu einfach" gehalten.
"Simplicity" ist sicher kein schlechtes Album, aber wenn man den hochwertigen Tesla-Backkatalog betrachtet, würde ich die neue Scheibe dann doch leider ziemlich weit unten, wenn nicht sogar ganz unten einreihen. Es fehlen zwei bis drei Übersongs und es sind einfach zu viele Füller auf der Scheibe, die dem Bandnamen einfach nicht gerecht werden.
So würde ich "Simplicity" leider als doch eher  mittelprächtige CD einordnen, was auch eventuell an der zu hohen Erwartungshaltung liegen kann. 
Auch Legenden können eben manchmal etwas daneben liegen, so hake ich die neue Tesla leider unter den (zu vielen) Enttäuschungen des Jahres 2014 ein und hoffe, dass sie doch noch ein glanzvolles Album abliefern werden und den Fan nicht wieder jahrelang warten lassen. Live sicher immer uneingeschränkt ein Ticket wert.
So kann ich mich lediglich zu einer (erheblich mit Fanbrille gewaltig nach oben aufgerundeten) 7 begnügen.
Martin





 

Mittwoch, 4. Juni 2014

Night Ranger - High Road

Band: Night Ranger
Album: High Road
Spielzeit:  51:44 Minuten
Veröffentlichung: 06.06.2014
Plattenfirma: Frontiers Records
Homepage: http://nightranger.com/

Wertung:  8,5 von 10


Tracklist: 


01. High Road
02. Knock Knock Never Stop
03. Rollin' On
04. Don't Live Here Any More
05. I'm Coming Home
06. X Generation
07. Only For You Only
08. Hang On
09. St. Bartholomew
10. Brothers
11. L.A. No Name


Night Ranger gehören für mich zu den wenigen Truppen, die in ihrer Karriere eine fast blütenweise Weste haben und keine einzige wirklich schlechte Longplayer auf den markt gebracht haben. Und auch mit "High Road" sind sie glücklicherweise weit entfernt davon dies zu schaffen.
Drei Jahre sind seit dem grandiosen Vorgänger "Somewhere in California" vergangen, den die Jungs hier zwar nicht toppen können aber dennoch sehr hochwertige Kost abliefern.

Experimente halten sich zwar erwartungsgemäß in Grenzen, es gibt die schnellen "Feel Good"-Songs ala "High Road" oder "Knock Knock Never Stop", hochwertige Balladen wie "Don't Live here anymore" oder "Only for You" oder gar Instrumentals wie das akustische "L.A. No Name". 
Die Gitarrenduelle von Joel Hoekstra und Brad Gillis sind immer wieder aufs Neue irre und sollte Gitarreros schlaflose Nächte bereiten.
Dass Jack Blades zu den besten Songwritern seiner Zunft gehört, muss ich nicht erneut wiederholen, das sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben.
Highlights fallen mir sehr schwer rauszupicken, denn die ganze Scheibe hat wieder ein fast durchgehend schwindelerregendes Niveau. 
Die CD geht vielleicht nicht so unmittelbar ins Ohr wie "Somewhere...." aber vielleicht ist sie ja dadurch noch langlebiger, was die Zeit sicherlich zeigen wird. 
Der absolute Übersong fehlt vielleicht und  "Rollin' On" will nicht ganz so zünden aber das ist wirklich Gejammer auf hohem Roß.

Alles in allem ist "High Road" der ideale Sommersoundtrack für Cabriofahrer. Die Scheibe macht gute Laune und zeigt dass auch "ältere Männer" (Jack Blades wurde heuer 60 und Brad Gillis gehet da auchs chon stramm drauf zu) noch formidable  Musik machen können.
Leider gibt es hier auch wieder eine Vielzahl an unterschiedlichen Ausgaben mit verschiedenen Bonustracks, was ich nicht gerade als guten Dienst am Fan sondern eher als Ausbeutung sehe. Da sollten Night Ranger (wie auch viele andere) Abstand nehmen davon. Der treue Fan sollte nicht damit bestraft werden, sich wegen einem Bonustrack die Scheibe dreimal kaufen zu müssen!

Ein weiteres Highlight im hochwertigen Night Ranger-Katalog! Alle drei Daumen hoch. 
Und nun doch mal bitte in Deutschland ausgiebig touren!

Martin



Sonntag, 1. Juni 2014

Marcus Hook Roll Band - Tales Of Old Grand Daddy


Band : Marcus Hook Roll Band
Album : Tales Of Old Grand-Daddy
Spielzeit : 55:48 Minuten
Veröffentlichung : 30.05.2014
Plattenfirma : Warner Music Germany
Homepage : www.warnermusic.de/marcus-hook-roll-band 

Wertung : 8 von 10

Trackliste :  
  1. Can't Stand The Heat
  2. Goodbye Jane
  3. Quick Reaction
  4. Silver Shoes & Strawberry Wine
  5. Watch Her Do It Now
  6. People And The Power
  7. Red Revolution
  8. Shot In The Head
  9. Ape Man
  10. Cry For Me
  11. One Of These Days (bisher unveröffentlicht)
  12. Natural Man (1972 A-Side of Regal Zonophone RZ 3061)
  13. Moonshine Blues (1974 B-Side of "Can't Stand The Heat" BASF & #8506-06)
  14. Louisiana Lady (1973 A-Side of Regal Zonophone RZ 3072)
  15. Ride Baby Ride (bisher unveröffentlicht)

Es ist ja immer so'ne Sache mit den musikalischen Ausgrabungen und Raritäten dieser Erde. Solange sie friedlich vor sich hinschlummern, kräht kein Hahn danach. Steigen sie aber aus ihrem temporären Grab empor, hat die Band einen extrem hohen Bekanntheitsgrad und läuft die Werbemaschinerie optimal, gibt es plötzlich einen Riesenknall...

Dass dies im Fall der Marcus Hook Roll Band so sein könnte, war wohl nicht besonders schwer vorherzusehen, handelt es sich bei der Band doch um Malcolm und Angus Young, die mit ihrem großen Bruder George und dessen Easybeats-Kollegen Harry Vanda Mitte '73, also in den Anfangstagen ihrer Karrieren, die hier vorliegenden Aufnahmen einspielten. 
Was mich schon eher verwundert ist die Tatsache, dass die Scheibe nicht viel eher an die breite Öffentlichkeit gelangt ist, von einigen Kleinstauflagen und obskuren Wiederveröffentlichungen, für die einige hartgesottene AC/DC-Fans schon ihr Konto geplündert haben sollen, mal abgesehen. Denn im Gegensatz zu vielen "sensationellen" Ausgrabungs-Knallfröschen der Vergangenheit, haben wir es bei den Tales Of Old Grand-Daddy mit einer richtig geilen und gut produzieren Platte zu tun.


Produzent Allan "Wally" Waller ist übrigens Namensgeber der Platte. Ich will euch die Geschichte mit dem legendären Saufgelage, die gerade in aller Munde ist, an dieser Stelle aber ersparen, da gibt es wichtigeres. Denn was die Jungs hier abgeliefert haben, natürlich auch unter besonderer Berücksichtigung von Malcolm und Angus, die der Platte mehrfach ihren schon hier unverkennbaren Stempel aufdrückten, ist wirklich vom Feinsten und lässt die Frage aufkommen: Was wäre passiert, wenn die Plattenfirma nicht plötzlich ihr Interesse verloren hätte. Was, wenn die Platte ein Erfolg geworden wäre ? Hätten Malcolm und Angus jemals...nee nee, den Gedanken spinnen wir lieber nicht weiter, oder ?

Uns bleibt die Freude über 10 Songs und 5 Bonustitel, in denen sich so manche spätere Heldentaten bereits ausmachen lassen. Can't Stand The Heat und Goodbye Jane lassen erstmal nicht erahnen, was den Hörer erwartet: Flotter Pubrock mit leichten Soul- bzw. Funkeinflüssen und einem schönen Saxophon und Barroom-Piano, der Charme hat, aber nicht zwingend als sensationelle Entdeckung herhalten muss. Quick Reaction dagegen zündet sofort, die Nummer groovt ohne Ende, ist vor Publikum aufgenommen und deutet konkret an, wohin der Weg die Gebrüder Young einmal führen sollte. Ich sage nur: TNT ! Und empfehle wärmstens, mal reinzuhören...



Im weiteren Verlauf der Platte schüttet die Band ein Füllhorn toller Momente über uns aus, Silver Shoes & Strawberry Wine überrascht als feine Ballade in der Sänger Harry Vanda zeigt dass er nicht der Schlechteste ist. Vanda und George Young teilen sich den Gesang übrigens, und so ergeben sich immer wieder unterschiedliche Stimmungen. Das an die Temptations erinnernde People And The Power wird, der Zeit entsprechend vom Glam-Rocker Red Revolution abgelöst, der sich wiederum in seinen kurzweiligen 3 Minuten zum furiosen Rocker mausert, Schuld daran wieder die treibenden Riffattacken der Gebrüder Young
Dann die Glanztat des George Young, der seinen schottisch-australischen Slang voll durchdrückt und aus dem mit lässigem Chorus ausgestatteten, markigen Shot In The Head, ein Highlight macht. Die Nummer hat übrigens ein Vorleben...die britischen Bluesrocker Savoy Brown packten sie in einer freilich anderen Interpretation auf ihr 1970er Album Lions Share. Die Ursprungsversion stammt von Vanda & Young, die sie als Haffy's Whiskey Sour aufnahmen. Mittlerweile gibt es einige Varianten der lässigen Nummer. 

Die lustige Angeber-Verarsche Apeman, mit Metallketten-Geschepper im Hintergrund, geht dann der letzten Nummer, einer weiteren Ballade voraus. Und was für einer !  
Harry Vanda geht jetzt voll an seine Grenzen und veredelt einen ohnehin schon feinen Song, als gäbe es kein Morgen mehr. Und wenn sich je einer beim Singen 'ne Träne verdrückt hat, dann Mr.Vanda an dieser Stelle. Tales Of Old Grand-Daddy endet weitaus grandioser, als es angefangen hat und erneut frage ich mich, warum all die Jahre niemand diese Platte auf dem Schrim hatte... so kann's gehen.

Kommen wir zum Beipack. Nebst höchst informativem Booklet mit allerlei Wissenswertem, veredeln fünf Bonustracks die Scheibe. One Of These Days hatte einfach das Pech, nicht mehr aufs Album zu passen, hätte es aber allerbestens getan. Das countryeske Ride Baby Ride fällt da schon eher aus dem Rahmen, geht als Bonustitel aber sehr gut durch. Zwischen diesen Stücken lagern drei A- bzw. B-Seiten. Auch hier kein Ausfall, und zum Schluss die Feststellung dass auf Louisiana Lady ein vierter Young-Bruder ins Spiel kommt: Alex Young, der älteste und 1997 verstorbene Bruder aus der Young Dynastie, gibt hier seine Saxophonkünste zum besten.

Wow, ich habe nicht damit gerechnet, von einer Platte, die 1973 ihren Ursprung hatte und derart lange schlummerte...von der man also nie etwas gehört hat, derart begeistert zu werden. Ziehe ich sämtliche Euphorisierungsnoten ab, bleiben hervorragende acht Punkte übrig, die sich die Marcus Hook Roll Band aber wirklich verdient hat.


Bernd Fischer 

 

Uriah Heep - Outsider Albumtrailer und Clip zu "One Minute"

Hallo Rockeros,

vom Inselchen kommt am 6.6. das 24ste Studioalbum der ehemaligen Prog / Hardrocker URIAH HEEP über den Kanal geschippert. Dies ist das erste Album ohne den verstorbenen Bassisten Trevor Bolder und dieser wäre mächtig stolz auf seine Weggefährten. Die "ollen" Herren lassen es auf "Outsider" gewaltig krachen.

Hirnknoten bekommt man schon seit einigen Jahren nicht mehr beim Zuhören eines HEEP's Songs und dieser Weg wird kontinuierlich fortgefahren. Knackiger und recht gradliniger Hardrock dominiert und begeistert. Ab und an kommen Erinnerungen an vergangene Tage auf, aber hauptsächlich ist wohl ein aufgebröselter Powerriegel ins Frühstücksmüsli gelandet.

Hier die Songs, welche sich auf dem formidablen Silberstück befinden werden:

01. Speed Of Sound
02. One Minute
03. The Law
04. The Outsider
05. Rock The Foundation
06. Is Anybody Gonna Help Me?
07. Looking At You
08. Can't Take That Away
09. Jesse
10. Kiss The Rainbow
11. Say Goodbye

URIAH HEEP haben einen 5 1/2 Minuten Video - Albumtrailer und einen Clip zu "One Minute" geklöppelt. Schaut Euch die Videos an und lasst Euch begeistern.
Die Rezi zu "Outsider" folgt in den nächsten Tagen! 

Viel Spaß beim Anschauen!

Rock On!

Donnerstag, 29. Mai 2014

Kiss - Kiss 40 (Decades Of Decibles)



Band : Kiss
Album : 40 (Decades Of Decibles)
Spielzeit :  151:07 min (2 CD)
Veröffentlichung : 30.05.2014
Plattenfirma : Island Def jam Music Group (Universal)
Homepage : www.kissonline.com




Wertung:  
Essentielle Zusammenstellung der 40jährigen Kiss-Karriere



CD 1
1. Nothin To Lose
2. Let Me Go, Rock ‘N’ Roll
3. C’mon and Love Me
4. Rock And Roll All Nite (Live)
5. God Of Thunder (Demo)
6. Beth
7. Hard Luck Woman
8. Reputation (Demo) – PREVIOUSLY UNRELEASED
9. Christine Sixteen
10. Shout It Out Loud (Live)
11. Strutter ‘78
12. You Matter To Me (Peter Criss)
13. Radioactive (Gene Simmons)
14. New York Groove (Ace Frehley)
15. Hold Me, Touch Me (Paul Stanley)
16. I Was Made For Lovin’ You (Single Edit)
17. Shandi
18. A World Without Heroes
19. I Love It Loud
20. Down On Your Knees
21. Lick It Up
22. Heaven’s On Fire




CD 2
1. Tears Are Falling
2. Reason To Live
3. Let’s Put The X In Sex
4. Forever (Remix)
5. God Gave Rock ‘N’ Roll To You II
6. Unholy (Live)
7. Do You Love Me? (MTV Unplugged)
8. Room Service (Live)
9. Jungle (Radio Edit)
10. Psycho Circus
11. Nothing Can Keep Me From You
12. Detroit Rock City (Live)
13. Deuce (Live 2004) – UNRELEASED COMMERCIALLY
14. Firehouse (Live – 1999/2000)
15. Modern Day Delilah
16. Cold Gin (Live 2009) – UNRELEASED COMMERCIALLY
17. Crazy Crazy Nights (Live 2010) – UNRELEASED COMMERCIALLY
18. Hell or Hallelujah




Sage und schreibe 40 Jahre haben Kiss anno 2014 auf dem Buckel, irgendwie unfassbar. Kritikerlieblinge waren sie ja noch nie und werden sie sicher auch nicht mehr werden, doch wenn sich eine Band 4 Dekaden lang (mit einigen Auf und Abs) hält, müssen selbst die schärfsten Zyniker zugaben, dass da wohl das Eine oder Andere auch richtig gemacht wurde.
Kiss Compilations gibt es ja nun schon fast mehr als reguläre Alben, manche werden einfach lieblos hingerotzt um so einen schnellen Euro abzugreifen.
Bei "Kiss 40" ist das meines Erachtens jedoch anders. Bei der Zusammenstellung wurde sich Mühe gegeben, es ist von jedem (!) Kiss-Studioalbum ein Song vertreten und obendrauf gibt es sogar noch die eine oder andere Rarität.

Natürlich findet man die bekannten Gassenhauer ala "Rock and Roll All Nite" oder "Detroit Rock City", die wohl fast jeder Freund lauterer Klänge mindestens einmal im Schrank stehen hat. Aber es gibt auch obskurere Songs wie "A World WIthout Heroes" (vom überambitionierten Megaflop "Music From The Elder"), "Jungle" (vom Grunge-beeinflussten Spätwerk "Carnival Of Souls"  oder die von Diane Warren geschriebene Ballade "Nothing Can kepp Me From You" vom "Detroit Rock City"-Soundtrack .

Für den Sammler interessant ist das bislang unveröffentlichte Demo "Reputation", ein Song, der auch gut und gerne auf eines der 70er-Alben gepasst hätte und zu den besseren Gene Simmons Songs gehört.
Die 40 (was für ein Zufall!) Songs sind weitgehen chronologisch und auch die raren, teilweise unveröffentlichten Livefassungen sind ihr Geld wert. Selbst die Soloalben von 1978 werden gewürdigt.
Das Booklet ist schön dick und mit schönen Fotos aufgemacht.

Sucht man als Einsteiger (sofern es die bei Kiss überhaupt noch gibt) eine Compilation so würde ich "Kiss 40" uneingeschränkt empfehlen, weil sie einen guten und recht kompletten Überblick über die verschiedenen Phasen der Band gibt.

Dass Kiss nicht nur showtechnische Akzente gesetzt haben, was ihnen ja zu Unrecht immer vorgeworfen wird, zeigt die Zusammenstellung der Songs ganz deutlich. Virtuosen waren sie sicherlich nie aber das war auch nie der Anspruch. Nimmt man das ganze Drumrum (Merchandise-Wahn, Schminke etc) einmal weg, bleibt eine grandiose Rockband, die zu Recht zu den größten der Welt gerechnet wird. Und Paul Stanley gehört zu den besten Songwritern im Rockzirkus.Punkt! Schön, dass es sie noch gibt.

"You wanted the best You got The best, the hottest band in the Word - KISS" - klingt arrogant und abgehoben, ist aber nicht weit weg von der Realität.

Martin


Mittwoch, 28. Mai 2014

Errorhead - Evolution

Band : Errorhead
Album : Evolution
Spielzeit : 48:40 Min.
Veröffentlichung : 25.04.2014
Plattenfirma : Lighthouse Records
Homepage : www.errorhead.com

Wertung : 6 von 10 

  1. Scream / People Like Us
  2. Hideaway
  3. One Good Reason
  4. Tell Me
  5. Resurrection
  6. Thieves & Poets (The Social Network Song)
  7.  Where Did Our Love Go ?
  8. Purple Lord
  9. Be Someone
  10. Find It
  11. Get Off My Back
  12. The Mighty Tube


Was haben Kingdom Come mit Nena gemeinsam ? Was verbindet die Kanadier Saga mit dem Rödelheim Hartreim Projekt ? Und was um Himmels Willen hat die neue Errorhead-Platte damit zu tun ? Fragen über Fragen...

...die sich klären, wenn man die Geschichte der Band mal kurz untersucht. Denn Bandgründer und Gitarrist Marcus Deml hat nebst oben erwähnten Bands mit vielen weiteren Interpreten auf der Bühne gestanden und im Studio gearbeitet, hat eine Auszeichnung der Rock'n'Roll Hall Of Fame erhalten und wurde 2005 vom Magazin Guitar Player unter die Top 3 der "Guitar Heroes" gewählt. Und so ist Herr Deml natürlich stets im Focus, dabei hat nicht nur der umtriebige Gitarrist etwas zu bieten. Shouter Karsten Stiers macht mit der kompletten Familie Musik und leiht verschiedensten Musikrichtungen, vom Kinderlied bis zum Rapsong, seine Stimme. Basser Frank Itt doziert an der Popakademie Baden-Württemberg, produzierte diese Scheibe und musizierte mit Künstlern wie Terence Trent D'arby oder Till Brönner. Drummer Zacky (Athanasios) Zoukas trommelt seit seinem zehnten Lebensjahr, absolvierte eine Tour mit Fair Warning und spielte mit verschiedenen Bands etliche Platten ein, darunter John Haynes oder Soul Doctor.

Evolution ist seit 1998 bereits der fünfte Longplayer der in der Presse hochgelobten Band. Laut Fachblatt "Sticks" zählen Errorhead bereits zu den "besten Acts der internationalen Rockszene". Die Promoagentur geht gar einen Schritt weiter und vergleicht Errorhead mit gestandenen Künstlern wie Pearl Jam, Black Country Communion oder Living Colour und Mother's Finest. Ganz so weit würde ich allerdings nicht unbedingt gehen...

Mit einer Spielzeit von knapp 50 Minuten und 12 Songs hat die Platte eine ganze Menge zu bieten. Evolution ist ein sehr abwechslungsreiches Album, auf dem verschiedene Stimmungen und Stile enthalten sind. Marcus Deml sieht die Band in einer "Tradition der Band Queen", möchte "Musikgenres voller Spannungsbögen" mischen. Und das hat er wirklich geschafft. Vom pfeilschnellen Hardrocker Scream, gefolgt vom sehr melodischen Hide Away mit sehr schönem Ohrwurmcharakter über das funkige One Good Reason bis zum Metal Rap Thieves & Poets, die Wundertüte namens Evolution will nur eins, sie will den Hörer fesseln.
Zu Alledem kommen dann die enormen handwerklichen Fähigkeiten der beteiligten Musiker; Demls Gitarre singt und bratzt sich in diverse Extasen, der Bass ist stets wunderschön präsent und hat auf Get Off My Back sein sehr geil geslapptes Solo-Highlight (Stanley Clarke lässt grüßen). Überhaupt zieht sich der rhythmische Gedanke wie ein roter Faden durch die Scheibe. So sitzt Schlagzeuger Zacky nicht ohne Grund in dieser erlesenen Runde auf dem Schemel, taktsicher wie ein Uhrwerk werden die Kollegen mit vielen Fills und tollen Grooves durch die Songs geführt.



Trotz allem, ich werde mit der Platte einfach nicht warm. Der Grund ist Karsten Stiers

Das Problem mag ich exklusiv haben, doch es gibt eine Sache, die mich nicht nur in diesem Fall nervt, regelmäßige Leser meiner Beiträge werden es wissen...
Stiers ist ein sehr guter Sänger, das steht hier nicht zur Diskussion. Allerdings lässt es sich auch nicht überhören dass die englische Sprache nicht seine Muttersprache ist, so wirkt sein Beitrag auf der Platte in vielen Momenten auf mich einfach nicht authentisch. Immer dann wird es hölzern und ein wenig verkrampft, zudem trägt er für meinen Geschmack gelegentlich etwas dick auf, etwas weniger Pathos hätte mir gereicht.

Für eine Platte wie Evolution, die gespickt ist mit allerfeinsten instrumentalen Highlights, hätte ich mir einen englischsprachigen Sänger mit etwas mehr Dreck unter den Nägeln gewünscht, der auch mal aus den Untiefen seines Stimmvolumens kommt, dann hätte ich sehr gerne eine höhere Bewertung abgegeben. So reicht es leider nur für 6 von 10.

Ich bin übrigens der letzte, dem ein solch tolles Projekt in unserer Muttersprache misfallen würde. Aber das scheint in unserer Musiklandschaft derzeit kein Thema zu sein.

Anspieltipps: Thieves & Poets und Get Off My Back




Bernd Fischer


Dienstag, 27. Mai 2014

Rustinal - Kickstart

Band: Rustinal
Album: Kickstart (EP)
Spielzeit: 23:04 min.
Plattenfirma: Eigenproduktion 
Veröffentlichung: August 2012
Homepage: ./., da Bastelarbeiten vorgenommen werden

WERTUNG: 8 von 10

Tracklist:

1. Library of Love
2. Bloody Sunday Blues
3. On Ice
4. The only Thing you'll ever love
5. Coming Home

... WTF! ES lebt! Nach einigen gesundheitlichen und persönlichen Herausforderungen ist ES wieder da und kann seinen Pöppes, beim Erklingen so mancher Töne, nicht still auf dem Stuhl kleben lassen. 

Aber das nur so nebenbei und ich tue lieber mal meine Meinung kund.

Eine deutsche Band, die den Versuch unternimmt, ihren kernigen Heavy Rock mit einem Schlag Sleaze/Glam zu verfeinern?! Kann das gut gehen? Ganz ehrlich, ich war schon extrem skeptisch, da ich in den vorherigen Monaten zwar ein bisschen den Überblick verloren habe, aber die letzten Releases, aus dem Genre Sleaze bzw. Glam, ließen ein sehr gemischtes Gefühl in meiner Magengegend entstehen. Außer dem ultrageilen SHAMELESS Output "Beautiful Disaster" gab es eigentlich nichts, was man besonders hervorheben konnte. Okay, die HOLLYWOOD BURNOUTS kann man, mit einigen Abstrichen und anderthalb zugedrückten Augen, noch wohlwollend erwähnen, aber richtig geil sind sie nicht.

Tja und nun kommt eine unfaire Geste von meiner Seite. Ich bespreche die Debüt EP "Kickstart (August 2012) der Münchner RUSTINAL. Das Scheibchen ist zwar noch aktuell, da es bisher leider keine weitere Tonkonserve der Band gibt, aber so richtig repräsentativ dürfte sie nicht mehr sein. Inzwischen hat sich einiges im Stall getan und das Besetzungskarussel hat sich auch bei der Combo gedreht. Auf "Kickstart" trällerte noch ex - Sänger Andy Ace ("E-Man) und an den Fellen gab Bobby Blue den Takt an.

Aktuell besteht die Combo aus:
Gesang und Gitarre - Jules McLovin
Gitarre - Tom Twist
Bass - Chrizzo C
Schlagzeug - Warren Wildbeast

RUSTINAL stellen sich auf dem Debüt alles andere als dilettantisch an, sondern haben ihr Geheimrezept gefunden, um auf sich aufmerksam zu machen. Es besteht aus den Zutaten: klassischen Heavy Metal, viel Rotz, viel Schweiß, tolle Melodien und ultraviel Hingabe. Und diese Mischung ist äußerst attraktiv ausgefallen und klingt nach einer zeitgemäßen Heavy Rock Formation, die den dreckigen Rock 'N' Roll Flair authentisch an den Mann bzw. Frau bringen kann. Die Gitarrenriffs schneiden sich, rasiermesserscharf, ins Trommelfell, der ex - Sänger kreischt und shoutet sich, mit seinem markanten und durchaus aggressiven Stil in den Gehörgang. Man muss klar sagen, dass der ex - Sänger ein bisschen die Stimmbandvirtosität vermissen lässt, aber seine Performance, wie der berühmte Arsch auf dem Eimer, zum typischen Bandsound passt. Die Rhythmusfraktion Chrizzo und Bobby Blue pflastern einen betonharten Beat, der die Grundlage bietet.

Man hört den Jungs die Vorliebe für Formationen wie den CRÜE'S und, meinen persönlichen Faves, HARDCORE SUPERSTAR zwar an, aber aufgrund der deutlichen Heavy Metal Einflüsse rücken sie nie zu nahe an die Vorbilder heran und können ihre Eigenständigkeit bewahren. Das gefällt mir mal so richtig gut. Die Münchner sind geschickte Songwriter, packen den Zuhörer durch die Kombination aus Melodie/Eingängigkeit und Härte und trotzdem fehlt mir - wohlgemerkt äußerst selten - noch das gewisse Salz in der Suppe. Aber hey, die Combo besteht seit Mitte 2011! Wenn man den Herrschaften noch ein bisschen Zeit einräumt, wird man sicherlich auch diese kleinen Schwächen, zukünftig, nicht mehr zu hören bekommen!!!

Mit richtig fetten Balls startet "Library of Love" und kommt förmlich aus den Speakern gespuckt. Mitwipp-Garantie! Sägende Riffs und harte metallische Einschübe, ein tightes Zusammenspiel des Drummers/Bassisten, Mitgröhl-Shouts und ein Sänger der wie eine Mischung aus Else Kling (die Hausmeisterfrau bei der Lindenstrasse) und Steven Tyler klingt. Passt und lässt das Party Rind in die Luft steigen. Ein wummernder Bass läutet den Groover "Bloody Sunday Blues" ein. Auch hier kommt der Metal Einschlag sehr gut und clever proportioniert durch. Verdammt stark - wie bei allen Stücken - gefallen mir die Refrain/Backing-Shouts - Sequenzen. Wie schon beim Opener besticht der Track durch eine Grundeingängigkeit und mausert sich zu einem Ohrwurm. Für mich ist das Teilchen ein absolutes Highlight auf "Kickstart". Das folgende "On Ice" ist ein super solider, harter Rocksong, aber mir fehlt ein bisschen Substanz. Dies merkt man beim Tempowechsel. Anschließend kriegen die Jungs die Kurve nur noch zu 80% geschafft und irgendwie ächzt sich der Track mehr ins Ziel. Zwar nicht schlecht, aber mit den beiden vorherigen Nummern kann es der Song nicht aufnehmen. Die Titel "The only Thing you'll ever love" und "Coming Home" lassen den Mini-Ausrutscher schnell vergessen und bieten tolle musikalische und abwechslungsreiche Unterhaltung à la RUSTINAL.

Wer den harten, kernigen Heavy Rock, mit sleazigen/glamigen Momenten und Ausflüge in den Metal gerne hört, sollte die Münchner UNBEDINGT antesten. Für mich gehört die EP "Kickstart" zu den besten Eigenproduktionen der letzten Jahre.
Die Produktion hat mächtig KAWUMM, die Mucke schmeckt mir sehr gut und den nationalen Vergleich braucht die Band nicht zu scheuen!

Von meiner Seite gibt es eine absolute Kaufempfehlung und ich freue mich auf zukünftige Schandtaten von RUSTINAL.

Das Scheibchen hat mich überzeugt und darum gibt es 8 Wundstarrkrampf-freie Nägel.

Götz

P.S. Danke an Seaumais und lass deine Matte kreisen!

Montag, 26. Mai 2014

21 Octayne - Into The Open

Band : 21 Octayne
Album : Into The Open
Spielzeit :  54:48 min
Veröffentlichung : 23.05.2014
Plattenfirma : Afm Records (Soulfood)
Homepage: www.21octayne.com


Wertung:    9,5  von 10 


01. She's Killing Me
02. Dear Friend
03. Turn the World
04. Don't Turn Away
05. My Teddy Bear
06. Into the Open
07. Me Myself and I
08. The Heart (Save Me)
09. Your Life
10. I Will Always Be Right There
11. Leave My Head
12. Come Alive




21 Octayne kann man fast schon als "Allstar Project" beschreiben besteht die Truppe doch aus folgenden Künstlern:

Hagen Grohe (The Joe Perry Project) - Vocals
Marco Wriedt (Axxis) - Guitar
Alex Landenburg (Rhapsody) - Drums
Andrew „The Bullet“ Lauer (Paul Gilbert) - Bass



Allesamt also gestandene Musiker vor dem Herrn. Und auch die Werbekampagne im Vorfeld fand ich persönlich sehr gut gemacht und machte den Konsumenten doch sehr neugierig, was die Jungs musikalisch zu sagen haben.
Manchmal fällt ja das Resultat eines "Hypes" doch sehr flach aus aber im Falle 21 Octayne kann man Entwarnung geben, denn die Truppe ist wirklich ein willkommener Farbklecks im derzeit doch manchmal recht tristen Einheitsbrei an Veröffentlichungen. 

Was nach etliche Hördurchgängen festzustellen ist, ist die Tatsache, dass die CD "Into The Open" zum einen musikalische Identität aufweist und zudem sehr abwechslungsreich ist, was immer wieder Lust auf einen neuen Hördurchgang macht. Zudem können die Vier Melodien zum Niederknien schreiben.

"She's Killing Me" tritt zu Beginn ordentlich in die Weichteile, ein perfekter Opener, melodisch und powervoll und vor allem sehr druckvoll produziert. Genial!

Das mit einem Gesang durchs Telefon beginnende "Dear Friend" ist etwas schleppender aufgebaut aber nicht minder spannend und erinnert mich etwas an Alter Bridge, einer Band, der die junge Truppe in Sachen Melodieführung und Abwechslungsreichtum in nichts nachsteht.

"Turn The World" ist ein Ohrwurm vor dem Herrn, ein richtiger Radiohit, der es verdient im Radio gespielt zu werden. Klasse!

Im Intro zu "Don't Turn Away" zeigt "The Bullet", was er am Bass alles drauf hat und das ist einiges, sonst dürfte man nicht mit Paule Gilbert zusammen musizieren. Der Track ist hart und schnell und das Zusammenspiel der Truppe ist schlichtweg atemberaubend. Die Band klingt tight hoch drei und so ganz und gar nicht wie ein Newcomer. 

"My Teddybear" geht sogar etwas in Dream Theater'sche Progrichtung und mixt das Ganze mit ein paar heftigen Funk-Sprenkeln und tiefergelegten Gitarren.

Der balladeske Titelsong überzeugt erneut durch seine klasse Melodieführung und den Gesang von Hagen Grohe, der  seine Stimme wirklich variabel einsetzt. Bei dem Track gibt es auch an Queen erinnernde Gitarrenharmoniern zu hören. 

Der nächste Knaller wartet mit " Me Myself & I" bereits, wieder schafft es die Truppe mit einem frisch klingenden, hitverdächtigen Song den Hörer zu fesseln. Bei jedem weiteren Hören werden einem immer mehr Details bewusst, welche entweder auf Soundeffekten oder spielerischen Finessen beruhen. 

Man wartet vergeblich auf einen Ausrutscher, die Truppe wandelt weiter auf schwindelerregendem musikalischem Niveau, sei es beim verspielten "Save Me" oder beim treibenden "Your Life".  


Die Akustikballade "I WIll Always Be Right There" lässt einen etwas verschnaufen, ehe das stampfende "Leave My Head" und das grandiose "Come Alive" eines der besten Debütalben seit einiger Zeit beschließt.

21Octayne bringen frischen Wind in die etwas verstaubte Rockszene. Hier stimmt fast alles: Abwechslungsreichtum, tolle Produktion und auch das Artwork stimmt.

Wer die Band sehen will sollte seinen Hintern hochbringen und die Jungs im Vorprogramm von Dan Reed Network ansehen, mit denen sie folgende Gigs spielen werden:


02.06: Aschaffenburg, Colos-Saal
03.06: Nürnberg, Rockfabrik
04.06: Bochum, Matrix


Ich werde mit Sicherheit dabeisein, um mich von den Qualitäten der Truppe überzeugen zu lassen. 


Martin