Band: Barmy Rote
Album: Barmy Rote
Spielzeit: 49:39 min.
Plattenfirma: STF Records
Veröffentlichung: 06.07.2012
Homepage: www.barmyrote.com
WERTUNG: 4,5 von 10
Trackliste:
01. Let This Star Shine On
02. No Fear But Anger
03. Mama Told Me
04. Cos U Lied
05. Whitestar
06. Break Out
07. People In The Quarrys
08. Beer
09. I Ain't Loose
10. Can't See You Around
11. Hey Susi
12. Sunshine
STF Records nehmen sich mal wieder dem deutschen Untergrund an und haben mit BARMY ROTE (leicht verrückter Bandname, oder?) aus Thüringen eine junge Gruppe gefunden, die mit ihrem Debüt nun versuchen den Rock Olymp zu erklimmen. Oder eher einfach gute Mucke machen, doch auch daran scheitern die Jungs leider zum Teil. Erstmal fällt die stümperhafte Aufmachung der CD auf. Sieht aus, als hätte man fürs Backcover einfach ein Foto genommen und mit einem Texteditor die Songtitel drüber gekleistert. Dass man die zur Hälfte praktisch gar nicht lesen kann, war dann wohl zweitrangig. Sorry, aber das geht so gar nicht. Und dass im innneren Booklet angeblich 2x "Whitestar" zu hören sein soll, ist halt auch mies. Auch der Sound lässt selbst für ein Debüt gewaltig zu wünschen übrig es ist wirklich kaum ein einziges Instrument sauber abgemischt.
Doch erstmal genug gemeckert - kommen wir zur Musik an sich. Und siehe da, so schlecht sind BARMY ROTE gar nicht. "Let This Star Shine On" ist zumindest eingängiger Rock geworden, auch wenn das Schlagzeug etwas stumpf vor sich hin bollert. Ein wenig College Rock scheint dann bei "No Fear But Anger" durch, lediglich das Intro dazu ist viel zu lang geraten, jedenfalls für meinen Geschmack. Also lasst euch nicht entmutigen in Thüringen, ist nur meine Meinung, gibt bestimmt auch genügend andere. "Mama Told Me" würde als rotziger Punkrock Song mehr hermachen, so ist auch hier nur angezogene Handbremse zu bewundern, aber das Gitarrensolo macht Spaß.
Ach ja, Sänger Chris ist gar nicht mal so schlecht - auch wenn er wie viele manchmal den Fehler macht ein wenig zu viel zu wollen. Gute Ansätze kann ich bei "Whitestar" erkennen, wenn auch das Tempo etwas getragen kommt, ertappe ich mich dabei, dieses Stück ganz gut zu finden. Ebenfalls gelungen finde ich "I Ain't Loose" - diese beiden Stücke kann ich dann auch als Anspieltipp nennen, doch davon bräuchten BARMY ROTE einige mehr, um die Scheibe zu retten.
Denn gerade das abschließende fast 10 Minuten lange "Sunshine" zeigt überdeutlich, dass BARMY ROTE noch einen langen steinigen Weg vor sich haben, um im Rock Olymp anzukommen - besonders im kompositorischen Bereich. Aber so ganz im Verborgenen spitzt doch Talent hervor und so hoffe ich, dass BARMY ROTE sich die Zeit nehmen, sich zu verbessern und mich dann vielleicht eher überzeugen können.
Markus
Dienstag, 7. August 2012
Graham Parker & The Rumour - Live At Rockpalast 1978 + 1980
Interpret : Graham Parker & The Rumour
Titel : Live At Rockpalast 1978 + 1980
Veröffentlichungsdatum : 27.07.2012
Spielzeit : 144 Minuten
Homepage : www.mig.de
Wertung: 8 von 10
Graham Parker, 1950 in London geboren, veröffentlicht seit nunmehr 36 Jahren in aller Regelmäßigkeit Platten. Dazu sollte erwähnt werden dass sich darunter, wie es bei vielen anderen Künstlern schon mal der Fall ist, keine ernstzunehmenden Ausfälle geschlichen haben, Parker liefert fast immer Qualität ab. Kurzum...der Mann von dem nur die wenigsten wissen wie er ohne Sonnenbrille aussieht und von dem während seiner langen Karriere die meisten Strömungen und Trends weitestgehend abgeperlt sind, ist ein fleissiges Kerlchen und echter Dauerbrenner.
Eins ist ihm jedoch bisher nicht gelungen: Parker hat nie den wirklich großen Durchbruch geschafft. Er ist nie über den sogenannten Insiderstatus hinausgekommen. Während vergleichbare Musiker wie Springsteen, Costello oder Joe Jackson auch größere Mengen begeistern, bedient er eine übersichtliche aber sehr treue Fangemeinde. Dabei sollte man sich wirklich mal die Zeit nehmen und Parker zuhören, denn der Mann hat eine ganze Menge zu bieten.
Ein Füllhorn erstklassiger Rock-, R&B-, Soul- oder Country-...in frühen Jahren
auch New Wave- Songs und noch vieles mehr hat der Songwriter in seinem Repertoire.
Sich nun zu fragen wieso und weshalb es gerade bei Parker nicht zu mehr reicht hiesse den weiten, komplizierten Kosmos der Rockmusik nach Antworten durchsuchen zu müssen...und das wollen wir uns bestimmt nicht antun. Ich denke allerdings seit längerem darüber nach wie jemand an Graham Parker herangeführt werden kann, der bisher gar nichts von ihm kennt...ob eine der zahlreichen Compilations oder die vorliegende DVD der bessere Einstieg sein könnten. Eine Antwort habe ich bisher nicht gefunden.
Tatsache ist jedoch: Wer erst einmal in die faszinierende Parker'sche Welt eingetaucht ist und dessen Songs kennt, sollte unbedingt über die Anschaffung der DVD, also beider Konzerte aus Essen (18.10.1980) und Köln (23.01.1978) nachdenken. So kann man Zeuge der frühen Phase des Briten werden und sehen wie mitreissend er auf der Bühne agiert. Parker ist eine verdammt coole Socke, heult und jault wie ein räudiger Straßenköter und gibt sich von der ersten Minute wie er ist: Energisch aber unverkrampft.
Nicht nur das. Parkers Begleitband, "The Rumour", ist allererste Sahne und erinnert zeitweise an Springsteens E-Street Band. Mit der Band im Hintergrund arbeitete Parker bis 1980 zusammen und spielte fünf Alben mit ihnen ein. Und exakt diese Zeit spiegeln beide in diesem Set enthaltenen Konzerte wider.
Hier die Tracklists der beiden DVDs:
DVD1: Essen, Grugahalle, 18.10.1980
01 - Stupefaction (3:37)
02 - No Holding Back (3:20)
03 - Jolie Jolie (3:13)
04 - Love Without Greed (3:38)
05 - Discovering Japan (3:38)
06 - Passion Is No Ordinary Word (4:40)
07 - Howlin' Wind (4:24)
08 - Thunder And Rain (3:08)
09 - Manouvers (3:40)
10 - Don't Get Exited (3:51)
11 - Beating Of Another Heart (4:23)
12 - Empty Lives (5:12)
13 - Devil's Sidewalk (3:21)
14 - Endless Night (4:49)
15 - Can't Get No Protection (4:28)
16 - Nobody Hurts You (3:40)
17 - Don't Ask Me Questions (5:34)
18 - Triple Face Boogie (2:57)
19 - Soul Shoes (3:26)
Mit einem Ärgernis endete die 7.Rockpalast für Graham Parker: Parker war Opener der abendfüllenden Veranstaltung, die über das Euovisions-Netzwerk in ganz Europa übertragen wurde, somit für jeden Künstler ein Sprungbrett darstellte. 1980 gesellte sich ausserdem noch die BBC dazu, somit legte man sich besonders ins Zeug. Dann der Schock: Die BBC-Redakteure übertrugen, im Gegensatz zum Rockpalast-Team (Kenner halt), nur das Konzert der schwer angesagten Headliner "The Police". Was Graham Parker dazu zu sagen hatte, soll laut Beilage in einem Interview mit ihm auf dieser DVD zu hören sein. Finden konnte ich das leider nirgendwo. Schade, denn den Kommentar hätte ich gern gesehen.
Das Konzert vor dem enthusiastischen Publikum der Grugahalle hatte einen durchaus prominenten Gast: Pianist Bob Andrews, der die Band kurz vorher verlassen hatte, wurde durch Nicky Hopkins, der vormals Bandmitglied der Jeff Beck Group, Quicksilver Messenger und der Steve Miller Band, sowie Sideman auf Platten-Aufnahmen der Beatles, der Rolling Stones und anderer großer Bands war, ersetzt.
DVD2: Köln, WDR Studio L, 23.01.1978
01 - Heat Treatment (3:31)
02 - White Honey (3:07)
03 - Soul On Ice (3:12)
04 - Back To Schooldays (2:54)
05 - Heat In Harlem (8:03)
06 - Fool's Gold (4:29)
07 - Watch The Moon Come Down (3:36)
08 - Thunder And Rain (5:43)
09 - Stick To Me (3:32)
10 - I'm Gonna Tear Your Playhouse Down (3:46)
11 - Don't Ask Me Questions (5:22)
12 - Not If It Pleases Me (2:55)
13 - The New York Shuffle (3:37)
14 - Soul Shoes (3:23)
15 - Hold Back The Night (3:03)
Der '78er Auftritt im WDR-Studio L wurde mit den durch eine Bläsergruppe verstärkten Rumour-Backingband präsentiert, entsprechend der Besetzung des Albums "Heat Treatment". Dieses Album war nach der von Nick Lowe produzierten Debut-LP "Howlin' Wind" ihre zweite Veröffentlichung im Jahr 1976. Was für ein wundevoller Abend mit einem hinreissenden Heat in Harlem, dem tollen Fool's Gold und vielen anderen hörenswerten Songs.
Sonntag, 5. August 2012
Doro - Under My Skin (A Fine Selection of Doro Classics)
Interpret : Doro
Titel : Under My Skin (A Fine Selection of Doro Classics)
Veröffentlichung : 06.07.2012
Spielzeit : 136:36 min.
Plattenfirma: AFM Records (Soulfood)
Homepage : www.doropesch.com
WERTUNG: 7 von 10
Tracklist:
| CD 1: |
| 1. All We Are (Version 2007) |
| 2. You're My Family |
| 3. I Rule The Ruins |
| 4. Celebrate |
| 5. The Night Of The Warlock |
| 6. Strangers Yesterday |
| 7. Walking With The Angels |
| 8. Metal Tango |
| 9. Thunderspell |
| 10. Herzblut |
| 11. Warrior Soul |
| 12. My Majesty |
| 13. Für Immer |
| 14. Love Me In Black |
| 15. Always Live To Win |
| 16. Running From The Devil |
| 17. Above The Ashes |
| 18. Let Love Rain On Me |
| CD 2: |
| 1. Celebrate (Full Metal Female Version) |
| 2. Rescue Me |
| 3. Rare Diamond (Acoustic Version) |
| 4. Angel In The Dark |
| 5. 1999 |
| 6. In Liebe Und Freundschaft |
| 7. I Lay My Head Upon My Sword |
| 8. Tausend Mal gelebt |
| 9. Wildfire |
| 10. Breaking The Law |
| 11. She's Like Thunder (Version 2005) |
| 12. The Queen |
| 13. You Won My Love |
| 14. Lonely Wolf "Uns Doro" ist nun mittlerweile 30 Jahre im Business und dafür alleine dafür gebührt ihr schon gewaltiger Respekt. Von ihrer Musik kann man ja halten was man will, aber anhand der vorliegenden neuen Compilation "Under My Skin (A Fine Selection Of Doro Classics)" wird einem bewusst, dass die Gute doch einen Haufen Klassiker produziert hat. Kurz vor ihrem ersten Album auf Nuclear Blast gibts für die scheidende Plattenfirma nochmal ein Abschiedsgeschenk in Form der "neuen" Doppel-CD. Dies passiert in viele Fällen aufgrund von Streitigkeiten mit dem alten Label sehr lieblos. Zum Glück ist dies hier aber nicht der Fall, denn Doro war an der Songauswahl sowie dem Artwork (viele Fotos im Booklet sollen aus ihrer Privatschatulle stammen) aktiv beteiligt. Für Neueinsteiger ist die neue Best Of absolut geeignet, für Komplettisten sowieso und selbst der "Lieschen Müller"-Fan wird den beiden Scheiben etwas abzugewinnen haben. So gibt es beispielsweise ""I Rule The Ruins", "Metal Tango", "Für Immer", "Tausend Mal gelebt" und "Always Live to Win" als orchestrale Versionen zusammen mit dem "The Classic Night Orchestra", die man aber auch schon von der "Classic Diamonds"-Zusammenstellung kennen sollte. Ein geschickter Kniff, liegen doch meines Wissens die Rechte an den alten Doro- oder gar Warlock-Stücken nicht bei Doro selber. Wie auch immer , die Songs hören sich auch in diesen Versionen recht gut an, wenn auch erheblich softer. Leider wird (vor allem auf CD 2) viel zu viel Wert auf Balladen gelegt, so dass die Scheibe dort fast als reiner Balladensampler durchgeht. Da wäre eine etwas ausgewogenere Mischung besser gewesen. "Breaking The Law" ist eine interessante Coverversion, die anfangs total balladesk und akustisch beginnt und sich dann aber (auch zusammen mit einem Orchester) doch noch zum bekannten flotten Rocker steigert. Gewagt aber gelungen. Für den Kuschelrocker wird jedenfalls mehr geboten als für den Kuttenträger, so dass jemand, der von Doro bislang gar nichts kannte, wohl eher denkt, siee kann nur Balladen abliefern, was ja ganz und gar nicht der Fall ist. Da wird das Bild dann doch etwas verfälscht. Eine etwas ausgewogenere Mischung aus Rockern und Balladen wäre m.E. besser gewesen. Die deutschen Balladen (meist als Nachbrenner von "Für Immer") bewegen sich sowohl musikalisch als auch lyrisch oft an der Kitschgrenze. Der Sound ist in der vorliegenden Mp3-Vorabversion zum Teil arg dünn, es bleibt zu hoffen, dass die in der "richtigen" Version besser sein wird! Als Extras gibt es noch Multimediatracks in Form der Videos zu "Warrior Soul", "Let Love Reign On Me" sowie "Herzblut", die mir jedoch nicht vorliegen. Sicher "good value for money" aber die rockende Doro gefällt mir besser. Wie immer Geschmackssache - als Überbrückung zum neuen Album im Herbst aber durchaus ein paar Euronen wert. Martin |
Crash Street Kids - Sweet Creatures
Band: Crash Street Kids
Album: Sweet Creatures
Spielzeit: 40:36 min.
Plattenfirma: Vanity Music Group
Veröffentlichung: 2011
Homepage: www.crashstreetkids.com
WERTUNG: 7,5 von 10
Trackliste:
01. Sweet Creatures
02. Asylum
03. Bang, Bang! (You're Beautiful)
04. Sad Julia
05. Bad! Yeah, Bad!
06. 3rd Avenue Vampires
07. Mary, Queen Of The Rock
08. I Become Death
09. Angel
10. I Was A Teenage Hooker
11. Harlot Of The Flies
Was hatten Konzeptalben und amerikanischer Sleaze-/Glamrock bisher gemeinsam? Nicht viel möchte man meinen. Ganz anders sieht es bei den CRASH STREET KIDS aus, deren erste drei Alben eine Trilogie bilden und deren viertes Album in dieser Tradition ebenfalls als Konzeptalbum zu sehen ist. Es wird die Geschichte zweier Ausreißer erzählt, die sich auf der Straße verlieben und im Bonnie und Clyde Stil ihr Leben von einem Tag auf den anderen neu definieren.
Beginnend mit dem Titeltrack zeigen die Mannen um Fronter Ryan McKay, dass sie in der Lage sind, eingängige Songs zu schreiben, die den gute Laune Pegel auch sofort anheben können. Das folgende "Asylum" weiß dann mit starken Referenzen aus den 70er Jahren aufzuwarten und klingt leider irgendwie angestaubt. Trotzdem kein schlechtes Lied. Mehr Spaß hatte ich dann bei "Bang, Bang! (You're Beautiful)", welches mit den starken Stücken der ROLLING STONES durchaus mithalten kann. Ich weiß, diese Aussage ist etwas gewagt, doch ich stehe dazu. Mit "Sad Julia" folgt ein weiteres Highlight, ehe "Bad! Yeah, Bad!" eher Sleaze Standardkost zu bieten hat. Mit der Ballade "3rd Avenue Vampires" endet dann auch Act 1 des Albums und beweist, dass bei den CRASH STREET KIDS Abwechslung groß geschrieben wird. Mit dem fröhlichen Rocker "Mary, Queen Of The Rock" steht ein weiterer Hit auf der Habenseite, ehe sich das Album dann allmählich dem Ende nähert und mit den letzten beiden Stücken "I Was A Teenage Hooker" und "Harlot Of The Flies" zwei Seventies Rock Stücke der überflüssigen Art bereit hält.
Trotzdem konnten mich die Amis überzeugen, da "Sweet Creatures" meine erste Begegnung mit ihnen darstellte, da die Hitdichte auf dem Album schon erstaunlich hoch ist und der starke Seventies Einschlag sie doch von vielen ähnlich gelagerten Kapellen unterscheidet. Für Album Nummer 5 würde ich mir eine etwas druckvollere Produktion wünschen und eben die beiden Ausfälle am Schluß durch bessere Stücke ersetzt und die Wertung könnte sich dann schon fast in den 9er Bereich bewegen.
Markus
Album: Sweet Creatures
Spielzeit: 40:36 min.
Plattenfirma: Vanity Music Group
Veröffentlichung: 2011
Homepage: www.crashstreetkids.com
WERTUNG: 7,5 von 10
Trackliste:
01. Sweet Creatures
02. Asylum
03. Bang, Bang! (You're Beautiful)
04. Sad Julia
05. Bad! Yeah, Bad!
06. 3rd Avenue Vampires
07. Mary, Queen Of The Rock
08. I Become Death
09. Angel
10. I Was A Teenage Hooker
11. Harlot Of The Flies
Was hatten Konzeptalben und amerikanischer Sleaze-/Glamrock bisher gemeinsam? Nicht viel möchte man meinen. Ganz anders sieht es bei den CRASH STREET KIDS aus, deren erste drei Alben eine Trilogie bilden und deren viertes Album in dieser Tradition ebenfalls als Konzeptalbum zu sehen ist. Es wird die Geschichte zweier Ausreißer erzählt, die sich auf der Straße verlieben und im Bonnie und Clyde Stil ihr Leben von einem Tag auf den anderen neu definieren.
Beginnend mit dem Titeltrack zeigen die Mannen um Fronter Ryan McKay, dass sie in der Lage sind, eingängige Songs zu schreiben, die den gute Laune Pegel auch sofort anheben können. Das folgende "Asylum" weiß dann mit starken Referenzen aus den 70er Jahren aufzuwarten und klingt leider irgendwie angestaubt. Trotzdem kein schlechtes Lied. Mehr Spaß hatte ich dann bei "Bang, Bang! (You're Beautiful)", welches mit den starken Stücken der ROLLING STONES durchaus mithalten kann. Ich weiß, diese Aussage ist etwas gewagt, doch ich stehe dazu. Mit "Sad Julia" folgt ein weiteres Highlight, ehe "Bad! Yeah, Bad!" eher Sleaze Standardkost zu bieten hat. Mit der Ballade "3rd Avenue Vampires" endet dann auch Act 1 des Albums und beweist, dass bei den CRASH STREET KIDS Abwechslung groß geschrieben wird. Mit dem fröhlichen Rocker "Mary, Queen Of The Rock" steht ein weiterer Hit auf der Habenseite, ehe sich das Album dann allmählich dem Ende nähert und mit den letzten beiden Stücken "I Was A Teenage Hooker" und "Harlot Of The Flies" zwei Seventies Rock Stücke der überflüssigen Art bereit hält.
Trotzdem konnten mich die Amis überzeugen, da "Sweet Creatures" meine erste Begegnung mit ihnen darstellte, da die Hitdichte auf dem Album schon erstaunlich hoch ist und der starke Seventies Einschlag sie doch von vielen ähnlich gelagerten Kapellen unterscheidet. Für Album Nummer 5 würde ich mir eine etwas druckvollere Produktion wünschen und eben die beiden Ausfälle am Schluß durch bessere Stücke ersetzt und die Wertung könnte sich dann schon fast in den 9er Bereich bewegen.
Markus
Samstag, 4. August 2012
Loverboy - Rock N Roll Revival
Interpret : Loverboy
Titel : Rock N Roll Revival
Veröffentlichung : 24.08.2012
Spielzeit : 58:44 min
Plattenfirma: Frontiers Records
Homepage: www.loverboyband.com/home.html
WERTUNG: 7 von 10
Tracklist:
01. Rock ‘n’ Roll Revival
02. No Tomorrow
03. Heartbreaker
04. Turn Me Loose
05. Working For The Weekend
06. Lovin’ Every Minute Of It
07. The Kid Is Hot Tonight
08. Lucky Ones
09. Always On My Mind
10. Queen Of The Broken Hearts
11. When It’s Over
12. Hot Girls In Love
"Just Gettin Started" war 2007 das Comebackalbum der Kanadischen Jungs um Mike Reno und was war das für eine geile Scheibe, die sich auf Augenhöhe mit ihren 80er Klassikern befand. Im Melodicrock heutzutage eher eine Ausnahme, so einen modernen Klassiker herauszubringen. 5 lange Jahre später gibt es Neues von Loverboy, wobei ein Blick auf die Tracklist gleich für Ernüchterung sorgt: Lediglich ganze drei (!!) neue Songs gibt es, beim Rest handelt es sich um 2012 neu eingespielte Bandklassiker. Dies scheint sich in letzter Zeit immer mehr zu verbreiten, wobei man es businesstechnisch nachvollziehen kann: Meist haben die Bands früher ihre Rechte an die Plattenfirma abgetreten, die mit Re-Issues noch ganz gutes Geld machen, aber von dem die Band meist nichts und nur sehr wenig sieht. Die Lösung heißt dann, die alten Tracks neu aufnehmen, um sie dann in dieser Version selber vermarkten zu können. Soweit so gut, aber ich habe noch niemanden gefunden, der statt der alten Klassiker dann die Neuaufnahmen besser findet. So ist dies auch im Falle Loverboy erwartungsgemäß.
Doch der Reihe nach: Die neuen Tracks "Rock N Roll Revival", "No Tomorrow" sowie "Heartbreaker" wurden mit Producerlegende Bob Rock (der ja auch bei den alten Scheiben zusammen mit Bruce Fairbairn die Hand im Spiel hatte) aufgenommen und stehen den Songs des besagten Comebackalbums wahrlich in nichts nach. Mike Reno hat das Songwriting immer noch drauf und auch seine Stimme ist noch in erstaunlich guter Form. Erst kürzlich hat der gute über 50 Pfund abgenommen und ist auch körperlich wieder in guter Verfassung. Ich hoffe es liegt nur an meiner (MP3-)Vorabversion, aber der Sound ist sehr grenzwertig und irgendwie flach und das Becken der Drums zischt wie Sau. Das kann an sich keine Bob-Rock Produktion sein, der ja bekannt ist für seine tadellose Produzentenarbeit ("St. Anger" mal nicht mitgezählt!). Die Songs sind jedenfalls klasse, umso schmerzlicher ist dann die Tatsache dass kein "richtig" neues komplettes Loverboy Album vorliegt. Sehr sehr schade.
Zu den Re-Recordings: Wie oben schon geschrieben kann ich es aus Bandsicht nachvollziehen, jedoch haben die Songs eben leider nicht mehr den jugendlichen Charme der Originalaufnahmen. Das fängt beim Sound an und hört bei der Leidenschaft der Aufnahmen auf, die hier bei weitem nicht mehr so frisch und unverbraucht rüberkommen wie eben 20 und mehr Jahre früher. Da hätte ich mir dann lieber noch eine aktuelle Livescheibe gewünscht als das Covern der eigenen Songs. Da kann man als Band nur verlieren. Die Songs selber sind ja allesamt a, da braucht man gar nicht großartig darüber zu diskutieren, aber manches klingt doch arg lahm im Vergleich zum genialen Original. Als Beispiel sei "Turn Me Loose" genannt, welches in der Neuversion irgendwie richtig schlapp klingt, weil es auch langsamer eingespielt wurde. Unverständlich wie ich finde. Den Rest hört man sich ein- bis zweimal an um sich dann wieder auf das Original zu beschränken. Wer die Originale nicht kennt (aber gibts da jemanden ??), der wird eventuell mehr angetan sein von dem Album. So bleibt für mich ein etwas schaler Nachgeschmack, dass eine tolle Truppe wie Loverboy in 5 Jahren gerade mal 3 neue (gute) Songs schafft und sich ansonsten auf das Nachträllern ihrer alten Klassiker beschränkt. Nach "old Europe" werden es die Jungs ja eh wieder nicht schaffen, da es lukrativer ist in den USA zu touren (derzeit zusammen mit Journey und Pat Benatar für ca. 60 Shows - die Amis haben es wirklich gut!). Wenn die Zukunft der Rockmusik sich nur noch darauf beschränkt, eigene Hits nachzuspielen (Kiss und Def Leppard fallen mir da aktuell auch noch ein mit relativ sinnfreien Veröffentlichungen) dann siehts künftig wirklich düster aus leider.
So ergibt sich eine einfache Gleichung: Die drei neuen Songs ergeben eine 9, die Neueinspielungen eine 5, macht per Saldo gerade mal so eine 7. Bitte ein volles Album nachschieben Leute !!!
Wigelius - Reinventions
Interpret : Wigelius
Titel : Reinventions
Veröffentlichung : 29.06.2012
Spielzeit : 45:46 min
Plattenfirma: Frontiers Records
Homepage: www.wigelius.net
WERTUNG: 6 von 10
Tracklist:
01. Angeline
02. Talking About Love
03. Do You Really Know
04. Next To Me
05. My Cassandra
06. Piece Of The Action
07. Too Young To Fall In Love
08. Right Here, Right Now
09. Love Can Be That Much
10. Hold On To Love
11. There Is No Me Without You
12. I Reach Out
Wenn eine Scheibe "Reinventions" heißt erwartet man ja an sich bahnbrechende Musik, wobei diese im Falle von Melodicrock in den letzten Jahren allgemein eher stagniert, zeichnet sich diese Musikrichtung in letzter Zeit meist nur noch durch Verwalten und Kopieren aus und die Vorwürfe der AOR/Melodicrock-Gegner, dass es sich hierbei lediglich um "Music from the Past" handelt kann man immer schwerer entkräften. Frontiers sind zwar die Melodic Rock Plattenfirma schlechthin, aber ob alle Veröffentlichungen notwendig sind, wage ich mal zu bezweifeln. Auch mit "Wigelius" ist das so ein zweischneidiges Schwert. Die Band (immerhin mal eine Band und kein Retortenprodukt!) hat ihren Namen vom Vocalisten Anders Wigelius, der im Schwedischen TV einmal "Don't Stop Believin" von Journey zum Besten gegeben hat. Wer dies ansehen will (und eine blonde hysterische Moderatorin dazu) klickt auf http://www.youtube.com/watch?v=YDeVbz3Pbcg. Nunja - nicht gerade eine Weltklasseperformance ehrlich gesagt aber der Junge ist sympathisch.
Der gut 20jährige kommt nun also mit seiner Debut CD um die Ecke. Leider muss man sagen, dass es sich hierbei um AOR/Melodicrock nach Zahlen handelt. Es gibt den "Song mit Frauennamen" ("Angeline" als Opener, der auch noch recht flott rockt), die "To Be With You"-Variante ("Love Can Be That Much"), die "Wie schreibe ich eine kitschige Ballade, die selbst alles Schlimme von Bon Jovi in den Schatten stellt" ("There is No Me Without You" ist einfach grauenvoll kitschig, da würde selbst Florian Silbereisen das Haus rocken dagegen). Die flotten Tracks sind meist als "nett" zu bezeichnen wie z.B. "Do You Really Know", bei dem aber (wie meist auf dem Silberling) die Gitarren sehr weit in den Hintergrund gemixt werden, um ja nicht wehzutun. Das ist mir irgendwie alles zu klebrig und süsslich. Die Melodien mancher Songs sind Eurovision-Contest-würdig, was ich nun auch nicht als positiv deuten würde. Ab und an gibt es positive Ausreißer nach oben wie "Piece Of The Action", wo auch mal härter gerockt wird. Aber das sind dann doch eher die Ausnahmen
Die großen Höhepunkte kann ich hier leider Gottes nicht ausmachen, alles klingt irgendwie zu gleich- und stormlinienförmig, so dass man keine große Lust auf eine Wiederholung eines Hördurchgangs hat. Auf der Habenseite ist die gute Produktion zu nennen (wenn auch für meinen Geschmack, wie bereits angesprochen, etwas arg glatt), für deren Mastering Harem Scarem's Harry Hess verantwortlich zeichnet. Absolute AOR-Fanatiker werden sicherlich ihren Gefallen an der Scheibe finden. Die musikalischen Fähigkeiten sind durchaus vorhanden und die Scheibe hat auch irgendwie ihren Charme. Mir ist das Ganze aber leider etwas zu brav und monoton, so dass ich leider nicht mehr wie wohlwollende 6 Punkte vergeben kann. Der Titel der Scheibe ist jedenfalls eher ironisch zu verstehen oder habe ich den Witz nicht verstanden ?
Donnerstag, 2. August 2012
B.I.T.E - Rock Into The Night
Band: B.I.T.E
Album: Rock Into The Night
Spielzeit: 35:50 min.
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 01.02.2012
Homepage: https://www.facebook.com/Official.BITE
WERTUNG: 9 von 10
Tracklist:
ROCK INTO THE NIGHT
TAKE ME HIGHER
I STILL LOVE YOU
DIRTY SICK VICE
BURNING MY HEART
RAINBOW IN THE SKY
DREAMING OF LOVE
SEE YOU WILD
ROCK PRIDE
Fleißige Leser, die auch unsere Facebook-Einträge verfolgen, wird der Name B.I.T.E bekannt vorkommen. Ich habe das Debütalbum, welches als "pay what you want album" auf der offiziellen Bandcamp-Site angeboten wird, vor ca. 2 Wochen vorgestellt. Hier das offizielle Statement der Band zum Download:
Mit "Rock Into The Night" lassen die 4 Brasilianer, aus Sao Paulo, ein mächtiges Stück '80er Jahre Hardrock auf die Musikwelt los. Dieser begeistert mit ins Ohr einschmeichelnden Chören/Refrains, starken Hooklines und ausgefeilten Arrangements und man kann mit gutem Gewissen sagen, dass es sich hierbei um ein sehr starkes Release handelt, welches jeden Fan von DEF LEPPARD, BON JOVI, POISON und MÖTLEY CRÜE ansprechen sollte. Es ist eine riesige SCHANDE, dass eine so talentierte und hoffnungsvolle Band noch keinen Deal an Land ziehen konnte und somit dazu verdammt ist, ganz, ganz kleine Brötchen zu backen.
Gegründet hat sich die Formation erst letztes Jahr (!) und der Erstling wurde am 1. Februar 2012 veröffentlicht (!!). Von der eigentlichen Band-Konstellation sind inzwischen nur noch Bassist Lance Lynxx und Gitarrist Lizzy Louiz dabei. Sänger Elvis B., der "Rock Into The Night" eingesungen hat, wurde durch Luke Liger ersetzt und Vikki Spärkz ist, als regulärer Drummer, neu dazu gekommen. Für das Schlagzeugspiel war Rodrigo "Tito" Falaschi (u. a. ALMAH, ANGRA) zuständig, der auch gleich die Produktion übernahm.
Musikalisch und gesanglich bietet die Band eine wirklich erstklassige und professionelle Leistung, welche ganz locker, mit der von international erfolgreichen Bands, mithalten kann. Elvis klarer, mittelhoher Gesang ist sehr variabel. Seine Stimme überzeugt bei den Rockern und auch beim seichten Material. Ich finde sein Organ einfach optimal für diesen Sound und es ist schade, dass er nicht mehr Bestandteil der Band ist - ohne die Hintergründe zu kennen. Richtig begeistert bin ich vom Gitarristen Lizzy. Sein melodisches Spiel ist schön kraftvoll und seine Soli können Akzente setzen. Auch die Rhythmustruppe geht sehr ordentlich zu Werke. Hier stimmt also alles.
Songwriterisch haben die Herren auch alles richtig gemacht. Melodische, einprägsame Songstrukturen gepaart mit Power, mehrstimmigen Chören und Ohrwurm verdächtigen Refrains tummeln sich nur so auf dem Album. Ich bin wirklich verdammt überrascht, wie stark doch das Material ausgefallen ist und mit was für einer Professionalität die Songs komponiert worden sind. Es gibt keinen einzigen Ausfall!
Das Titelstück eröffnet den musikalischen Reigen und erweist sich als würdiger Opener. Es wird klassischer US Hardrock, mit einer sehr coolen, ins Ohr gehende Melodie geboten, welcher wie eine Mischung aus DOKKEN und DEF LEPPARD klingt. Lizzy's Gitarrenspiel fällt sofort auf und auch sein, leider viel zu kurzes, Solo gefällt mir sehr gut. Noch etwas kerniger agiert die Band bei dem ersten Highlight "Take Me Higher". Hier passt einfach alles zusammen. Eine powervoll spielende Rhythmusfraktion, eine hervorragende, melodische Gitarrenarbeit, ein Sänger, der eine sehr gute Gesangsleistung abliefert, machen diesen melodischen und kraftvollen Rocker einfach unwiderstehlich. Danach folgt die Ballade "I Still Love You" und zeigt die Band von ihrer sanften Seite. Sie klingt typisch nach '80er Stuff und erinnert mich ein bisschen an eine Mischung aus SLAUGHTER/BON JOVI. Der Sleazer "Dirty Sick Vice" ist einfach eine herrliche coole Nummer und wird sensationell gut dargeboten. Die Gitarre versprüht einen Hauch von Dreck, Elvis singt lässig und relaxt und der Refrain frisst sich im Ohr fest. Ganz klar das zweite Highlight der Scheibe. Die nächste Nummer "Burning My Heart" ist ein melodischer Rocker und lässt einen einfach nicht mehr los. Schon wieder ist es der Refrain, der einen gefangen nimmt. Sehr starker Song und damit Highlight Nummero 3. Bei "Rainbow In The Sky" wird die akustische Gitarre ausgepackt und begleitet den Sänger durch die Nummer. Ein typischer Lagerfeuer-Song. Zwar nicht schlecht, aber er ist nicht mein Geschmack. Mit viel Schmackes kommt der Song "Dreaming Of Love" aus den Boxen. Der Song ist ein richtiger Hardrocker mit einer tollen Melodie und wohl dem besten Gesang von Elvis. Noch ein Brikett legen sie bei "See You Wild" nach. Was für ein geiler Chor und Refrain! Über die Leistung von Lizzy habe ich schon genug Worte verloren und jetzt fällt mir auch nichts mehr zum sänger, Bassisten und Drummer ein! SChWEINEGEILER US HAIR METAL, wie ihn die Vorbilder nicht besser hinbekommen würden. Absoluter Überflieger der Scheibe!!! "Rock Pride" - dito! Die Platte ist am Schluss angekommen und ich bin total fertig! Mensch, was habe ich die Scheibe genossen!!
Alle Fans des melodischen Hardrock/Hair Metal sollten hier unbedingt zugreifen!
B.I.T.E spielen so manche etablierte Band an die Wand und wenn sie weiterhin dieses Niveau halten können, werden die mal eine richtig große Nummer im internationalen Geschäft - da wette ich mein linkes Ei drauf!!
Ich kann einfach nicht anders und muss, für das durchgehend geile "Rock Into The Night", eine überragende 9 Punkte Wertung vornehmen.
Macht euch selbst ein Geschenk und gönnt euch das Album. Ihr werdet es nicht bereuen!
Hier könnt ihr in den Silberling reinhören und ihn euch auch gleich downloaden. Falls ihr etwas spenden wollt, freut sich die Band sicherlich darüber.
Götz
Album: Rock Into The Night
Spielzeit: 35:50 min.
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 01.02.2012
Homepage: https://www.facebook.com/Official.BITE
WERTUNG: 9 von 10
Tracklist:
ROCK INTO THE NIGHT
TAKE ME HIGHER
I STILL LOVE YOU
DIRTY SICK VICE
BURNING MY HEART
RAINBOW IN THE SKY
DREAMING OF LOVE
SEE YOU WILD
ROCK PRIDE
Fleißige Leser, die auch unsere Facebook-Einträge verfolgen, wird der Name B.I.T.E bekannt vorkommen. Ich habe das Debütalbum, welches als "pay what you want album" auf der offiziellen Bandcamp-Site angeboten wird, vor ca. 2 Wochen vorgestellt. Hier das offizielle Statement der Band zum Download:
"For the FREE download, click BUY NOW and then put ZERO as the price. We would, however, be most thankful for any donations ;)(Quelle: http://officialbite.bandcamp.com/album/rock-into-the-night-free-download-pay-what-you-want)
Special thanks to all who also ordered the physical copy, we just can't mail those anymore due to legal issues, so we decided to put it out for free!"
Rock on!"
Mit "Rock Into The Night" lassen die 4 Brasilianer, aus Sao Paulo, ein mächtiges Stück '80er Jahre Hardrock auf die Musikwelt los. Dieser begeistert mit ins Ohr einschmeichelnden Chören/Refrains, starken Hooklines und ausgefeilten Arrangements und man kann mit gutem Gewissen sagen, dass es sich hierbei um ein sehr starkes Release handelt, welches jeden Fan von DEF LEPPARD, BON JOVI, POISON und MÖTLEY CRÜE ansprechen sollte. Es ist eine riesige SCHANDE, dass eine so talentierte und hoffnungsvolle Band noch keinen Deal an Land ziehen konnte und somit dazu verdammt ist, ganz, ganz kleine Brötchen zu backen.
Gegründet hat sich die Formation erst letztes Jahr (!) und der Erstling wurde am 1. Februar 2012 veröffentlicht (!!). Von der eigentlichen Band-Konstellation sind inzwischen nur noch Bassist Lance Lynxx und Gitarrist Lizzy Louiz dabei. Sänger Elvis B., der "Rock Into The Night" eingesungen hat, wurde durch Luke Liger ersetzt und Vikki Spärkz ist, als regulärer Drummer, neu dazu gekommen. Für das Schlagzeugspiel war Rodrigo "Tito" Falaschi (u. a. ALMAH, ANGRA) zuständig, der auch gleich die Produktion übernahm.
Musikalisch und gesanglich bietet die Band eine wirklich erstklassige und professionelle Leistung, welche ganz locker, mit der von international erfolgreichen Bands, mithalten kann. Elvis klarer, mittelhoher Gesang ist sehr variabel. Seine Stimme überzeugt bei den Rockern und auch beim seichten Material. Ich finde sein Organ einfach optimal für diesen Sound und es ist schade, dass er nicht mehr Bestandteil der Band ist - ohne die Hintergründe zu kennen. Richtig begeistert bin ich vom Gitarristen Lizzy. Sein melodisches Spiel ist schön kraftvoll und seine Soli können Akzente setzen. Auch die Rhythmustruppe geht sehr ordentlich zu Werke. Hier stimmt also alles.
Songwriterisch haben die Herren auch alles richtig gemacht. Melodische, einprägsame Songstrukturen gepaart mit Power, mehrstimmigen Chören und Ohrwurm verdächtigen Refrains tummeln sich nur so auf dem Album. Ich bin wirklich verdammt überrascht, wie stark doch das Material ausgefallen ist und mit was für einer Professionalität die Songs komponiert worden sind. Es gibt keinen einzigen Ausfall!
Das Titelstück eröffnet den musikalischen Reigen und erweist sich als würdiger Opener. Es wird klassischer US Hardrock, mit einer sehr coolen, ins Ohr gehende Melodie geboten, welcher wie eine Mischung aus DOKKEN und DEF LEPPARD klingt. Lizzy's Gitarrenspiel fällt sofort auf und auch sein, leider viel zu kurzes, Solo gefällt mir sehr gut. Noch etwas kerniger agiert die Band bei dem ersten Highlight "Take Me Higher". Hier passt einfach alles zusammen. Eine powervoll spielende Rhythmusfraktion, eine hervorragende, melodische Gitarrenarbeit, ein Sänger, der eine sehr gute Gesangsleistung abliefert, machen diesen melodischen und kraftvollen Rocker einfach unwiderstehlich. Danach folgt die Ballade "I Still Love You" und zeigt die Band von ihrer sanften Seite. Sie klingt typisch nach '80er Stuff und erinnert mich ein bisschen an eine Mischung aus SLAUGHTER/BON JOVI. Der Sleazer "Dirty Sick Vice" ist einfach eine herrliche coole Nummer und wird sensationell gut dargeboten. Die Gitarre versprüht einen Hauch von Dreck, Elvis singt lässig und relaxt und der Refrain frisst sich im Ohr fest. Ganz klar das zweite Highlight der Scheibe. Die nächste Nummer "Burning My Heart" ist ein melodischer Rocker und lässt einen einfach nicht mehr los. Schon wieder ist es der Refrain, der einen gefangen nimmt. Sehr starker Song und damit Highlight Nummero 3. Bei "Rainbow In The Sky" wird die akustische Gitarre ausgepackt und begleitet den Sänger durch die Nummer. Ein typischer Lagerfeuer-Song. Zwar nicht schlecht, aber er ist nicht mein Geschmack. Mit viel Schmackes kommt der Song "Dreaming Of Love" aus den Boxen. Der Song ist ein richtiger Hardrocker mit einer tollen Melodie und wohl dem besten Gesang von Elvis. Noch ein Brikett legen sie bei "See You Wild" nach. Was für ein geiler Chor und Refrain! Über die Leistung von Lizzy habe ich schon genug Worte verloren und jetzt fällt mir auch nichts mehr zum sänger, Bassisten und Drummer ein! SChWEINEGEILER US HAIR METAL, wie ihn die Vorbilder nicht besser hinbekommen würden. Absoluter Überflieger der Scheibe!!! "Rock Pride" - dito! Die Platte ist am Schluss angekommen und ich bin total fertig! Mensch, was habe ich die Scheibe genossen!!
Alle Fans des melodischen Hardrock/Hair Metal sollten hier unbedingt zugreifen!
B.I.T.E spielen so manche etablierte Band an die Wand und wenn sie weiterhin dieses Niveau halten können, werden die mal eine richtig große Nummer im internationalen Geschäft - da wette ich mein linkes Ei drauf!!
Ich kann einfach nicht anders und muss, für das durchgehend geile "Rock Into The Night", eine überragende 9 Punkte Wertung vornehmen.
Macht euch selbst ein Geschenk und gönnt euch das Album. Ihr werdet es nicht bereuen!
Hier könnt ihr in den Silberling reinhören und ihn euch auch gleich downloaden. Falls ihr etwas spenden wollt, freut sich die Band sicherlich darüber.
Götz
Mittwoch, 1. August 2012
Rush - Clockwork Angels
Interpret : Rush
Titel : Clockwork Angels
Veröffentlichung : 08.06.2012
Spielzeit : 66:01 min
Plattenfirma: Roadrunner Records (Warner)
Homepage : www.rush.com
WERTUNG: 9.5 von 10
Tracklist:
01 – Caravan
02 – BU2B
03 – Clockwork Angels
04 – The Anarchist
05 – Carnies
06 – Halo Effect
07 – Seven Cities of Gold
08 – The Wreckers
09 – Headlong Flight
10 – BU2B2
11 – Wish Them Well
12 – The Garden
5 Jahre seit der letzten Rush sind nun auch schon wieder ins Land gezogen. Aber um es vorwegzunehmen, die lange Wartezeit hat sich mehr als gelohnt. Rush haben sich auch deswegen viel Zeit gelassen, weil die Songs zum einen auf Tour geschrieben wurden und mit der grossen "Time Machine Tour" (auf der jeden Abend die gesamte, legendäre "Moving Pictures"-Scheibe performed wurde und von der es auch wieder eine äußerst gelungene DVD/BLURAY gibt!) in Amerika und Europa getourt wurde. Dabei gab es mit "Caravan" und "BU2B" bereits einen ersten Vorgeschmack auf die neuen Songs. Besagtes "Caravan" eröffnet das neue Rush-Opus und gibt gleich die Marschrichtung vor - eine mitreißende Melodie und ein knackiger, super transparenter Sound, der Referenzmaßstäbe für jede Anlage setzt. Überhaupt gilt für die gesamte Scheiblette, dass Rush erstmals seit langer Zeit wieder auf griffigere Chorusse und Hooklines setzen. So eingängig war schon lange keine Scheibe der Kanadier mehr. Durch manche der letzten Scheiben ("Vapour Trails" aus 2002 insbesondere, die ja auch durch den Mix verhunzt wurde und als Remix im Gespräch ist) musste man sich richtig durchkämpfen, ehe man sie letztlich doch gut fand, aber ich wüsste jetzt nicht viele Songs auswendig von diesen Platten ehrlich gesagt. Anders auf "Clockwork Angels", dort ist fast jeder Song für sich ein kleiner aber feiner Hit und man hat die Platte ziemlich schnell intus, jedoch ohne das Lanfgweile aufkommt, weil man trotz der Eingängigkeit bei jedem Hören neue Details entdeckt. Das bereits aus 2011 erhältliche "BU2B" hat nun ein neues Intro und kommt durch sein hartes Grundriff knackig rüber. Beim 7 1/2 minütigen (und damit längsten Stück) Titeltrack darf sich Neil Part wieder besonders gekonnt in Szene setzen, was er da an Breaks einbaut und spielt ist schlichtweg vom anderen Stern. "The Anarchist" und "Carnies" tönen locker flockig aus den Boxen und sind wie geschaffen für die Sommersaison. "Halo Effect" dann eher wieder ein härterer, schleppender Rocker. "Seven Cities Of Gold" packt einen wieder mit einem miteißenden Refrain ehe mit "The Wreckers" mein persönliches Highlight der Scheibe folgt. Das Stück ist mit Sicherheit das Eingängiste, was Rush seit ihrer 80er Jahre Synthie-Phase geschrieben haben und erinnert mich etwas an "Marathon" von "Power Windows" aus 1985 nur ohne Keys. Ein grandioses Stück Musik, einfach atemberaubend und mitreißend! "Headlong Flight" wiederum ist nach diesem Melodickracher ein eher düsteres Stück, welches für Rush-Verhältnisse einen sehr hohen Härtegrad hat. Mr. Lifeson darf sich hier rifftechnisch wild austoben. "BU2B2" ist lediglich ein Zwischenintro ehe es mit "Wish Them Well" und "The Garden" auf die Zielgerade geht. Ersteres zeichnet sich wieder durch einen eingängigen Chorus aus während "der Garten" die Scheibe balladesk und zum Schluss hin auch leicht bombastisch ausklingen lässt. Waren die letzten Scheiben durchaus hochwertig (welche Rush-Scheibe ist das nicht?) aber musste man sich diese dann doch zeitweise schönhören, so ist die neue Scheibe ein kleines Meisterwerk ohne jegliche Schwächen. Geddy Lee singt wie in besten Zeiten (wenn auch nicht mehr ganz so hoch, was ich nicht als negativ deute) und über die musikalischen Fähigkeiten von Alex Lifeson und Neil Peart zu diskutieren ist mehr als überflüssig. Wer es proggig aber auch eingängig mag, wird mit "Clockwork Angels" bestens bedient. Das tolle Artwork sowie das Gesamtkonzept (die Lyrics basieren auf einer von Neil Peart verfassten Kurzgeschichte und es soll hierzu auch bald ein komplettes Buch erscheinen) stimmen auch und wer ein richtiger Hardcore-Fan ist, der bestellt sich die englische "Classic Rock-Edition", da gibt es dann für fast keinen Aufpreis noch ein 120seitiges Heft mit informativen Reviews und aktuellen Interviews sowie einen schmucken Rush-Schlüsselanhänger sowie einen Link zu einem "Making Of.." -Video aus dem Studio. Good Value for Money!
Fazit: Kaufempfehlung hoch Drei!
Dienstag, 31. Juli 2012
Kissin Black - Ever Enough
Interpret : Kissin Black
Titel : Ever Enough
Veröffentlichung : 06.07.2012
Spielzeit : 15:39 min.
Plattenfirma: 7Hard
Homepage : www.kissinblack.ch
WERTUNG: 7 von 10
Tracklist:
1 Ever Enough
2 Magdalena Luna
3 Cut My Fingers
4 Without A Kiss
Kissin Black kommen aus der beschaulichen Schweiz und sind eher dem akustischem Rock zugetan. Nein, nicht nur Lagerfeuerromantik und Schrammelgitarre ist angesagt es wird auch mal die Elektrische eingestöpselt. Stilistisch irgendwie schwer einzuordnen wie ich finde, was aber im mancherorts allzu schubladenförmigen Einordnen von Musik nicht mal so schlecht ist. Die 4 Track EP beginnt mit einem Ohrwurm erster Güte namens "Never Enough", den man spätestens beim dritten Hören nicht mehr aus dem Gehörgang bekommt. Sehr gelungene Nummer, dazu ein Video und bisschen Promotion und fertig ist der Sommerhit (leider ist es manchmal aber nicht so einfach wie hier in der Theorie beschrieben)."Magdalena Luna" ist eine Spur ruhiger und langsamer und wird abermals getragen von den angenehm warmen (nicht falsch verstehen ;)) Stimme des Vocalisten. Die Pdf-Promo-Info sowie auch die Website und die myspace Seite sind sehr mau und wenig informativ Jungs, nicht mal die Namen der Bandmuitglieder bekommt man raus. Da besteht DRINGEND Abhilfebedarf. "Cut My Fingers" als Song drei zieht das Tempo wieder etwas an. Aber auch hier wieder mit eher akustischem Arrangement. Spielen können die Jungs jedenfalls, das merkt man ja bei einem akustischem Umfeld immer am ehesten. "Without A Kiss" beendet die Scheiblette mit einem Duett mit einer (ebenfalls unbekannten) Trällerelse, was nun nicht unbedingt meinen Geschmack trifft aber auch nicht weiter negativ ins Gewicht fällt. Die 4Track-EP ist durchaus als gelungen zu betrachten. Lt. Infosheet sollen die Jungs live der Hammer sein. Ob das ganze auf Langdistanz auch das Interesse hält bleibt jedoch abzuwarten. Denn ab und an würde man sich doch eine gewisse Portion mehr Härte und Aggressivität wünschen. Aber ich lasse mich gerne überraschen. Ich wünsche den Jungs alles Gute für die Zukunft - und gebt mal mehr über Euch preis! Das Cover allerdings ist extrem sexy und mich würde als alter Macho die Dame mal in Natura (zumindetst auf einem Foto) interessieren. Aber das nur nebenbei ;)
Martin
Sonntag, 29. Juli 2012
Lutz Rahn - Solo Trip
Interpret : Lutz Rahn
Titel : Solo Trip
Veröffentlichung : 27.07.2012
Spielzeit : 29:04 min.
Homepage : www.mig-music.de
Titel : Solo Trip
Veröffentlichung : 27.07.2012
Spielzeit : 29:04 min.
Homepage : www.mig-music.de
Wertung: 6 von 10 Punkten
O.K., machen wir uns nichts vor. Anhänger gitarrenorientierter Rockmusik werden mit dieser Platte vermutlich ihre Schwierigkeiten haben. Freunde elektronischer Klänge hingegen sollten in jedem Fall weiterlesen.
Lutz Rahn, Tastenmann von Novalis, spielte bereits 1978 sein bisher einziges Solo Album ein, welches seinerzeit in der Fachwelt durchaus Anklang fand, zum gesuchten Sammlerstück avancierte und auch heute, ein Vierteljahrundert später neu aufgelegt, einige Käufer finden wird.
Die Songs:
- Solo-Trip
- Yeti
- Galaxy Taxi
- September
- Dracula's Kuss
- Jubel-Trubel
- Minuetta
- Ausklang
Bereits der schlichte aber zutreffende Titel des knapp 26-minütigen Klangwerks, SOLO TRIP genannt, lässt erahnen um was es hier geht. Rahn sagte selbst:
"Es ist schlicht eine Sammlung instrumentaler Ideen und Gedanken. Ideen, die mich begeistert haben. Außerdem wollte ich darauf, ohne auf irgendwelche Bandmitglieder Rücksicht nehmen zu müssen, meine damals aktuellsten elektronischen Instrumente und Geräte ausprobieren"
Ich darf zugeben dass ich zunächst "überrascht" war von dem Ergebnis dieser Arbeit, Rahn möge es mir verzeihen, jedoch kommt SOLO TRIP für meine Ohren erstmal recht altbacken bzw. hölzern daher. Sicher, es ist zu berücksichtigen daß wir vom Jahr 1978 sprechen und viele Ideen Rahns weitaus älter sind. Ausserdem hängen die Möglichkeiten der Musiker aus der Elektronik-Branche stark von ihrem technischem Equipment ab. Somit muss eine Produktion die ein Vierteljahrundert her ist anders klingen als heute. Dass Rahn es jedoch verstand einen Haufen Elektronik, Sequenzer und Knöpfe zu bändigen (hört auch das ungeübte Ohr) sollte hier nicht verschwiegen werden.
Zeitweise erinnert mich das Gehörte an den allseits bekannten Jean-Michel Jarre, doch hatte Rahn ja seine Ideen bereits Jahre vorher, somit werde ich es nicht wagen zu spekulieren wer von wem beeinflusst worden sein könnte. Ein Einfluss dürften sicher Kraftwerk, Klaus Schulze oder Vangelis gewesen sein, auch wenn seine Kompositionen im Vergleich zu deren Meisterwerken aus jener Zeit ein wenig abfallen.
Aber das schöne an SOLO TRIP ist dass die Songs sich mit jedem Durchlauf weiter entfalten. Lutz Rahn hat ein Gefühl für Melodien und Groove und hat es geschafft eine interessante Atmosphäre auf Albumlänge zu bringen. SOLO TRIP ist eine absolut authentische Platte d.h. sie hört sich eigenständig an und wirkt in keinem Moment abgekupfert, allenfalls sind o.g. Einflüsse zu bemerken.
Mich würde durchaus interessieren was Herr Rahn heute so macht bzw. wie sich ein vergleichbares Album mit heutigen Möglichkeiten von ihm anhören würde. Und so keimt natürlich Hoffnung auf wenn er sagt: "In der letzten Zeit denke ich immer öfter über so etwas wie ein "Novalis-Projekt" nach, mit verschiedenen Sängern und Musikern. Sollte das funktionieren, wäre das in der Tat mein "Solo-Trip", Part 2...
Also, Herr Rahn, wir nehmen Sie beim Wort.
Helldorados - Helldorados
Band: Helldorados
Album: Helldorados
Spielzeit: 41:41 min.
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 13.07.2012
Homepage: http://www.helldorados.com/
WERTUNG: 7 von 10
Tracklist:
In The Beginning
Never Gonna Stop
You Live You Learn You Die
Go To Hell
Changes
Shout
Hunter
Double Dealer
Gone
Torture
Girls
Got Laid
HELLDORADOS ... irgendwie lässt mich der Bandname nicht mehr los! Den kenn ich doch ... ich habe doch 100%ig Material von denen auf meiner Festplatte. Mal einen Suchdurchlauf gestartet und auch gleich 2 Treffer. Das Album "Just Rock" (2008) und die selbst betitelte EP (2006) wurden als Ergebnis ausgespuckt und so langsam wusste ich auch wieder, warum mir die Band so bekannt vorkam. Die Band präsentierte sich eine Zeit lang auf Jamendo und so kam ich mit ihr in Berührung.
Die HELLDORADOS bezeichnen ihre Musik als Sleaze Rock und das kann ich so auch unterschreiben. Letztes Jahr brachten die Schwaben eine 4 Track Promo CD heraus und angelten sich, vor einigen Monaten, einen Deal mit Massacre Records. Alle 4 Songs sind auch auf dem vorliegenden Silberling enthalten.
Die Band besteht aus:
Pierre - Gesang
Steve - Gitarre
Gunnar - Bass
Chris - Schlagzeug
Gegenüber der 2006 erschienenen EP und dem damaligen Debüt stellt der Label-Neuanfang eine riesige Weiterentwicklung dar. Die Buben sind als Songwriter und Musiker gewachsen und liefern, mit dem Album, ein durchaus hörbares Produkt ab.
HELLDORADOS klingen, heutzutage, um ein vielfaches professioneller und die Instrumentierung bewegt sich auf einem angnehm soliden Level. Pierre zeigt sich sehr wandlungsfähig und sorgt dadurch für einiges an Abwechslung. Richtig gut gefällt mir sein Gesang bei der saustarken und klischeefreien Ballade "Changes".
Auch wenn ich der Band einen großen Schritt in die richtige Richtung attestiere und sie stark an ihrem Können als Komponisten gearbeitet haben, liegt hier die Krux. An manchen Stellen wirkt das Material zu verkrampft und zu inszeniert, dadurch kommt mir das Endresultat, an manchen Stellen, einfach zu künstlich vor. Des weiteren haben sich zwei bis drei Filler auf das Album gemogelt. "Helldorados" ist zwar ein gutes Album, aber ich bezweifle, dass diese Leistung, für mehr als einem nationalen Achtungserfolg, ausreicht.
Nach einem, etwas langatmigen Intro, welches in einem herzhaften Rotzer sein Finale findet, startet der Rundling vielversprechend durch. "Never Gonna Stop" rockt gnadenlos straight und flott durch die Boxen und irgendwie erinnert mich der Refrain und einige Passagen an BAD RELIGION. Mir gefällt der Abgeh-Rocker recht gut. "Go To Hell" macht keine Gefangene und die Band brettert sich sehr spielfreudig durch die Nummer. Der Refrain bleibt recht schnell im Gehörgang kleben, nur die modern gehaltene "Spoken Word - Einlage" empfinde ich als vollkommen deplaziert. Anschliessend folgt das, von mir oben erwähnte, "Changes". Die Nummer ist einfach wunderschön arrangiert und kommt, ohne viel Firlefanz, auf den Punkt. Die Streichersamples sind genau richtig eingesetzt und die Nummer nimmt genau dann an Tempo zu, wo man es auch erwartet. Aufgrund des wirklich starken Endteil, ist die Nummer ganz klar das Highlight der Platte. "Hunter" ist ein Riff-Rocker, welcher, vom Anfangsrhythmus, von jeder AC/DC stammen könnte und im Verlauf an Eigenständigkeit dazu gewinnt. Mit "Double Dealer" gibt es richtig schön was auf die Ohren. Sie lassen den Punk Rock Hammer mal raus und gehen sehr spielfreudig an die Sache heran. Die Jungs erinnern wieder an BAD RELIGION und dieser Sound steht ihnen wirklich gut. Kurz vor der Diabetes stehe ich beim Hören von "Gone". Der Song passt überhaupt nicht zur Band. Zuckersüß und künstlich arrangierter Balladen - Stuff, durch den sich die Band eher durchkrampft als durchspielt. Totales Lowlight. "Torture" ist ein aggressiver Rocker, der aber ein bisschen die Orientierung verliert. Er springt zwischen grundsolider Härte, moderne Einschübe und melodischen Parts Ping-Pong und lässt einen Zuhörer, mit einem riesigen Fragezeichen im Gesicht, zurück. Zwar ist die Nummer nicht schlecht, aber schon gewöhnungsbedürftig. Zum Abschluß gibt es eine richtig coole Glam Rock Nummer mit viel Melodie, einem einfallsreichen Refrain und einer starken Instrumentierung. "Got Laid" stimmt mich versöhnlich.
Teilweise bietet "Helldorados" richtig unterhaltsames Material, was meiner Meinung nach, aber noch zu rar gesät ist, um absolut überzeugen zu können.
Wer auf nationale Glam/Sleaze Bands steht und diese gerne supportet, sollte sich dann auch die HELLDORADOS anhören, denn schlecht sind sie nicht. Es reicht halt noch nicht, um ganz oben mit zuspielen, aber das kann ja noch kommen.
Hauchdünne 7 Punkte finde ich, für die momentane Leistung, angemessen und drücke der Band, für die Zukunft, die Daumen.
Götz
Album: Helldorados
Spielzeit: 41:41 min.
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 13.07.2012
Homepage: http://www.helldorados.com/
WERTUNG: 7 von 10
Tracklist:
In The Beginning
Never Gonna Stop
You Live You Learn You Die
Go To Hell
Changes
Shout
Hunter
Double Dealer
Gone
Torture
Girls
Got Laid
HELLDORADOS ... irgendwie lässt mich der Bandname nicht mehr los! Den kenn ich doch ... ich habe doch 100%ig Material von denen auf meiner Festplatte. Mal einen Suchdurchlauf gestartet und auch gleich 2 Treffer. Das Album "Just Rock" (2008) und die selbst betitelte EP (2006) wurden als Ergebnis ausgespuckt und so langsam wusste ich auch wieder, warum mir die Band so bekannt vorkam. Die Band präsentierte sich eine Zeit lang auf Jamendo und so kam ich mit ihr in Berührung.
Die HELLDORADOS bezeichnen ihre Musik als Sleaze Rock und das kann ich so auch unterschreiben. Letztes Jahr brachten die Schwaben eine 4 Track Promo CD heraus und angelten sich, vor einigen Monaten, einen Deal mit Massacre Records. Alle 4 Songs sind auch auf dem vorliegenden Silberling enthalten.
Die Band besteht aus:
Pierre - Gesang
Steve - Gitarre
Gunnar - Bass
Chris - Schlagzeug
Gegenüber der 2006 erschienenen EP und dem damaligen Debüt stellt der Label-Neuanfang eine riesige Weiterentwicklung dar. Die Buben sind als Songwriter und Musiker gewachsen und liefern, mit dem Album, ein durchaus hörbares Produkt ab.
HELLDORADOS klingen, heutzutage, um ein vielfaches professioneller und die Instrumentierung bewegt sich auf einem angnehm soliden Level. Pierre zeigt sich sehr wandlungsfähig und sorgt dadurch für einiges an Abwechslung. Richtig gut gefällt mir sein Gesang bei der saustarken und klischeefreien Ballade "Changes".
Auch wenn ich der Band einen großen Schritt in die richtige Richtung attestiere und sie stark an ihrem Können als Komponisten gearbeitet haben, liegt hier die Krux. An manchen Stellen wirkt das Material zu verkrampft und zu inszeniert, dadurch kommt mir das Endresultat, an manchen Stellen, einfach zu künstlich vor. Des weiteren haben sich zwei bis drei Filler auf das Album gemogelt. "Helldorados" ist zwar ein gutes Album, aber ich bezweifle, dass diese Leistung, für mehr als einem nationalen Achtungserfolg, ausreicht.
Nach einem, etwas langatmigen Intro, welches in einem herzhaften Rotzer sein Finale findet, startet der Rundling vielversprechend durch. "Never Gonna Stop" rockt gnadenlos straight und flott durch die Boxen und irgendwie erinnert mich der Refrain und einige Passagen an BAD RELIGION. Mir gefällt der Abgeh-Rocker recht gut. "Go To Hell" macht keine Gefangene und die Band brettert sich sehr spielfreudig durch die Nummer. Der Refrain bleibt recht schnell im Gehörgang kleben, nur die modern gehaltene "Spoken Word - Einlage" empfinde ich als vollkommen deplaziert. Anschliessend folgt das, von mir oben erwähnte, "Changes". Die Nummer ist einfach wunderschön arrangiert und kommt, ohne viel Firlefanz, auf den Punkt. Die Streichersamples sind genau richtig eingesetzt und die Nummer nimmt genau dann an Tempo zu, wo man es auch erwartet. Aufgrund des wirklich starken Endteil, ist die Nummer ganz klar das Highlight der Platte. "Hunter" ist ein Riff-Rocker, welcher, vom Anfangsrhythmus, von jeder AC/DC stammen könnte und im Verlauf an Eigenständigkeit dazu gewinnt. Mit "Double Dealer" gibt es richtig schön was auf die Ohren. Sie lassen den Punk Rock Hammer mal raus und gehen sehr spielfreudig an die Sache heran. Die Jungs erinnern wieder an BAD RELIGION und dieser Sound steht ihnen wirklich gut. Kurz vor der Diabetes stehe ich beim Hören von "Gone". Der Song passt überhaupt nicht zur Band. Zuckersüß und künstlich arrangierter Balladen - Stuff, durch den sich die Band eher durchkrampft als durchspielt. Totales Lowlight. "Torture" ist ein aggressiver Rocker, der aber ein bisschen die Orientierung verliert. Er springt zwischen grundsolider Härte, moderne Einschübe und melodischen Parts Ping-Pong und lässt einen Zuhörer, mit einem riesigen Fragezeichen im Gesicht, zurück. Zwar ist die Nummer nicht schlecht, aber schon gewöhnungsbedürftig. Zum Abschluß gibt es eine richtig coole Glam Rock Nummer mit viel Melodie, einem einfallsreichen Refrain und einer starken Instrumentierung. "Got Laid" stimmt mich versöhnlich.
Teilweise bietet "Helldorados" richtig unterhaltsames Material, was meiner Meinung nach, aber noch zu rar gesät ist, um absolut überzeugen zu können.
Wer auf nationale Glam/Sleaze Bands steht und diese gerne supportet, sollte sich dann auch die HELLDORADOS anhören, denn schlecht sind sie nicht. Es reicht halt noch nicht, um ganz oben mit zuspielen, aber das kann ja noch kommen.
Hauchdünne 7 Punkte finde ich, für die momentane Leistung, angemessen und drücke der Band, für die Zukunft, die Daumen.
Götz
Julian Angel's Beautiful Beast - Adult Oriented Candy
Band: Julian Angel's Beautiful Beast
Album: Adult Oriented Candy
Spielzeit: 46:33 min.
Plattenfirma: G.T.O. Entertainment
Veröffentlichung: 05.04.2011
Homepage: http://www.beautifulbeastrock.com
WERTUNG: 9 von 10
Tracklist:
Showdown
Do You Want It
Ride With The Wild One
Tokyo Nights
Juvenile Affair
Oh Valerie
Save My Heart
Rock All Arenas (Born To Rock)
Wild Tonight
Still I Dream Of You
Singer And Guitarist In A Hair Band
Dat gibbet doch net! Da erschien letztes Jahr, m.M.n, eines der besten Hair Metal/Melodic Rock/Party Rock Scheibchen und wurde von uns nicht besprochen! Und das schlimme ist, ich hatte es eigentlich auf dem Radar und wollte es mir unbedingt kaufen. Erst Monate später hatte ich dann zugegriffen, aber in meinem Alter vergisst man so manches ... und die Rezi ist nie erfolgt :-/. Es wäre viel zu schade, dass das Debüt von BEAUTIFUL BEAST, unerwähnt bliebe, auch wenn schon sehr bald (6. August), das zweite Album "California Suntan" erscheint.
"Adult Oriented Candy" steckt knietief in den spät '80er Jahre und bietet 11 mal typischen US Glam/Hardrock, wie ihn DOKKEN, POISON, DEF LEPPARD, MÖTLEY CRÜE, AUTOGRAPH etc., auf dem Speiseplan stehen hatten. Die Herren gehen mit so einer gehörigen Portion Feuer und Spielfreude ans Werk, als ob sie noch nie eine andere Art von Musik gespielt hätten und wissen richtig zu begeistern.
BEAUTIFUL BEAST sind keine Grünschnäbel mehr und tummeln sich schon seit einigen Jahren in der nationalen Musikerszene herum. Der Kopf, hinter der Band (Project), ist ein gewisser Julian Lieb (Künstlername JULIAN ANGEL, Gesang und Gitarre), der die Poser/Sleaze/Glam Szene schon seit seinem Debüt "WWW.ANGEL-ROCK.COM" (2001) unsicher macht. Mir ist der Erstling vollkommen unbekannt. Erst durch den Nachfolger "Choreography Sucks" (2007) bin ich auf den Musiker aufmerksam geworden. Den Silberling kann man in die Kategorie Modern Glam/Sleaze Rock packen, welcher auch leichte Ausflüge in Richtung MARILYN MANSON macht. Diese Konstellation wurde aber nicht immer wohlwollend, von der Musikpresse, aufgenommen. Besonders kritisiert wurde das Programming und das Kokettieren mit besagtem MM Sound/Look. Anyway, mir gefiel die dargebotene Mischung und "CS" dreht sich auch heute noch in meinem Player ("Sucker Punch", "Somethin' Huge", "Teaser/Pleaser" und "This Is On You" sind einfach coole, modern arrangierte Sleazer mit grandiosen Refrains und einer guten Gitarrenarbeit). Mit JULIAN ANGEL'S BEAUTIFUL BEAST präsentiert er sich, neben seinen Mitmusikern, viel bodenständiger und fokussiert sich auf den heißgeliebten Hair Metal. Komplettiert wird die Band durch Frank Mc Douglas (Bass und Keyboard), mit dem der blonde Fronter schon seit etlichen Jahren musiziert, und Ro Lee a.k.a. Roland Jahoda, der schon für PARADOX die Felle verdrischte.
Wie schon auf "Choreography Sucks" war Rolf Munkes für das Mixing verantwortlich und hat einen wirklich guten Job abgeliefert.
Die drei Musiker sind super aufeinander eingespielt und feuern eine '80er Jahre Rockrakete nach der anderen ab. Fronter Angel's Gesang ist angenehm und er liefert eine solide Leistung ab. An der Gitarre hinterlässt er einen sehr starken Eindruck. Er haut melodische, pfeilschnelle Soli aus seinem Instrument und man ist versucht, mit seiner Air-Gitarre, auf dem Rücken liegend, über das heimische Laminat zu rutschen. Frank's Bass agiert präzise und ist mit seinem druckvollen Sound sehr präsent. Für die Keyboards bekommt er von mir aber die '80ties Gedächtnismedaille. Einfach sehr geil und authentisch. Ro Lee will nur spielen und das macht der Kerl echt gut. Er liefert punktgenaue, kraftvolle Beats und treibt seine Mitmusiker vor sich her. Der agiert auf der Bühne bestimmt wie das Tier aus der Muppet Show.
Anders als bei vielen Kollegen konzentriert sich das Trio auf die klassischen Einflüsse und klingt dabei eigenständig und originell, da das Songmaterial sehr abwechslungsreich und stark ausgefallen ist. Wie o.g. Bands bekommen die Jungs es hin, Mitgröhlnummern, den obligatorischen Balladen und fetzigen Rockern den '80er Touch zu verleihen. Wie ihre Vorbilder setzt die Formation auf eingängige Melodien, powervolle Arrangements, großartige Chöre und ihre Songs sind, von der Qualität, absolut ebenbürtig. Das ganze geht sogar soweit, dass man denkt, dass der eine oder andere Song bestimmt schon im heimischen Regal steht. Das soll kein Plagiatvorwurf sein, sondern einfach nur aufzeigen, wie sehr sich die Band am Sound der '80er anlehnt.
Gleich der Opener "Showdown" lässt das Herz jedes Hair Metal Anhängers höher schlagen. Eine jaulende Gitarre startet und ein blitzschnelles Riff jagt das nächste. Das ist US Hardrock in Reinkultur, inklusive Polizeisirene-Sample. Der Song erinnert mich an eine Mischung aus HAWAII - kennt die noch jemand? - und DOKKEN. Was für ein Kracher! Der gute Eindruck wird durch den Mitgröhler "Do You Want It" fortgesetzt. Zwar erinnert der Track stark an die tauben Leoparden, weiss aber, aufgrund der tollen Gitarrenarbeit und der wirklich schönen Melodie, absolut zu überzeugen. Ich erwische mich, wie ich immer wieder den Refrain mitträllere und bekomme noch mehr Bock auf Material von solch einem Kaliber. Das eingängige und schnelle "Ride With The Wild One" bietet anschließend wieder etwas härteren Stuff, der aber über viel Melodie, ein tolles Solo verfügt und einen ohrwurmverdächtigen Refrain verfügt. Mit "Tokyo Nights" geht der Dreier in Richtung AOR und beweist, dass sie auch hier absolut konkurrenzfähig sind. Der Track ist zwar nicht ganz so stark wie die drei vorherigen Songs, aber passt zum restlichen Material und kann beileibe nicht als Ausfall gewertet werden. "Juvenile Affair" und "Oh Valerie" sind zwei bockstarke Rocker, die jeder '80er Jahre Hair Metal Party sehr gut zu Gesicht stehen würde, wobei letztgenannter Song, ganz klar in Richtung Albumhighlight tendiert. Eine geile Gitarrenarbeit und ein arschcooler Gesang/Chor lassen mich immer wieder die Repeat - Taste betätigen. "Save My Heart" liefert die genretypische Ballade, welche mit viel Power vorgetragen wird. Erinnert mich ein wenig an POISON. "Rock All Arenas" setzt den positiven Eindruck weiter fort. Die Band geht wieder ein bisschen härter ans Werk und ist, aufgrund der Gesangs- und Gitarrenleistung, mehr dem US Metal zuzuordnen als dem Hair Metal. Sehr gelungene Abwechslung, die auch noch sehr stark ausgefallen ist. Das ruhig, fast schon balladesk beginnende "Wild Tonight" ist ein netter Party Rocker. Gut gemacht, aber mir ist die Nummer zu vorhersehbar. Zum Mitgröhlen animiert der Refrain von "Still I Dream Of You" und könnte auch aus der Feder von POISON stammen. Eher ein Power Pop Song, aber zum Zwischendurchhören eignet sich der Titel recht gut. Ein weiteres Highlight rundet den starken Rundling ab. "Singer And Guitarist In A Hair Band" ist ein Glam/Sleaze Knaller, auf dem die Band komplett aufdreht und alles in Grund und Boden rockt.
Wer auf '80er Jahre Hardrock amerikanischer Prägung steht und mit Bands wie DOKKEN, POISON, DEF LEPPARD etc. groß geworden ist, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren. Die nationale Glam/Sleaze/Hair Metal Szene hat dieses Jahr schon einige gute Scheiben hervorgebracht, z.B. "Excess All Areas" von den HOLLYWOOD BURNOUTS, aber "Adult Oriented Candy" ist mal eine ganz andere Liga und gehört, für mich, in die Champions League und kann sich durchaus mit internationalen Acts messen.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Verpackung natürlich auch im '80ties Layout/Coverartwork - Style gestaltet ist und man einfach mit einem Augenzwinkern betrachten sollte.
Ich freue mich auf das neue Album von JULIAN ANGEL'S BEAUTIFUL BEAST und vergebe für das einfach nur geniale Debüt, haarige, 9 Punkte.
Götz
P.S. Besucht doch einfach mal die BEAUTIFUL BEAST HP, denn dort könnt ihr den Erstling, handsigniert, plus Julian's 2001er Album (als CD + MP3 - Bundle), zu einem sehr lukrativen Preis erwerben.
Album: Adult Oriented Candy
Spielzeit: 46:33 min.
Plattenfirma: G.T.O. Entertainment
Veröffentlichung: 05.04.2011
Homepage: http://www.beautifulbeastrock.com
WERTUNG: 9 von 10
Tracklist:
Showdown
Do You Want It
Ride With The Wild One
Tokyo Nights
Juvenile Affair
Oh Valerie
Save My Heart
Rock All Arenas (Born To Rock)
Wild Tonight
Still I Dream Of You
Singer And Guitarist In A Hair Band
Dat gibbet doch net! Da erschien letztes Jahr, m.M.n, eines der besten Hair Metal/Melodic Rock/Party Rock Scheibchen und wurde von uns nicht besprochen! Und das schlimme ist, ich hatte es eigentlich auf dem Radar und wollte es mir unbedingt kaufen. Erst Monate später hatte ich dann zugegriffen, aber in meinem Alter vergisst man so manches ... und die Rezi ist nie erfolgt :-/. Es wäre viel zu schade, dass das Debüt von BEAUTIFUL BEAST, unerwähnt bliebe, auch wenn schon sehr bald (6. August), das zweite Album "California Suntan" erscheint.
"Adult Oriented Candy" steckt knietief in den spät '80er Jahre und bietet 11 mal typischen US Glam/Hardrock, wie ihn DOKKEN, POISON, DEF LEPPARD, MÖTLEY CRÜE, AUTOGRAPH etc., auf dem Speiseplan stehen hatten. Die Herren gehen mit so einer gehörigen Portion Feuer und Spielfreude ans Werk, als ob sie noch nie eine andere Art von Musik gespielt hätten und wissen richtig zu begeistern.
BEAUTIFUL BEAST sind keine Grünschnäbel mehr und tummeln sich schon seit einigen Jahren in der nationalen Musikerszene herum. Der Kopf, hinter der Band (Project), ist ein gewisser Julian Lieb (Künstlername JULIAN ANGEL, Gesang und Gitarre), der die Poser/Sleaze/Glam Szene schon seit seinem Debüt "WWW.ANGEL-ROCK.COM" (2001) unsicher macht. Mir ist der Erstling vollkommen unbekannt. Erst durch den Nachfolger "Choreography Sucks" (2007) bin ich auf den Musiker aufmerksam geworden. Den Silberling kann man in die Kategorie Modern Glam/Sleaze Rock packen, welcher auch leichte Ausflüge in Richtung MARILYN MANSON macht. Diese Konstellation wurde aber nicht immer wohlwollend, von der Musikpresse, aufgenommen. Besonders kritisiert wurde das Programming und das Kokettieren mit besagtem MM Sound/Look. Anyway, mir gefiel die dargebotene Mischung und "CS" dreht sich auch heute noch in meinem Player ("Sucker Punch", "Somethin' Huge", "Teaser/Pleaser" und "This Is On You" sind einfach coole, modern arrangierte Sleazer mit grandiosen Refrains und einer guten Gitarrenarbeit). Mit JULIAN ANGEL'S BEAUTIFUL BEAST präsentiert er sich, neben seinen Mitmusikern, viel bodenständiger und fokussiert sich auf den heißgeliebten Hair Metal. Komplettiert wird die Band durch Frank Mc Douglas (Bass und Keyboard), mit dem der blonde Fronter schon seit etlichen Jahren musiziert, und Ro Lee a.k.a. Roland Jahoda, der schon für PARADOX die Felle verdrischte.
Wie schon auf "Choreography Sucks" war Rolf Munkes für das Mixing verantwortlich und hat einen wirklich guten Job abgeliefert.
Die drei Musiker sind super aufeinander eingespielt und feuern eine '80er Jahre Rockrakete nach der anderen ab. Fronter Angel's Gesang ist angenehm und er liefert eine solide Leistung ab. An der Gitarre hinterlässt er einen sehr starken Eindruck. Er haut melodische, pfeilschnelle Soli aus seinem Instrument und man ist versucht, mit seiner Air-Gitarre, auf dem Rücken liegend, über das heimische Laminat zu rutschen. Frank's Bass agiert präzise und ist mit seinem druckvollen Sound sehr präsent. Für die Keyboards bekommt er von mir aber die '80ties Gedächtnismedaille. Einfach sehr geil und authentisch. Ro Lee will nur spielen und das macht der Kerl echt gut. Er liefert punktgenaue, kraftvolle Beats und treibt seine Mitmusiker vor sich her. Der agiert auf der Bühne bestimmt wie das Tier aus der Muppet Show.
Anders als bei vielen Kollegen konzentriert sich das Trio auf die klassischen Einflüsse und klingt dabei eigenständig und originell, da das Songmaterial sehr abwechslungsreich und stark ausgefallen ist. Wie o.g. Bands bekommen die Jungs es hin, Mitgröhlnummern, den obligatorischen Balladen und fetzigen Rockern den '80er Touch zu verleihen. Wie ihre Vorbilder setzt die Formation auf eingängige Melodien, powervolle Arrangements, großartige Chöre und ihre Songs sind, von der Qualität, absolut ebenbürtig. Das ganze geht sogar soweit, dass man denkt, dass der eine oder andere Song bestimmt schon im heimischen Regal steht. Das soll kein Plagiatvorwurf sein, sondern einfach nur aufzeigen, wie sehr sich die Band am Sound der '80er anlehnt.
Gleich der Opener "Showdown" lässt das Herz jedes Hair Metal Anhängers höher schlagen. Eine jaulende Gitarre startet und ein blitzschnelles Riff jagt das nächste. Das ist US Hardrock in Reinkultur, inklusive Polizeisirene-Sample. Der Song erinnert mich an eine Mischung aus HAWAII - kennt die noch jemand? - und DOKKEN. Was für ein Kracher! Der gute Eindruck wird durch den Mitgröhler "Do You Want It" fortgesetzt. Zwar erinnert der Track stark an die tauben Leoparden, weiss aber, aufgrund der tollen Gitarrenarbeit und der wirklich schönen Melodie, absolut zu überzeugen. Ich erwische mich, wie ich immer wieder den Refrain mitträllere und bekomme noch mehr Bock auf Material von solch einem Kaliber. Das eingängige und schnelle "Ride With The Wild One" bietet anschließend wieder etwas härteren Stuff, der aber über viel Melodie, ein tolles Solo verfügt und einen ohrwurmverdächtigen Refrain verfügt. Mit "Tokyo Nights" geht der Dreier in Richtung AOR und beweist, dass sie auch hier absolut konkurrenzfähig sind. Der Track ist zwar nicht ganz so stark wie die drei vorherigen Songs, aber passt zum restlichen Material und kann beileibe nicht als Ausfall gewertet werden. "Juvenile Affair" und "Oh Valerie" sind zwei bockstarke Rocker, die jeder '80er Jahre Hair Metal Party sehr gut zu Gesicht stehen würde, wobei letztgenannter Song, ganz klar in Richtung Albumhighlight tendiert. Eine geile Gitarrenarbeit und ein arschcooler Gesang/Chor lassen mich immer wieder die Repeat - Taste betätigen. "Save My Heart" liefert die genretypische Ballade, welche mit viel Power vorgetragen wird. Erinnert mich ein wenig an POISON. "Rock All Arenas" setzt den positiven Eindruck weiter fort. Die Band geht wieder ein bisschen härter ans Werk und ist, aufgrund der Gesangs- und Gitarrenleistung, mehr dem US Metal zuzuordnen als dem Hair Metal. Sehr gelungene Abwechslung, die auch noch sehr stark ausgefallen ist. Das ruhig, fast schon balladesk beginnende "Wild Tonight" ist ein netter Party Rocker. Gut gemacht, aber mir ist die Nummer zu vorhersehbar. Zum Mitgröhlen animiert der Refrain von "Still I Dream Of You" und könnte auch aus der Feder von POISON stammen. Eher ein Power Pop Song, aber zum Zwischendurchhören eignet sich der Titel recht gut. Ein weiteres Highlight rundet den starken Rundling ab. "Singer And Guitarist In A Hair Band" ist ein Glam/Sleaze Knaller, auf dem die Band komplett aufdreht und alles in Grund und Boden rockt.
Wer auf '80er Jahre Hardrock amerikanischer Prägung steht und mit Bands wie DOKKEN, POISON, DEF LEPPARD etc. groß geworden ist, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren. Die nationale Glam/Sleaze/Hair Metal Szene hat dieses Jahr schon einige gute Scheiben hervorgebracht, z.B. "Excess All Areas" von den HOLLYWOOD BURNOUTS, aber "Adult Oriented Candy" ist mal eine ganz andere Liga und gehört, für mich, in die Champions League und kann sich durchaus mit internationalen Acts messen.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Verpackung natürlich auch im '80ties Layout/Coverartwork - Style gestaltet ist und man einfach mit einem Augenzwinkern betrachten sollte.
Ich freue mich auf das neue Album von JULIAN ANGEL'S BEAUTIFUL BEAST und vergebe für das einfach nur geniale Debüt, haarige, 9 Punkte.
Götz
P.S. Besucht doch einfach mal die BEAUTIFUL BEAST HP, denn dort könnt ihr den Erstling, handsigniert, plus Julian's 2001er Album (als CD + MP3 - Bundle), zu einem sehr lukrativen Preis erwerben.
Sonntag, 22. Juli 2012
The Original Iron Maiden - Maiden Voyage
Interpret : The Original Iron Maiden
Titel : Maiden Voyage
Label: Rise Above Records
Veröffentlichung : 27.07.2012
Spielzeit : 57:51 Minuten
Homepage: www.riseaboverecords.com
Wertung: 8 von 10
Leicht irritierend ist die Geschichte von THE OROGINAL IRON MAIDEN und ihrer Platte "Maiden Voyage" durchaus. Denn wer denkt bei diesem Bandnamen nicht zuallererst an das Metal-Flagschiff fast gleichen Namens und hat deren Songs im Ohr ?
Vorab sei sicherheitshalber erwähnt dass wir es mit zwei verschiedenen Bands zu tun haben die bis auf den Namen kaum Gemeinsamkeiten haben.
Beginnen wir mal ganz am Anfang, im Jahr 1964:
Die Schüler Barry Skeels (Bass) und Steve Drewett (Gesang) gründen in Basildon, Essex, GB zusammen mit zwei weiteren Mitstreitern eine Band. Nach gelegentlichen Besetzungswechseln nennt sich die Band "Growth" und covert neben diversen Blues Nummern die Rolling Stones. Es kristallisiert sich um 1966, nachdem man in der Schul-Aula eine Cream-Show gesehen hatte, heraus dass Skeels und Drewett die treibende Kraft bleiben werden und so spielen die beiden zeitweise als Duo unter dem Namen "Stevenson's Blues Department" in Pubs von Essex und London. Sie treten immerhin als Support für Bands wie Jethro Tull, Fleetwood Mac, The Groundhogs oder King Crimson in Erscheinung. Nachdem man dann jedoch das Debut von Led Zeppelin gehört hatte beschloss man härteren musikalischen Ansprüchen gerecht zu werden und schrieb fortan auch deutlich dunklere Texte.
So um 1968 stossen Paul Reynolds (Schlagzeug) und Trevor Thoms (Gitarre) zur Band. Kurze Zeit später benennen sich die vier um in "Bum" und bringen sogar eine Single "God Of Darkness / Balld Of Martha Kent" heraus. Diese wird von vielen heute als einer der ersten Doom-Metal Vorläufer gehandelt, noch bevor Bands wie Black Sabbath in Erscheinung traten. Um 1970 unterschreiben Bum sogar einen Vertrag beim Gemini Label, ändern den Namen aber erneut. Aus dem zu dieser Zeit noch verfänglichen "Bum" was soviel heisst wie Hintern bzw. Arsch wird THE IRON MAIDEN.
Bald darauf nehmen die Jungs ihr Debutalbum "Maiden Voyage" auf, welches jedoch nicht veröffentlich wird. Später wird Paul Reynold durch Steve Chapmann ersetzt und es erscheint eine zweite Single "Ned Kelly / Falling". Die A-Seite bekam ihren Titel in Anlehnung an den gleichnamigen Film von Mick Jagger. Danach kam ein Unglück zum anderen, eine geplante Australien-Tour fiel ins Wasser, das Gemini-Label machte dicht und zu allem Übel gingen dabei die Master-Bänder von Maiden Voyage verloren. Kurz darauf verliess Barry Skeels auch noch die Band...der war allerdings immerhin im Besitz einer Master-Kopie !
THE IRON MAIDEN zerfällt.
Skeels zog Mitte der 80er nach Newcastle upon Tyne und arbeitete kurze Zeit später als Bass-Techniker für die Thrash-Metaller von Venom. Später stieg er in das Management / A&R von Demolition Records, die u.a. für Venom tätig waren, ein und gründete nach einer Weile Offbeat Managment, die u.a. für Skyclad, einer Folk-Metal Band aus Newcastle die Geschicke führten.
1998 wurde dann Maiden Voyage, eben von Barry Skeels Duplikaten, erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Nun jedoch, weitere 14 Jahre später, liegen diese in bestmöglich restaurierter Fassung erneut vor und können von Anhängern der Frühphase der harten Rockmusik bewundert werden.
Die Tracklist liest sich wie folgt:
- God Of Darkness
- Falling
- Ned Kelly
- Liar
- Ritual
- CC Rider
- Plague
- Ballad Of Martha Kent
Rein musikalisch handelt es sich bei Maiden Voyage um ein, sagen wir mal, hartes psychedelisch-progressives Stück Rockmusik im für die Enstehungszeit typischen Soundgewand. Beim ersten Anhören fühlte ich mich an die ersten beiden Scheiben von UFO erinnert, vom gelegentlich mehrstimmigen Gesang mal abgesehen. Auffällig ist die Länge der Stücke, von drei bis zwölf Minuten ist alles dabei, dementsprechend hatte die spielfreudige Band damals Zeit für Improvisationen. Und das macht die Scheibe sehr hörenswert. Gelegentlich verliert man sich zwar etwas im Kosmos der instrumentalen Freuden, doch niemals verliert sich der Faden oder kommt gar Langeweile auf. Die Musiker waren zum Zeitpunkt der Aufnahmen zweifelsohne als handwerklich solide Profis zu bezeichnen und haben eine erstklassige, wie erwähnt für Fans dieser Musik hochinteressante Platte eingespielt. Hört einfach mal in den Opener God Of Darkness oder das 12-Minütige Liar rein.
Eine Frage wird sich indes nie beantworten lassen: Was wäre aus der Band geworden, hätte es ein, zwei glückliche Umstände gegeben, die die Geschicke in die entscheidende Richtung gelenkt hätten...
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