Freitag, 2. September 2016

Palace Of The King - Valles Marineris


Band : Palace Of The King
Album : Valles Marineris
Spielzeit : 46:25 Min
Plattenfirma : Listenable Records
Veröffentlichung : 15.07.2016

Wertung : 6 von 10


Trackliste:

  1. Let The Blood Run Free
  2. Beyond The Valley
  3. Black Cloud
  4. The Bridge Of The Gods
  5. We Are The Vampires
  6. Empire Of The Sun
  7. Sick As A Dog
  8. River Of Fire
  9. Throw Me To The Wolves
  10. Into The Black

Mit ein wenig Verspätung erreicht mich die aktuelle Platte der Australier Palace Of The King. Unsere treuesten Leser werden sich sicher an ihr tolles Album-Debut erinnern (klick), was aber leider nicht ausreichte um der Band hierzulande einen echten Schub zu verpassen. Wir sind also sehr gespannt, wie sich das Anno 2016 mit dem neuen Longplayer Valles Marineris gestalten wird...

Musikalisch hat sich im Kosmos der Band gar nicht allzu viel getan, nach wie vor bekommen wir einen hyperaktiven 70s-Hardrock serviert, allerdings mit zunehmendem Soul-und Funk-Anteil. Was jedoch nicht bedeutet, dass POTK einen Gang zurückschalten oder gar Balladen ins Sortiment nehmen würden. Beharrlich strukturieren die Aussis ihre Songs, wie auch auf dem Vorgänger wabern Sean Johnstons zentnerschwere Orgelteppiche in die Ohren und nach wie vor mag man uns kaum eine Verschnaufpausen gönnen.

Palace Of The King traben mit dem orgelschwangeren Let The Blood Run Free los als gäbe es kein Morgen mehr, schalten allerdings mit Beyond The Valley direkt einen Schritt zurück. Die Nummer startet verhalten, hier ein fetter Basslauf, dort eine relaxte Bluesgitarre, mutiert allerdings zur nervös-psychedelischen Parforcejagd durch neuzeitliche Acid-Rock-Gefilde. Sänger Tim Henwood und die fräsenden Gitarren vom Duo Maden/Harrison helfen dabei ordentlich mit und erzeugen eine saure Stimmung, die unter Umständen nicht jedermanns Sache ist. Mit Black Cloud stellt man den Fuß dann in die Soul-Tür und stößt diese unter stimmgewaltiger Hilfe der Soul-Röhre Mahalia Barnes ein Stückchen auf, ohne den eigenen Charakter zu verleugnen, versteht sich. 


Mir persönlich wird die Angelegenheit jetzt deutlich zu kratzbürstig und anstrengend. Ständig suche ich die Atempause, Zeit zum Durchschnaufen bleibt im Grunde nicht, und wenn, dann flirrt von irgendwoher ein Sequenzer oder ein, wenn auch gut gemachter Drumfill. Bezeichnend dafür We Are The Vampires...die Nummer rauscht dermaßen hibbelig an mir vorbei dass ich mich frage, wen die Band damit erreichen möchte. 
Ein wenig Funk mischt sich später noch unter die Songs, Sick As A Dog verquickt gekonnt beide Stile, die so erstmal gar nicht miteinander wollen. Doch irgendwas hat die Nummer und so darf es weitergehen. Und siehe da, eine kleine Oase der Besinnung tut sich auf...River Of Fire wabert fett und im Midtempo durch die Membranen....ein toller Song, der sich in seiner ganzen Länger angenehm entfaltet und Spaß macht. Mein Highlight bisher.

Und plötzlich komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus ! Throw Me To The Wolves, wieder ein Song den man ohne Beruhigungsmittel genießen kann, selbst wenn die Gitarren sich immer noch nach einem Winkelschleifer anhören und die Nummer trotz gemäßigtem Tempo keinen entspannten Hörgenuss bietet, wirft der hintere Teil von Valles Marineris schon jetzt mehr ab als die vorderen zwei Drittel. 

Ein fettes Plus erwirtschaftet die Band dann mit der letzten Nummer Into The Black. Herrje, warum erst jetzt ? Ich liebe diesen Song, der sich, wie alle anderen auch, überhaupt nicht anbiedert, aber eine hervorragende Schlußnummer stellt. Eine Melodie, ein harmonischer Songaufbau und zum ersten Mal getragene Stimmung, so etwas wie Entspannung keimt auf als hätten Palace Of The King mein Gejammer erhört...so kann es auf der dritten Platte gerne weitergehen. Ansonsten bin ich raus aus der Nummer, Valles Marineris wird mit ein wenig Anstand noch etwas wachsen, birgt aber für mein Hörempfinden zu viele Herausforderungen. Kurzum, Valles Marineris enthält ein paar tolle Songs, ist mir in seiner Gesamtheit aber zu anstrengend. 


Bernd

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