Donnerstag, 9. April 2015

Van Halen - Live - Tokyo Dome in Concert (2 CD)

Band: Van Halen
Album: Tokyo Dome In Concert
Spielzeit:  119:51min

Plattenfirma: Warner
Veröffentlichung: 27.03.2015
Homepage:van-halen.com




Wertung: Sehr gute Livescheibe mit genialer Setlist. 
Ein ziemliches Brett!



Tracklist:
 
01. Unchained
02. Runnin' With The Devil
03. She's The Woman
04. I'm The One
05. Tattoo
06. Everybody Wants Some
07. Somebody Get Me A Doctor
08. China Town
09. Hear About It Later
10. Oh, Pretty Woman
11. You Really Got Me
12. Dance The Night Away
13. I'll Wait
14. And the Cradle Will Rock…
15. Hot For Teacher
16. Women In Love
17. Romeo Delight
18. Mean Street
19. Beautiful Girls
20. Ice Cream Man
21. Panama
22. Ain't Talkin' 'Bout Love
23. Jump




Kaum gibt es Van Halen seit gut 30 Jahren und schon gibt es eine Live-Scheibe mit David Lee Roth. Sarkasmus-Modus aus.
 In der Tat kaum zu glauben, dass eine Legende wie Van Halen erst anno 2015 erstmals eine Live-Scheibe mit ihrem Originalsänger am Mikro herausbringt. Unfassbar!
Im unmittelbaren Vergleich zur "Live-Right Here Right Now "-Scheibe mit Sammy Hagar zieht die neue Live-Scheiblette im Spurt daran vorbei.
Warum? Nun zum einen sind für mich die definitiven Van Halen Songs noch immer diejenigen vom Debut bis 1984. Und diese würdigt die Setlust ausgiebig und das sogar mit einigen rareren Songperlen wie "Romeo Delight" oder "Hear About It Later". Ansonsten sind natürlich alle Evergreens vertreten.
Zum Sound: Dieser ist sehr erdig und offenbar nicht großartig im Studio nachbearbeitet worden, so dass ein wirklich tolles Livefeeling durch die Boxen dröhnt. Eddie ist wieder voll auf der Höhe und auch das Schlagzeugwerk von Alex ist unmissverständlich "Top of the Game". 
Was vielen an der Scheibe etwas aufstößt ist der Gesang von Frontturner David Lee Roth, wobei ich die (teils sehr unfaire) Kritik absolut nicht nachvollziehen kann. Klar ist er kein Tenor oder Freddie Mercury aber das war schon immer der Fall bei ihm und das klingt auch anno 2013 (zu diese Zeitpunkt wurde aufgenommen) so. Teilweise hört er sich sogar besser an als auf alten Live-Aufnahmen, wenn man mal den direkten Vergleich zieht. Was ihn etwas "schräg" klingen lässt ist die Tatsache, dass er teilweise versucht, höhere Gesangslinien zu singen als auf den Originalaufnahmen, was manchmal doch zumindest gewöhnungsbedürftig klingt. Dass er Gesangslinien variiert oder teilweise auch nur vor sich hinmurmelt war auch schon zu früheren Zeiten der Fall und sollte nun nicht gegen den Meister verwendet werden. Fit wie ein Turnschuh ist der mittlerweile 60jährige Roth auf jeden Fall, da können sich so manch alte 80er-Wracks eine gehörige Scheibe von abschneiden.

Mein Hauptkritikpunkt liegt eher darin, dass man Michael Anthony sehr vermisst, nicht unbedingt am Bass (da macht Wolfgang Van Halen einen außerordentlich guten Job) sondern bei den Backing vocals. Da war sein Input doch stärker als mancher geglaubt hat und seine hohe charakteristische Stimme fehlt mir hier irgendwie.Nichts gegen Wolfie aber nochmal das Original-Lineup zusammenzutrommeln und eine Abschiedstour für die Fans zu machen wäre ja doch noch mal drin oder Jungs?

Ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig ist das Artwork der Scheibe, dessen Konzept ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen kann. Kein einiges Live-Photo (weder Band noch Fans) sondern nur ein Dapfschiff sowie eine leere Konzerthalle gibt es als Cover  bzw. im Booklet zu sehen. Ansonsten kann man die (erstmals auf einer VH-Veröffentlichung) abgedruckten Texte mitlesen wobei diese mit Vorsicht zu geniessen sind, weil David Lee diese ja live durchaus etwas anders singt. Aber einmal ganz witzig auch die (nicht gerade vor Intelligenz strotzenden) Lyrics mitzulesen. Hat durchaus Unterhaltungswert.

Alles in Allem macht die Scheibe durchaus Laune. Die Setlist (angereichert mit ein paar Stücken der 2012er "A Different Kind Of Truth" Comeback CD) ist wie in Stein gemeißelt, der Sound top und es wurde wenig bis gar nichts  nachträglich im Studio eingespielt.

Inwieweit man aufgrund youtube und Co heutzutage noch auf eine Live-CD wartet lasse ich einmal unkommentiert. Eine Live DVD/BluRay als Kombi wäre mir mehr als recht gewesen aber mich frägt ja niemand.

Letztlich muss man trotzdem dankbar sein einmal wieder etwas aus dem Hause Van Halen in den Händen zu halten, auch wenn es "nur" eine Live-Platte ist. Dass die Jungs nochmal eine Studioscheibe eintüten wäre wünschenswert, ebenso dass sie vielleicht doch noch einmal nach Europa übersetzen. Letztmals mit Roth am Mikro waren sie da vor über 30 Jahren. Was für eine Schande! Aber man kann sich ja gut mit "Live - Tokyo Dome in Concert" trösten. Immerhin!

Martin

 


 


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