Samstag, 25. März 2017

Saturn - Beyond Spectra



Band : Saturn
Album : Beyond Spectra
Spielzeit : 44:09 Min.
Veröffentlichung : 31.03.2017
Plattenfirma : Rise Above Records
Homepage : www.saturnsweden.com

Wertung : 8,5 von 10

Trackliste : 
  1. Orbital Command
  2. Wolfsson
  3. Nighttime Badger
  4. Linkans Delight
  5. Electrosaurus Rex
  6. Still Young
  7. Force Of The North
  8. Helmet Man
  9. Silfvertape
  10. Sensor Data

Wie sehr sich unser geliebter Heavy Metal im Laufe der Jahrzehnte verändert hat, wird mir mal wieder bewusst, jetzt wo ich eine CD in der Hand halte, die, obwohl frisch produziert, Erinnerungen an meine liebsten Metalplatten der 80er-Jahre weckt. Ich meine damit nicht Thrash- oder Death- oder was-weiss-ich-Metal....nein: puren Heavy Metal !!!!! Ob diese nun Power & The Glory, Blackout oder Restless & Wild hießen, sie alle waren das Fundament meiner heutigen Hörgewohnheiten und hatten eines gemeinsam: Die zweite Platte der Schweden Saturn trägt ihr Erbgut.

Dieses Stück Eisen hört auf den Namen Beyond Spectra und ist ein Hammeralbum geworden ! Dabei ist die Platte weder perfekt produziert, noch stechen die Musiker in ihrer jeweiligen Disziplin besonders hervor. Nicht einmal der schlecht gebrannte CD-Rohling wollte auf Anhieb abgespielt werden...erst mein Rechner konnte dem Ding Töne entlocken. Aber was soll's, was ich sagen will ist...Saturn schaffen es mit jedem Ton, mir ein Grinsen ins Gesicht zu schnitzen.


Direkt der Einstieg, Orbital Command haut mich aus dem Sessel und ich stehe breitbeinig vor meiner Anlage und hole die längst verstaubte Luftgitarre endlich wieder heraus. Diese habe ich mit der Entdeckung von Sad Wings Of Destiny zum ersten Mal herausgeholt und spätestens mit Metallica's Lulu ad Acta gelegt. Aber nun fliegt mir der geilste Opener des Jahres um die Ohren, gesungen von einem Oscar Bo Valentine Pehrson, dessen Organ jede Judas Priest-Coverband vor Neid erblassen lassen würde. Pehrsons Organ umfasst mehrere Oktaven und hat besonders in den Höhenlagen frappierende Ähnlichkeit mit dem jungen Rob Halford. Insgesamt zehn Songs voller End-70er bis Anfang 80er Metal, NWOBHM-Anleihen auf der einen, US-Metal der Marke Riot auf der anderen retten mir diesen kalten, verregneten Tag und ich frage mich, warum diese ursprüngliche Variante unserer Musik so aus der Mode gekommen ist ? Die doppelläufigen Gitarren von Linkan Lindgren und Robin Tidebrink feuern ein ums andere Mal Breitseiten ab, die zwar (noch) nicht an Weltklasse-Duos wie Tipton/Downing oder Murray/Smith heranreichen, aber man ist ja auch noch jung und auf einem verdammt guten Weg. Das Tempo wird immer mal wieder gedrosselt und so haben sämtliche Teile der Band ihren Auftritt.


Der Mix lässt sämtlichen Instrumenten Luft und so macht es, trotz rauer Produktion, Spaß, Nummern wie dem bedächtigen Nighttime Badger, wo mich Oscar Bo Valentine Pehrson an Andrew Wood (R.I.P.) von den kurzlebigen Mother Love Bone erinnert, zu lauschen.

Trotz aller Euphorie gibt es auch wenige lichte Momente auf Beyond Spectra. Linkans Delight etwa besticht zwar durch erwähnte Gitarrenarbeit und einen schönen Chorus, hängt ansonsten aber etwas schlapp hinterher. Das gleichen Saturn aber souverän aus und lassen den Electrosaurus Sex im Affenzahn auf uns los und wenn meine rechte Schulter bis hoch zum Nacken nicht so schmerzen würde (bitte einfach die Fresse halten), würde ich jetzt wirklich gern Headbangen. Geht aber ja nicht und so gebe ich mich der Folgenummer Force Of The North hin und wieder geht es nur noch darum, WIE man den Schmerz im Nacken aushält und nicht OB...Leute, tut Euch den Gefallen und hört in die Scheibe rein. BITTE !!!!
Force Of The North transportiert denn auch alles, was Saturn ausmacht, Speed, rassige Riffs, melodische Mittelparts im Wechsel mit der Portion wohldosierter Härte ohne sich zum grölenden Affen zu machen. So einfach kann gute Musik sein und ich wiederhole mich gern, nehmt Euch die Zeit und ihr werdet es nicht ansatzweise bereuen.

Das riffgewaltige Helmet Man leitet den hinteren Teil der Platte ein und Pherson treibt seine Stimmbänder in die höchsten Ebenen seines gewaltigen Stimmumfangs, nur um ohne Pause mit dem hastigen, an Raven zu Rock Until You Drop-Zeiten erinnernden Silfertape weiterzumachen. Die Überraschung des noch jungen Jahres beendet Sensor Data und ich muss Euch gestehen dass ich schon lange nicht mehr dermaßen begeistert war. Ich hoffe daß die Schweden so schnell wie möglich rüberkommen und uns hier mit ihrer Mucke die Live-Dröhnung geben...Beyond Spectra fliegt indes seine letzte Runde, ich gratuliere Rise Above Records zu dieser Band und mach mir erstmal ein kaltes Fläschchen Dortmunder Union auf...Prost !

Bernd Fischer

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