Sonntag, 31. Mai 2015

Jim Peterik/Marc Scherer - Risk Everything

Band: Jim Peterik/Marc Scherer
Album: Risk Everything
Spielzeit: 52:16 min
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 17.04.2015
Homepage: http://jimpeterik.com/


 Wertung : 8,5 von 10


 Tracklist:
  1. Risk Everything
  2. Chance Of A Lifetime
  3. Cold Blooded
  4. Desperate In Love
  5. Thee Crescendo
  6. The Dying Of The Light
  7. How Long Is A Moment
  8. Brand New Heart
  9. Broken Home
  10. Milestones
  11. Independence Day

Nach längerer Funkstille gibt es endlich einmal wieder neues von Jim Peterik zu vermelden. Seit dem letzten Pride Of Lions-Werk war nicht mehr viel von ihm zu hören und zu sehen, was sich ja in Europa meist auf CD-Veröffentlichungen beschränkt, denn Touren ist in unserer heutigen Musiklandschaft auch für einen (zumindest in Melodic-Kreisen hochgeschätzten) Jim Peterik wohl finanziell nicht drin, ausser man tourt unter dem Survivor-Banner, aber da ist er ja schon lange nicht mehr mit von der Partie.

Survivor ist das Stichwort, denn was der Gute zusammen mit dem mir bislang doch recht unbekannten Marc Scherer hat er ein sehr gutes Melodicscheibchen auf den Markt gebracht, welches sich in seinen besten Momenten durchaus mit dem Survivor -D'Oevre messen kann und das ist schon ein wirkliches Kompliment, das man ihm mit dieser Veröffentlichung machen kann.

Entgegen dem Titel gibt es auf "Risk Everything" sicherlich keine großartigen Experimente, aber die Songs haben durchaus das gewisse Etwas welche das Album vom üblichen Melodic-Einheitsbrei abheben und den gewissen "oha"-Effekt bieten.
Allen voran die Eingangshymne in Form des Titelstücks, welches auch auf einem 80er-Jahre Survivor Album positiv aufgefallen wäre. Die Produktion ist wie von Peterik gewohnt schön klar und fett und Marc Scherers Stimme ist ein weiterer Pluspunkt. Er hat eine klare hohe Stimme, die für Mel-Rock wie gemacht scheint, ohne jedoch das teilweise unangebrachte Vibrato in der Stimme zu haben wie es Toby Hitchcock von Pride Of Lions teilweise überstrapaziert. Ein wirklicher Genuss.
Die erste Hälfte der Scheibe gehört mit zum besten aus dem Haus Frontiers in diesem Jahr und hat ein sehr hohes Niveau. Sei es nun das ebenfalls famose "Chance Of A Lifetime", das treibende "Cold Blooded"  oder das balladesk beginnende "Desparte in Love", welches sich in einen ebenfalls treibenden Rocker ala Pride Of Lions verwandelt - alles Knaller vor dem Herrn. 
"Thee Crescendo" ist AOR in seiner pursten Form und Peterik at his best. Ich würde sogar soweit gehen, dass die Scheibe - zumindest die ersten zwei Drittel- mit zum Besten gehören was Peterik seit langer, langer Zeit zustande gebracht hat. Quasi eine Zusammenfassung seines bisherigen Schaffens in neue tolle Songs verpackt. 

Der eine oder andere würde vielleicht anmerken, dass die Stücke ein doch ziemlich gleiches Strickmuster aufweisen, ich würde das jedoch generell als eigene Handschrift von Peterik sehen. Ein Peterik-Song bleibt eben einer und wenn man seine Trademarks hat ist das durchaus positiv zu verbuchen, gibt es doch heutzutage viel identitätslose Mucke. Dies ist hier ganz klar nicht der Fall.

Einziger Wehrmutstropfen dieser doch sehr guten CD ist die Tatsache, dass nach der (überraschenderweise einzig wirklichen) Ballade "How Long Is A Moment" der Scheibe am Schluss auf der Ziellinie doch etwas die Luft ausgeht. "Brand New Heart" ist noch eine weitere treibende flotte Hymne, "Broken Home" und vor allem das eher uninspirierte "Milestones" halten nicht ganz das hohe Niveau der Vorgängernummern, wenngleich das wirklich Jammern auf extrem hohem Niveau ist. 
Der Rausschmeisser "Your Independence Day" zieht da die Qualitätskurve wieder etwas nach oben, einer von mehreren Uptemposongs im typische Peterik-Optimismus-Stil. Toll gemacht.

Fazit: Ein Peterik-Werk, welches es in sich hat und mit Marc Scherer eine tolle Stimme versehen mit hochwertigen Melodic-Songs. Prima gemacht, macht Spass! Alle Daumen hoch!



Martin





 

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