Dienstag, 23. Februar 2016

Megadeth - Dystopia

Band: Megadeth
Album: Dystopia
Spielzeit: 46:45 min.
Plattenfirma: Universal
Veröffentlichung: 29.01.2016
Homepage: www.megadeth.com



Wertung : 8,5 von 10 



Tracklist:

01. The Threat Is Real
02. Dystopia
03. Fatal Illusion
04. Death From Within
05. Bullet To The Brain
06. Post American World
07. Poisonous Shadows
08. Conquer Or Die
09. Lying In State
10. The Emperor

11. Foreign Policy


"Megadave" Mustaine hat sich in letzter Zeit ja eher unbeliebt gemacht, sei es durch zweispältige politische Äußerungen oder durch das Auswechseln seiner (grandiosen) Gitarre/Drums-Fraktion. Chris Broderick und Shawn Drover wurden ersetzt durch Kiko Loureiro (Angra) und Lamb of God's Chris Adler, die auch beide auf der aktuellen Tour an Drums und Gitarre vertreten sind.
Wurde die letzte Scheibe "Super Collider" eher negativ aufgenommen, sind die meisten Stimmen bezüglich "Dystopia" eher im "Daumen-hoch"-Bereich anzusiedeln und das zu Recht.
Sämtliche Songs sind knackig arrangiert und haben wieder den gewissen Megadeth-Charme, der die Truppe aus der Masse hervorstechen lässt. Aus Dave Mustaine wird zwar nie mehr ein guter Sänger werden, sein Organ ist und bleibt jedoch äußerst charakteristisch und passt trotz fehlendem Stimmumfangs irgendwie mehr als gut zur Musik.
Thrash-Elemente sucht man auf "Dystopia" eher vergebens, dafür groovt es an allen Ecken und Enden und der Meister himself hat mit seinem neuen Sidekick Kiko Loureiro wieder einige geniale Riffs aus dem Hut gezaubert.
Das orientalisch angehauchte und wohl den Terroristen "gewidmete" "The Threat Is Real" legt gut vor, ein gewaltiges Statement als Opener. Es fliegen einem pausenlos Licks und Soloparts um die Ohren, die übliche Megadeth-Hektik ist unverkennbar. Der Refrain ist klasse und der Song einer der besten auf "Dystopia".
Der  Titelsong steht dem in nichts nach, höchst melodisch zieht sich das Hauptriff durch den Song und auch hier besticht ein astreiner Refrain mit Qualität, der einem nach mehrmaligem Hören so schnell nicht mehr loslässt.
"Fatal Illusion" beginnt Sabbath-mäßig schwerfällig, ehe er nach einem Bass-Solo von Dave Ellefson Fahrt aufnimmt, wenngleich der Refrain nicht ganz so zündet wie bei den beiden Vorgänger-Songs. 
Mit "Death From Within" wird jedoch gleich ein weiterer Ohrwurm nachgelegt, der Refrain eingeleitet mit tollen Backing vocals ist wieder eine Wonne. Man frägt sich zwar schon, ob ein anderer Sänger nicht noch mehr aus dem Song herausgeholt hätte aber es ist wie es ist und der Song ist 1a.
Das von akustischen Gitarren eingeleitete "Bullet To The Brain" ist wieder von der etwas verkopfteren Sorte und erschließt sich einem erst nach ein paar Durchgängen, das "...had to know" im Chorus knallt aber ebenfalls ordentlich und die Riffs sind und bleiben ein Wahnsinn.
Auch solotechnisch ist Dave wie erwartet weiterhin ein Klasse für sich und die doppelstimmigen Soli klingen auch formidabel. Eine Wonne für jeden Freund von elektrischen Klampfen.
"Post American World" ist ein knackiger Stampfer, auch hier wieder gutes Gespür für Melodien und ein athmosphärischer akustisch gehaltener Mittelteil, der in einem Soloinferno explodiert.

Überhaupt muss man sagen, dass der Sound der Scheibe ein absolutes Highlight darstellt. Die Gitarren kommen knackig aus dem Boxen und auch Chris Adler erledigt eine tollen Job an der Schießbude, die soundmäßig differenziert und nicht zu laut (wie auf so vielen anderen Releases) produziert ist.

"Poisonous Shadows" ist das ruhigste Stück auf "Dystopia" und hat gar Keyboards zur Untermalung, die aber sehr dezent und stilvoll untergebracht sind. Ein sehr atmosphärischer Song, der zu den absoluten Highlights der CD zählt. Perfetto!
Mit "Conquer Or Die" befindet sich auch ein Instrumentalstück auf dem Rundling, anfangs ruhig mit Solo-Akustik-Klampfe gehalten baut der Song langsam Schicht auf Schicht und endet mit famosen Gitarrenduellen zwischen Dave und Kiko.

"Lying in State" ist zwar ebenfalls kein wirklich schlechter Song, fällt aber qualitativ eher in die schwächere Kategorie. Der einzige halbe  "Füller" auf "Dystopia".

Das mit einem weiteren knochentrockenen Riff ausgestattete "The Emperor" überzeugt zum Abschluss nochmal auf ganzer Linie und auch das Fear-Cover "Foreign Policy" hat seinen Charme.

Ebenfalls positiv einzustufen ist das schicke Artwork, wenngleich thematisch arg verschwängert mit der zeitgleich erschienenen neuen Dream Theater-Scheibe "The Astonishing", was wohl eher ungewollter Zufall ist.

Fazit:
Eine der besten Megadeth-Scheiben seit langem. Das Teil wächst mit jedem Hördurchgang und macht einfach Spass. Man darf auf die baldigen Konzerte in unserern Breitengraden gespannt sein. Mustaine muss an sich keinen Trübsal blasen, dass er nicht mehr bei Metallica ist (denn den Eindruck macht er leider seit über 30 Jahren). Hetfield und Co. könnten froh sein wenn sie so ein Sahnescheibchen wie "Dystopia" hinbekämen.
Wer Itunes sein Eigen nennt darf sich (zur Strafe des physischen CD-Kaufs) auch noch zwei Extra-Tracks kaufen (Ironie-Modus aus).


Martin



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