Freitag, 12. Februar 2016

Supersonic Blues Machine - West Of Flushing, South Of Frisco



Band : Supersonic Blues Machine
Album : West Of Flushing, South Of Frisco
Spielzeit : 55:53 Min.
Plattenfirma : Provogue / Mascot Label Group
Veröffentlichung : 26.02.2016
Homepage : supersonicblues.com

Wertung : 8 von 10

Trackliste :
  1. Miracle Man
  2. I Ain't Fallin' Again
  3. Running Whiskey (feat.Billy Gibbons)
  4. Remedy (feat. Warren Haynes)
  5. Bone Bucket Blues
  6. Let It Be
  7. That's My Way (feat. Chris Duarte) 
  8. Ain't No Love (In The Heart Of The City)
  9. Nightmares And Dreams (feat. Eric Gales)
  10. Can't Take It No More (feat. Walter Trout)
  11. Whiskey Time (Running Whiskey's Extended Ending)
  12. Let's Call It A Day (feat.Robben Ford)
  13. Watchagonnado
Die vielen Vorschusslorbeeren haben es für die Jungs von Supersonic Blues Machine sicher nicht leichter gemacht, aber so ist die Branche eben; drei namhafte Musiker betreten ein Tonstudio und die Dinge nehmen ihren Lauf. Im Fall des Trios um Fabrizio Grossi (Bass), Lance Lopez (Gitarre, Gesang) und Kenny Aronoff (Schlagzeug) dürfte schnell klar sein, warum das so ist. Man schaue sich dazu die bisherigen Aktivitäten der Jungs und die edle Riege der Gastmusiker (siehe Trackliste) an. Noch Fragen ?

Und so wartet die Rockwelt derzeit sehnsüchtig auf Hörbares, vielleicht auch deshalb, weil West Of Flushing, South Of Frisco bereits seit mehreren Jahren vor sich hinköchelt. Ende Februar hat das Warten aber ein Ende, wir durften aber vorab schon mal reinhören und verraten Euch, was Ihr vom knapp einstündigen Debutalbum erwarten dürft.

Basser Grossi, dessen Vita Ihr Euch hier ansehen könnt, erklärt es kurz und knapp mit seiner eigenen Formel, seiner Rückkehr zum Blues: "...es ist wie mit der Pasta in der italienischen Küche. Fügen Sie so viele Zutaten hinzu wie Sie wollen, irgendeine Soße...die Pasta ist und bleibt der Kern des Ganzen.Ah ja...

Und so bleibt der Blues die Basis von West Of Flushing, South Of Frisco. Dessen moderne, harte Variante, bluesbasierte Rockmusik mit einem Schuss Southern Comfort um es genauer zu sagen. Knackiger Bluesrock auf der einen Seite, mit, wie in I Ain't Falling Again, mehrstimmigen Gesangseinlagen im Wechsel mit Lopez' Gesang. Was mich ein wenig an Call & Response - Gesänge längst verganger Zeiten erinnert, als sogenannte Field Hollers die Entstehung dessen, was wir heute Blues nennen, einleiteten. Meiner Meinung nach ist das richtig gut gemacht worden, wurden Moderne und Vergangenheit wunderbar miteinander verquickt

Auf der anderen Seite Songs wie der Bone Bucket Blues; ein schneller Boogie, der sein Fundament, natürlich...im Blues hat. Hier hätte übrigens ein gewisser John Lee Hooker sicher Spaß dran gehabt. Dessen Boogie Chillen hatte ja einst die Little Ol' Band from Texas zu ihrem sehr geilen La Grange inspiriert...und ZZ Top sind es denn auch, die sich im Sound der Supersonic Blues Machine mehr als einmal wiederfinden.



Ihre Vielfältigkeit stellen die Jungs aber auch anderweitig unter Beweis. Zum Beispiel mit dem Bobby Bland-Cover Ain't No Love In The Heart Of The City. Die Soulnummer aus dem Jahr 1974 wurde bereits vier Jahre nach ihrer Veröffentlichung durch einen gewissen David Coverdale veredelt. Dessen Version dürfte den meisten Hardrockfans vom Whitesnake-Debutalbum bekannt sein. Lopez' nasal-röhrendes Organ passt ebenfalls ganz gut zu dem Stück, der entspannte 5 Minüter setzt einen schönen Gegenpol zum ansonsten eher energiegeladenen Rest des Albums.  
Die Eingangs zitierten Zutaten sind hingegen immer die selben: Lopez' elektrische Gitarre, die ganz allein für sich übrigens schon ein Reinhören wert wäre, der pumpende Bass und ein unspektakuläres, aber präzises Schlagzeug. Orgel, Bluesharp und Lopez' Gesang runden den Gesamteindruck wunderbar ab.


Dann die Gastauftritte von Warren Haynes, Billy Gibbons, Walter Trout etc.. Diese gehören heute ja ohnehin zum guten Ton einer Veröffentlichung der Mascot-Familie, quasi deren "Wer hat Zeit, wer macht mit" - Pflichtprogramm. Was ich aber nicht ansatzweise verwerflich finden möchte, da die Beiträge der "All-Stars" der ohnehin tollen Platte das gewisse Etwas verleihen. Walter Trout veredelt das schwül-fiebrige Can't Take It No More mit Gesang und Gitarre und Running Whiskey lässt unter Billy Gibbons' Beteiligung keinen Zweifel daran dass wir es hier mit einer Platte zu tun haben, die mit jedem Atemzug Ur-amerikanische Manierismen ausatmet.

Mein persönliches Album-Highlight hört jedoch auf den Namen Let It Be. Ganz ohne Fremdbeteiligung webt im Hintergrund eine Orgel ihre lässigen Teppiche, vorne wummert eine fette Bassline und mittendrin ein tiefenentspannter Lance Lopez, dessen Gitarre immer wieder Akzente in Form schöner Riffs und noch entspannteren Soli setzt. So will ich das hören...

Bernd



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