Dienstag, 8. März 2016

Monolith - Mountain


Band : Monolith
Album : Mountain
Spielzeit : 39:03 Min.
Plattenfirma : Final Gate Records
Veröffentlichung : 16.03.2016
Homepage : www.facebook.com/Monolith.doomrock

Wertung : 8 von 10

Tracklist :
  1. Mountain
  2. Vultures
  3. Standing Tall
  4. High Horse
  5. Moonshine Medication
  6. Lies And Deceit
  7. Tide
  8. Blackbird

Eins ist sicher: Wenn Ozzy das Raumschiff Erde eines Tages verlassen muss, kann er dies in dem sicheren Wissen tun, unzählige Frontleute mit seinem einzigartigen Gesangsstil inspiriert zu haben. Ob auch Ralf Brummerloh, Sänger der Bremer Doom-/Stoner Spezialisten Monolith, dem Briten bewusst nacheifert weiß ich nicht, aber es ist quasi unmöglich nicht an Black Sabbath zu denken, wenn er das Mikro bedient.

Dabei dürfte der Band, die neben Herrn Brummerloh (nebenbei Gitarrist) aus Ron Osenbrück (Gitarre), Jann Worthmann (Bass und Gesang) und André Dittmann (Schlagzeug und Gesang) besteht, das vermutlich und zurecht völlig egal sein, denn wenn überhaupt wären Freedom Hawk oder Count Raven die Bands, an die Monolith erinnern.


Mountain ist nach Dystopia (2014) der zweite Longplayer der Band, erscheint Mitte März und ist nur auf den ersten Blick ein zähes Doom-Brett geworden. Eine ultrafette Bassline jagt die nächste und der doppelte Gitarrensound (durch die Hinzunahme von Basser Jann stieg Sänger Ralf vom Bass auf Gitarre um), macht mächtig Eindruck. Die Band hat die Aufnahmen im örtlichen Harbor Inn Studio allein gesteuert und mit Hilfe des Allrounders Enno Legien, der für Mix und Mastering zuständig war, eine Perle dieses Uralt-Metal-Genres abgeliefert. Man darf gratulieren. Ich finde es schon bemerkenswert, wenn Bands, denen ich ein schmales Budget jetzt einfach mal unterstelle, mit einer großen Portion Können, Ausdauer und dem nötigen Fachwissen in der Hinterhand eine so tolle Produktion hinbekommen. Wenn ich da an manche Soundkatastrophe gewisser Topseller denke...

Zeugnis dieser Arbeit liefern natürlich in erster Linie die Songs. Der Opener und Titelsong Mountain schleppt sich mächtig fett durch die dunkle Doom-Einöde, macht zwischendurch mal Halt und lässt ein Break drauf die Zügel los, was sämtlichen Saint Vitus-, Cathedral- und natürlich Sabbath-Fans richtig Spaß machen dürfte. Wer übrigens denkt, nach dem Gitarrensolo eine Orgel zu hören, schaue in die kurze Studio-Doku klick hinein und lasse sich eines Besseren belehren.

Besonderes Augenmerk sollte aber unbedingt auf die Gitarrenarbeit gelegt werden, denn die ist absolut hörenswert. Die Songs erhalten damit eine zusätzliche Dimension, die den Klangteppich eben um eine Lage fetter und greifbarer macht. Trotz aller schleppenden Heavyness durch die doppelten Riffattacken beweisen Stücke wie Lies and Deceit daß hörenswerter Doom sehr wohl mehr sein kann als man gemeinhin erwartet. Ein leicht psychedelischer Einschlag, der mich ein wenig an die späteren Soundgarden bzw. King's X erinnert, verpasst dem Monolith-Sound eine besondere Note und lässt mich daran zweifeln daß man dem traditionellen Doom auf Ewig frönen möchte. Ich bin der festen Überzeugung daß die Entwicklung der Band mit Mountain nicht abgeschlossen ist.


 
Meine Empfehlung lautet, den zweiten Song der Platte, Vultures, anzutesten. Die Nummer gibt ein hervorragendes Spiegelbild der Platte ab und stellt zusammen mit dem erwähnten Lies And Deceit meine beiden Favoriten.
Ich für meinen Teil werde mich dieser Tage um die Vinylausgabe eines selbst im MP3-Format schon fett klingenden Albums bemühen und empfehle Euch, mehrere Ohren zu riskieren. Es lohnt sich.

Bernd

Dienstag, 23. Februar 2016

Megadeth - Dystopia

Band: Megadeth
Album: Dystopia
Spielzeit: 46:45 min.
Plattenfirma: Universal
Veröffentlichung: 29.01.2016
Homepage: www.megadeth.com



Wertung : 8,5 von 10 



Tracklist:

01. The Threat Is Real
02. Dystopia
03. Fatal Illusion
04. Death From Within
05. Bullet To The Brain
06. Post American World
07. Poisonous Shadows
08. Conquer Or Die
09. Lying In State
10. The Emperor

11. Foreign Policy


"Megadave" Mustaine hat sich in letzter Zeit ja eher unbeliebt gemacht, sei es durch zweispältige politische Äußerungen oder durch das Auswechseln seiner (grandiosen) Gitarre/Drums-Fraktion. Chris Broderick und Shawn Drover wurden ersetzt durch Kiko Loureiro (Angra) und Lamb of God's Chris Adler, die auch beide auf der aktuellen Tour an Drums und Gitarre vertreten sind.
Wurde die letzte Scheibe "Super Collider" eher negativ aufgenommen, sind die meisten Stimmen bezüglich "Dystopia" eher im "Daumen-hoch"-Bereich anzusiedeln und das zu Recht.
Sämtliche Songs sind knackig arrangiert und haben wieder den gewissen Megadeth-Charme, der die Truppe aus der Masse hervorstechen lässt. Aus Dave Mustaine wird zwar nie mehr ein guter Sänger werden, sein Organ ist und bleibt jedoch äußerst charakteristisch und passt trotz fehlendem Stimmumfangs irgendwie mehr als gut zur Musik.
Thrash-Elemente sucht man auf "Dystopia" eher vergebens, dafür groovt es an allen Ecken und Enden und der Meister himself hat mit seinem neuen Sidekick Kiko Loureiro wieder einige geniale Riffs aus dem Hut gezaubert.
Das orientalisch angehauchte und wohl den Terroristen "gewidmete" "The Threat Is Real" legt gut vor, ein gewaltiges Statement als Opener. Es fliegen einem pausenlos Licks und Soloparts um die Ohren, die übliche Megadeth-Hektik ist unverkennbar. Der Refrain ist klasse und der Song einer der besten auf "Dystopia".
Der  Titelsong steht dem in nichts nach, höchst melodisch zieht sich das Hauptriff durch den Song und auch hier besticht ein astreiner Refrain mit Qualität, der einem nach mehrmaligem Hören so schnell nicht mehr loslässt.
"Fatal Illusion" beginnt Sabbath-mäßig schwerfällig, ehe er nach einem Bass-Solo von Dave Ellefson Fahrt aufnimmt, wenngleich der Refrain nicht ganz so zündet wie bei den beiden Vorgänger-Songs. 
Mit "Death From Within" wird jedoch gleich ein weiterer Ohrwurm nachgelegt, der Refrain eingeleitet mit tollen Backing vocals ist wieder eine Wonne. Man frägt sich zwar schon, ob ein anderer Sänger nicht noch mehr aus dem Song herausgeholt hätte aber es ist wie es ist und der Song ist 1a.
Das von akustischen Gitarren eingeleitete "Bullet To The Brain" ist wieder von der etwas verkopfteren Sorte und erschließt sich einem erst nach ein paar Durchgängen, das "...had to know" im Chorus knallt aber ebenfalls ordentlich und die Riffs sind und bleiben ein Wahnsinn.
Auch solotechnisch ist Dave wie erwartet weiterhin ein Klasse für sich und die doppelstimmigen Soli klingen auch formidabel. Eine Wonne für jeden Freund von elektrischen Klampfen.
"Post American World" ist ein knackiger Stampfer, auch hier wieder gutes Gespür für Melodien und ein athmosphärischer akustisch gehaltener Mittelteil, der in einem Soloinferno explodiert.

Überhaupt muss man sagen, dass der Sound der Scheibe ein absolutes Highlight darstellt. Die Gitarren kommen knackig aus dem Boxen und auch Chris Adler erledigt eine tollen Job an der Schießbude, die soundmäßig differenziert und nicht zu laut (wie auf so vielen anderen Releases) produziert ist.

"Poisonous Shadows" ist das ruhigste Stück auf "Dystopia" und hat gar Keyboards zur Untermalung, die aber sehr dezent und stilvoll untergebracht sind. Ein sehr atmosphärischer Song, der zu den absoluten Highlights der CD zählt. Perfetto!
Mit "Conquer Or Die" befindet sich auch ein Instrumentalstück auf dem Rundling, anfangs ruhig mit Solo-Akustik-Klampfe gehalten baut der Song langsam Schicht auf Schicht und endet mit famosen Gitarrenduellen zwischen Dave und Kiko.

"Lying in State" ist zwar ebenfalls kein wirklich schlechter Song, fällt aber qualitativ eher in die schwächere Kategorie. Der einzige halbe  "Füller" auf "Dystopia".

Das mit einem weiteren knochentrockenen Riff ausgestattete "The Emperor" überzeugt zum Abschluss nochmal auf ganzer Linie und auch das Fear-Cover "Foreign Policy" hat seinen Charme.

Ebenfalls positiv einzustufen ist das schicke Artwork, wenngleich thematisch arg verschwängert mit der zeitgleich erschienenen neuen Dream Theater-Scheibe "The Astonishing", was wohl eher ungewollter Zufall ist.

Fazit:
Eine der besten Megadeth-Scheiben seit langem. Das Teil wächst mit jedem Hördurchgang und macht einfach Spass. Man darf auf die baldigen Konzerte in unserern Breitengraden gespannt sein. Mustaine muss an sich keinen Trübsal blasen, dass er nicht mehr bei Metallica ist (denn den Eindruck macht er leider seit über 30 Jahren). Hetfield und Co. könnten froh sein wenn sie so ein Sahnescheibchen wie "Dystopia" hinbekämen.
Wer Itunes sein Eigen nennt darf sich (zur Strafe des physischen CD-Kaufs) auch noch zwei Extra-Tracks kaufen (Ironie-Modus aus).


Martin



Freitag, 19. Februar 2016

Ludwig Two - Goodbye Loreley

Band : Ludwig Two
Album : Goodbye Loreley
Spielzeit : 67:24 Min.
Plattenfirma : Magic Mango Music / Cargo
Veröffentlichung : 19.02.2016
Homepage : www.ludwigtwo.com

Wertung : 7 von 10 

Trackliste : 

  1. Remember
  2. Looney Eyes
  3. Downhill feat.Pluto XL
  4. Trip to the Sun
  5. Good Vibrations
  6. Take me out
  7. Catch me
  8. Drunk
  9. Boat of Love
  10. Goddess
  11. Sometimes
  12. Master of Universe (Single Edit)
  13. Smoking Elefants
  14. Love has lost
  15. What Feels like Home
  16. Halo feat. Pluto XL

Pop im Rockingboy...muss das denn jetzt auch noch sein ?

Wir hatten ja abseits des täglichen Einerlei hier schon einiges auf unseren Seziertischen, vom Death Metal über Jazz bis hin zur düsteren Chansonette. Als dieser Tage aber ein Überraschungspäckchen mit der CD einer Band namens Ludwig Two reinschneite, habe ich bei den ersten Tönen echt kurz geschluckt...ich bin ja ehrlich.

Aber wisst ihr was, man sollte vielleicht öfter mal über seinen Schatten springen und Neuem eine Chance geben, manchmal lohnt es sich nämlich. Die vier Jungs aus dem oberbayerischen Flusstal Altmühltal nennen Coldplay und Radiohead als Einflüsse, "kopiert wird aber gar nichts" so die selbstbewusste Aussage. Dank einer Crowdfunding-Kampagne konnte man mit Goodbye Loreley eine (die zweite) Platte produzieren, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden kann.


Der Einstieg gestaltet sich mit Remember sehr eingängig und unverfänglich. Die Nummer transportiert eine luftig-glückliche "Ich und mein Pott Kaffee morgens um viertel nach sechs"-Atmosphäre, die ich so nebenbei weghören kann, aber auch nicht mehr. Das um einen tanzbaren Beat herum komponierte Stück ist mir persönlich zu glatt und hat zu wenig Tiefgang. Ich gehöre aber auch warscheinlich nicht zu der Klientel, die Ludwig Two ansprechen möchte. 

Überhaupt zieht sich die Leichtigkeit des Seins wie ein roter Faden durch die Musik der Vier. Looney Eyes besticht durch eine infektiöse Hookline, die frech im Ohr kleben bleibt, das ist Musik die mich an einen Mix aus Jazz-Funk der Marke Level 42 oder Mezzoforte (kann sich noch wer an deren Garden Party erinnern ?) und Synthie-Pop von Camouflage oder Depeche Mode erinnert. Die nächste Gelegenheit kommt also garantiert, sich mal ein paar Songs von Ludwig Two in den MP3 Player zu packen und bei 30 Grad im Schatten mit einem kühlen Longdrink in die Klappstuhl-Lounge zu fläzen...

So rauscht Goodbye Loreley klasse produziert (Hut ab, tolle Leistung!) und dermaßen tiefenentspannt an mir vorbei, dass ich Mühe habe, konzentriert zuzuhören. Mit 3 bis 4 Nummern weniger wäre das Album für mich persönlich greifbarer gewesen. Ich finde aber immer wieder tolle Momente in den Songs, wie etwa in Good Vibrations, hier hören wir eine feine Gesangsleistung von....ja, von wem denn eigentlich ? Ich kann beim besten Willen nicht herausfinden, wer überhaupt und wann singt...irgendwo las ich jedenfalls, dass es zwei Sänger in der Band gibt.

Aber egal, mein Favorit ist das tolle Take Me Out. Das melancholisch-düstere Keyboardgewaber wirkt im Hintergrund dem lockeren Gitarrenlauf entgegen und setzt sich Stück für Stück mit der markanten Schlagzeugarbeit zu einer Nummer mit echtem Wiedererkennungswert zusammen. Der Refrain tut letztlich sein Übriges, ich mag das Stück. Goddess ist ebenfalls eine Empfehlung zum Reinhören, das Stück hat einen coolen Drive und profitiert vom etwas tieferen, souligen Gesang des zweiten Sängers. 

Erwähnen möchte ich noch dass die Band ihr Handwerk wirklich versteht, ich schätze sehr dass eigene Ideen komponiert und professionell umgesetzt werden. Das kann man ja gar nicht genug loben in einer Zeit in der Musik längst zur Massenware verkommen ist und so ärgere ich mich ein wenig dass die Band Ludwig Two einfach nicht die Musik macht, die mir gefällt. Da muss ich mir denn auch eingestehen, dass ich als Schreiber nicht 100% objektiv sein kann.

Trotzdem, ich gebe verdiente 7 Punkte für eine tolle Leistung. Weiter so, Ludwig Two !

Bernd

Donnerstag, 18. Februar 2016

Monster Truck - Sittin' Heavy


Band: Monster Truck
Album: Sittin' Heavy
Spielzeit: 45:29 min.
Plattenfirma: Mascot Label Group/Provogue
Veröffentlichung: 19.02.2016
Homepage: www.ilovemonstertruck.com



WERTUNG: 9 von 10


Tracklist:
       
01. Why Are You Not Rocking?
02. Don't Tell Me How to Live
03. She's A Witch
04. For The People
05. Black Forest
06. Another Man's Shoes
07. Things Get Better
08. The Enforcer
09. To The Flame
10. New Soul
11. Enjoy The Time


Mit ordentlich Vorschusslorbeeren landeten aktuell die Kanadier MONSTER TRUCK mit Ihrem neuen Album "Sittin' Heavy" in meinem CD Player. So konnten Jon Harvey, Jeremy Widermann, Brandon Bliss und Steve Kiely 2013 den Juno Award als "Breakthrough Group Of The Year" einheimsen. Und das nach dem Erfolg Ihres Debüts "Furiosity" völlig zu Recht (kam bis auf Platz 13 der kanadischen Charts). Denn die Jungs reiten nicht nur auf der momentanen Retro-Rock Welle, nein, wenn ich mir "Sittin' Heavy" anhöre, sind Sie einer der Gründe dafür. Denn MONSTER TRUCK haben einfach den nötigen Groove, um Ihre Mischung aus 70s Rock, Stoner und ein bisschen Doom so ansprechend zu präsentieren. Dazu kommt abermals der erdige Sound, den Ihnen Eric Ratz (der schon mit den CANCER BATS, BILLY TALENT oder DANKO JONES gearbeitet hat) abermals gezimmert hat.


Beginnend mit der fast schon provokanten Frage "Why Are You Not Rocking?" zeigt auch bei "Sittin' Heavy" die Formkurve steil nach oben. "Rock N Roll Might Save Your Life.." - diese Textzeile aus dem Opener könnte symptomatisch für das komplette Werk der Kanadier stehen. Ein gelungener Einstieg, der dann mit dem Hit "Don't Tell Me How To Live" seine wunderbare Fortsetzung findet. Ein zentnerschwerer Groove veredelt mit einem mächtigen Gitarrenriff sowie einem Ohrwurmrefrain lassen in meinen Ohren einen der besten Songs 2016 entstehen. "She's A Witch" zieht anschließend das Tempo etwas an, ehe bei "For The People" mehr als nur ein Hauch Southern Rock a la LYNYRD SKYNYRD durchscheint. Und das von Kanadiern, tztz. Egal, der Song ist klasse. Keine Ahnung, ob "Black Forest" etwas mit dem deutschen Schwarzwald zu tun hat, jedenfalls werden MONSTER TRUCK plötzlich etwas gemütlicher, heimeliger bzw. doch wieder mehr in Richtung Stoner Rock des Debüts. 

Doch wie ihr sicherlich merkt, ich finde auch hier kaum Kritikpunkte. Lediglich, dass zu meinen absoluten Favoriten im Retro-Rock Bereich, den Spaniern ELDORADO, nur ein minimales Quäntchen fehlt. Für Abwechslung ist aber geboten, denn Stücke wie "Things Get Better" bleiben einfach im Ohr hängen, Monotonie ist trotz des Stoner Rock Einfluß ein absolutes Fremdwort. Als letzten Anspieltipp möchte ich "The Enforcer" nennen, das mit seinen Chören und einem grandiosen Refrain nochmal Punkte macht. 

Doch genug geschrieben für heute, kommen wir zum Fazit. Und das kann in diesem Fall nur heißen: Vorsicht! MONSTER TRUCK haben mit "Sittin' Heavy" einen Anwärter auf das Album des Jahres 2016 im Gepäck. Für alle Retro-Rock, Classic Rock, Stoner Rock Fans und was auch immer in jedem Fall ein Pflichtkauf. Ihr wollt euch selbst überzeugen? Dann hört weiter unten mal in den kompletten Album-Stream rein und beeilt euch - keine Ahnung, wie lange der Stream noch online sein wird.

Markus




Dienstag, 16. Februar 2016

Steel Panther - Live From Lexxi's Mom's Garage

Band: Steel Panther
Album: Live From Lexxi's Mom's Garage
Spielzeit: ca. 65 min. (nur Stream)
Plattenfirma: Kobalt Label Services
Veröffentlichung: 26.02.2016
Homepage: www.steelpantherrocks.com


WERTUNG: 8 von 10


Tracklist:
1.Show Intro/Say Yeah! (Live Acoustic)
2.Party Like Tomorrow Is The End Of The World (Live Acoustic)
3.Fat Girl (Thar She Blows) (Live Acoustic)
4.If You Really, Really Love Me (Live Acoustic)
5.Gloryhole (Live Acoustic)
6.Bukkake Tears (Live Acoustic)
7.The Burden of Being Wonderful (Live Acoustic)
8.Weenie Ride (Live Acoustic)
9.That's When You Came In (Live Acoustic)
10.Michael Don't Know (Live Acoustic)
11.Community Property (Live Acoustic)
12.Grindy and Sexy (Live Acoustic)
13.Death To All But Metal (Live Acoustic)

Da es aktuell so aussieht, als müssten die STEEL PANTHER Fans (kurz auch Fanthers genannt) bis nächstes Jahr warten, um ein neues Studio Album der Glam Metaller in Händen zu halten, so wird die Wartezeit nun durch ein interessantes Package verkürzt. Ein akustischer Live-Gig (mit gecastetem Publikum - dafür gibt es ordentlich Silikon auf die Augen) aus der Garage von Lexxi's Mom gibt es nun sowohl als CD als auch als DVD. Also kein klassisches Best-Of Album, nein die Stücke wurden allesamt halbakustisch eingespielt, teilweise umarrangiert (bei den Balladen nicht nötig gewesen) und in neuer Form veröffentlicht. Erwartungsgemäß funktionieren die Balladen auch akustisch fast schon perfekt, die härteren Stücke wollen bei mir zumindest nicht ganz so zünden. Da stellt sich mir wie so oft die Frage, ob man Metal-Songs wirklich in ein akustisches Gewand pressen sollte. 


Genauer möchte ich zumindest auf eine Handvoll der Tracks eingehen. "Weenie Ridie" ist in neuer Ausstattung noch gefühlvoller geworden und ja, auch wenn der Metaller in mir sich dagegen wehrt, saugut geworden. Die zarte Streicherbegleitung passt wirklich wunderbar. Auch einer der größeren Hits der Jungs um Sänger Michael Starr, "Party Like Tomorrow Is The End Of The World" funktioniert erstaunlich gut in der abgespeckten Version. Hätte ich so nicht erwartet. Das viele Geplapper zwischen den Songs ist man von STEEL PANTHER schon gewohnt, die nicht all zu witzigen Einspieler auf der DVD sind ebenfalls nicht völlig überraschend, mich persönlich nervt beides. Könnte daher kommen, dass ich bereits länger dem Teenager-Alter entwachsen bin, hihi. 

Aber egal, bei STEEL PANTHER kommt es hauptsächlich auf den Spaß an und den macht "Live From Lexxi's Mom's Garage" definitiv, auch wenn nicht alles Gold ist, was da glänzt. Eins muss ich noch loswerden. Ein Song wie "Death To All But Metal" funktioniert in keiner akustischen Version, auch in dieser nicht. Da fehlt einfach die pure Energie des Originals und ein paar Ampere Strom. Dafür gibt es mit "That's When You Came In" einen klasse BON JOVI-mäßigen Song zum ersten Mal zu Gehör, der wirklich Bock auf neues Material macht. Damit kann ich diese unterhaltsamen 65 Minuten (oder so ähnlich) jedem Fan der STEEL PANTHER ans Herz legen. Vielleicht auch als verspätetes Valentinstagsgeschenk für die bessere Hälfte, wenn diese die ständigen sexuellen Anspielungen nicht stören.
 

Markus

 

Freitag, 12. Februar 2016

Supersonic Blues Machine - West Of Flushing, South Of Frisco



Band : Supersonic Blues Machine
Album : West Of Flushing, South Of Frisco
Spielzeit : 55:53 Min.
Plattenfirma : Provogue / Mascot Label Group
Veröffentlichung : 26.02.2016
Homepage : supersonicblues.com

Wertung : 8 von 10

Trackliste :
  1. Miracle Man
  2. I Ain't Fallin' Again
  3. Running Whiskey (feat.Billy Gibbons)
  4. Remedy (feat. Warren Haynes)
  5. Bone Bucket Blues
  6. Let It Be
  7. That's My Way (feat. Chris Duarte) 
  8. Ain't No Love (In The Heart Of The City)
  9. Nightmares And Dreams (feat. Eric Gales)
  10. Can't Take It No More (feat. Walter Trout)
  11. Whiskey Time (Running Whiskey's Extended Ending)
  12. Let's Call It A Day (feat.Robben Ford)
  13. Watchagonnado
Die vielen Vorschusslorbeeren haben es für die Jungs von Supersonic Blues Machine sicher nicht leichter gemacht, aber so ist die Branche eben; drei namhafte Musiker betreten ein Tonstudio und die Dinge nehmen ihren Lauf. Im Fall des Trios um Fabrizio Grossi (Bass), Lance Lopez (Gitarre, Gesang) und Kenny Aronoff (Schlagzeug) dürfte schnell klar sein, warum das so ist. Man schaue sich dazu die bisherigen Aktivitäten der Jungs und die edle Riege der Gastmusiker (siehe Trackliste) an. Noch Fragen ?

Und so wartet die Rockwelt derzeit sehnsüchtig auf Hörbares, vielleicht auch deshalb, weil West Of Flushing, South Of Frisco bereits seit mehreren Jahren vor sich hinköchelt. Ende Februar hat das Warten aber ein Ende, wir durften aber vorab schon mal reinhören und verraten Euch, was Ihr vom knapp einstündigen Debutalbum erwarten dürft.

Basser Grossi, dessen Vita Ihr Euch hier ansehen könnt, erklärt es kurz und knapp mit seiner eigenen Formel, seiner Rückkehr zum Blues: "...es ist wie mit der Pasta in der italienischen Küche. Fügen Sie so viele Zutaten hinzu wie Sie wollen, irgendeine Soße...die Pasta ist und bleibt der Kern des Ganzen." Ah ja...

Und so bleibt der Blues die Basis von West Of Flushing, South Of Frisco. Dessen moderne, harte Variante, bluesbasierte Rockmusik mit einem Schuss Southern Comfort um es genauer zu sagen. Knackiger Bluesrock auf der einen Seite, mit, wie in I Ain't Falling Again, mehrstimmigen Gesangseinlagen im Wechsel mit Lopez' Gesang. Was mich ein wenig an Call & Response - Gesänge längst verganger Zeiten erinnert, als sogenannte Field Hollers die Entstehung dessen, was wir heute Blues nennen, einleiteten. Meiner Meinung nach ist das richtig gut gemacht worden, wurden Moderne und Vergangenheit wunderbar miteinander verquickt. 

Auf der anderen Seite Songs wie der Bone Bucket Blues; ein schneller Boogie, der sein Fundament, natürlich...im Blues hat. Hier hätte übrigens ein gewisser John Lee Hooker sicher Spaß dran gehabt. Dessen Boogie Chillen hatte ja einst die Little Ol' Band from Texas zu ihrem sehr geilen La Grange inspiriert...und ZZ Top sind es denn auch, die sich im Sound der Supersonic Blues Machine mehr als einmal wiederfinden.



Ihre Vielfältigkeit stellen die Jungs aber auch anderweitig unter Beweis. Zum Beispiel mit dem Bobby Bland-Cover Ain't No Love In The Heart Of The City. Die Soulnummer aus dem Jahr 1974 wurde bereits vier Jahre nach ihrer Veröffentlichung durch einen gewissen David Coverdale veredelt. Dessen Version dürfte den meisten Hardrockfans vom Whitesnake-Debutalbum bekannt sein. Lopez' nasal-röhrendes Organ passt ebenfalls ganz gut zu dem Stück, der entspannte 5 Minüter setzt einen schönen Gegenpol zum ansonsten eher energiegeladenen Rest des Albums.  
Die Eingangs zitierten Zutaten sind hingegen immer die selben: Lopez' elektrische Gitarre, die ganz allein für sich übrigens schon ein Reinhören wert wäre, der pumpende Bass und ein unspektakuläres, aber präzises Schlagzeug. Orgel, Bluesharp und Lopez' Gesang runden den Gesamteindruck wunderbar ab.


Dann die Gastauftritte von Warren Haynes, Billy Gibbons, Walter Trout etc.. Diese gehören heute ja ohnehin zum guten Ton einer Veröffentlichung der Mascot-Familie, quasi deren "Wer hat Zeit, wer macht mit" - Pflichtprogramm. Was ich aber nicht ansatzweise verwerflich finden möchte, da die Beiträge der "All-Stars" der ohnehin tollen Platte das gewisse Etwas verleihen. Walter Trout veredelt das schwül-fiebrige Can't Take It No More mit Gesang und Gitarre und Running Whiskey lässt unter Billy Gibbons' Beteiligung keinen Zweifel daran dass wir es hier mit einer Platte zu tun haben, die mit jedem Atemzug Ur-amerikanische Manierismen ausatmet.

Mein persönliches Album-Highlight hört jedoch auf den Namen Let It Be. Ganz ohne Fremdbeteiligung webt im Hintergrund eine Orgel ihre lässigen Teppiche, vorne wummert eine fette Bassline und mittendrin ein tiefenentspannter Lance Lopez, dessen Gitarre immer wieder Akzente in Form schöner Riffs und noch entspannteren Soli setzt. So will ich das hören...

Bernd



Donnerstag, 11. Februar 2016

Riffocity - Disciples Of The Storm

Band: Riffocity
Album: Disciples Of The Storm EP
Spielzeit: 26:32 min.
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 01.2016
Homepage: www.facebook.com/RIFFOCITYbandgr


WERTUNG: 5 von 10

Tracklist:
01.Discipling
02.Iron Will
03.Holethros
04.The Past That Storms
05.The Patriot

Über Facebook hat mich diese nordgriechische Band kontaktiert und ist der Meinung Ihre EP müsste unbedingt rezensiert werden. Na klar, warum nicht, dachte ich mir, vielleicht entdecken wir mal wieder ein kleines Juwel am Thrash-Metal Himmel. Und so habe ich mir diese 5 Stücke desöfteren zu Gemüte geführt. Und was soll ich sagen? RIFFOCITY machen nicht viel verkehrt. Jedenfalls, wenn man auf die alten Helden steht und SLAYER oder FORBIDDEN in den 80er Jahren zu seinen Favoriten zählt. Moderne Einflüsse sind jedenfalls wenige zu vernehmen. 


"Discipling" macht genau dort weiter, wo FORBIDDEN anno 1990 mit "Twisted Into Form" aufgehört haben. Allerdings muss ich gleich anmerken, dass deren Klasse von RIFFOCITY leider nicht erreicht werden. "Iron Will" läuft dann leider völlig an mir vorbei. Man hat den Eindruck, als würden die Griechen vergessen auf den Punkt zu kommen. Die Riffs an sich sind ja ganz nett, aber auch hier werde ich das Gefühl nicht los, alles schon mal gehört haben. Und bei den Gitarrensoli hat man den Eindruck, die Band würde nebeneinander her spielen. Das ist vom Songwriting sicher besser zu lösen, ein Gitarrensolo sollte nicht als Fremdkörper im Song verstanden werden können. 

Glücklicherweise ballert das folgende "Holethros" um einiges gefälliger aus den Boxen. Klar, die Zutaten sind nicht anders, doch endlich höre ich einen ausgereiften Song, der auch mit ein paar guten Hooks aufwarten kann. Und zudem auf den Punkt kommt, ohne Umschweife. Mit mehr Stoff in dieser Hinsicht dürfte die Suche nach einer Plattenfirma wahrscheinlich sogar von Erfolg gekrönt sein. "The Past That Storms" ist nicht ganz so stark wie der Vorgängertrack, hat aber ebenfalls Potenzial und mit dem abschließenden stark an SLAYER erinnernden "The Patriot" machen RIFFOCITY auch nicht so viel verkehrt. 

Allerdings fehlt mir über die gesamte Spielzeit die eigene Identität oder neue Ideen, die RIFFOCITY von anderen Thrash-Metal Bands unterscheiden könnte. Das pure Nacheifern der Idole führt bei mir dagegen noch mal zu einem Punktabzug, womit wir bei mittelmäßigen 5 von 10 Punkten hängen bleiben. Potenzial ist zu erkennen, sobald man sich von den übermächtigen Vorbildern gelöst hat, dürften RIFFOCITY eine zweite Chance bekommen. 

Markus


Dienstag, 9. Februar 2016

Sir Donkey's Revenge - Retrosexual


Band: Sir Donkey's Revenge
Album: Retrosexual
Spielzeit: 39:15 min.
Plattenfirma: STF Records
Veröffentlichung: 22.01.2016
Homepage: www.sirdonkeysrevenge.ch


WERTUNG: 5,5 von 10


Tracklist:
01.Technosapiens
02.Wolf
03.Hamster
04.Beldam
05.Junkyardstories
06.Riot
07.Foxhunt
08.Supergalactic
09.Technolution
10.Robby5X

Nachdem ich in letzter Zeit eigentlich fast nur richtig geile Scheiben zur Rezension da hatte (Shakra, Supersuckers), musste diese Serie zwangsläufig irgendwann ein Ende haben. Die Schweizer Debütanten SIR DONKEY'S REVENGE haben nun die unleidige Aufgabe, genau dafür herhalten zu müssen. Naja, sonderlich leicht machen es sich die Eidgenossen von Haus auf nicht, denn seit vielen Jahren gibt es im klassischen Crossover (Metal meets Hip Hop) kaum noch herausragende Alben. An die alten Helden wie RAGE AGAINST THE MACHINE, DOG EAT DOG oder auch CLAWFINGER kommt seit langem niemand mehr ran. Jedenfalls meiner Meinung nach. Und auch SIR DONKEY'S REVENGE schaffen es nicht, trotz einiger vielversprechender Ansätze. Vom Sound und Songwriting orientiert sich der Vierer übrigens noch am ehesten an RATM.


Doch beginnen wir mal am Anfang. "Technosapiens" startet mit einem affenmäßigen Intro, ehe ein recht einprägsamer Groove inkl. entsprechendem Riff die Scheibe ganz ordentlich starten lässt. Der Refrain ist auch nicht schlecht, der große Aha-Effekt fällt aber leider aus. Das folgende "Wolf" verschleppt dann das Tempo gleich mal. Klingt sofort eine Sparte düsterer, ohne aber die in meinen Ohren nötige Härte zu erreichen. Dafür könnte der Refrain live durchaus für einige Hüpfer sorgen. "Hamster" ist dann trotz des ziemlich bescheuerten Texts (jaja, Hamster reimt sich auf Gangster) musikalisch richtig geil geworden, da man sich auf die Basics besinnt. Noch besser wird dann nur das folgende "Beldam" - hier trifft Coolness auf die richtige Portion Härte. Mehr solcher Stücke und die Bewertung würde viel höher stehen. 

Das Problem sind dann aber die restlichen 6 Stücke, die alle mehr oder weniger gelungen ziemlich vor sich hinplätschern und damit die Scheibe definitiv in die dunklen Gefilde des Mittelfelds drücken. Besonders "Foxhunt" finde ich persönlich schon sehr schwach und kann mich selten dazu zwingen nicht die Skip Taste zu drücken. Ist aber wie immer Geschmackssache. Nichtsdestoweniger bleibt "Retrosexual" nicht nur auf Grund des selten dämlichen Covers, sondern auch auf Grund der darauf enthaltenen Musik im Schlamm der Mittelmäßigkeit stecken. Nur für hartgesottene Crossover Fans, die nicht genug kriegen können, alle anderen legen lieber wieder die alten Helden auf. 

Markus