Mittwoch, 13. August 2014

Astral Doors - Notes From The Shadows


Band : Astral Doors
Album : Notes From The Shadows
Spielzeit : 49:10 Min.
Veröffentlichung : 29.08.2014
Plattenfirma : Metalville
Homepage : www.astraldoors.com

Wertung : 9 von 10

Trackliste :
  1. The Last Temptation Of Christ
  2. Disciples Of The Dragon Lord
  3. Wailing Wall
  4. Shadowchaser
  5. Die Alone
  6. Hoodoo Ceremony
  7. Southern Conjuration
  8. Walker The Stalker
  9. Desert Nights
  10. In The Name Of Rock
  11. Confessions

Entegen des weiträumig und grenzübergreifend grassierenden Trends, sich Schlaghosen anzuziehen, die Matte schön fettig glänzen zu lassen und möglichst 70er Jahre-like "Retro" rüberzukommen, hat endlich mal wieder eine Band meinen in den 80er Jahren gefestigten Metalgeschmack voll getroffen. Astral Doors heissen die Jungs aus Schweden und die präsentieren uns dieser Tage ihren Knaller Notes From The Shadows...

Fans der Band wissen schon länger, wo die Qualitäten der Astral Doors liegen, nämlich im reinrassigen Powermetal, der an eine erstklassige Mischung aus Blind Guardian, Helloween und Dio erinnert. Die Schönheit von siebten Platte der Band, Notes From The Shadows entfaltet sich mit jedem Hördurchgang ein wenig weiter. Sänger und Kopf der Band Patrik Johansson und seine Mitstreiter haben es geschafft, die starren Rainbow- / Dio- / Deep Purple-Fesseln der Vorgängeralben zu lockern, auch wenn seine Stimme noch immer an den kleinen Mann mit der großen Stimme erinnert. Ich finde ich es aber schon bemerkenswert, wie vielfältig der Astral Doors Sound heute klingt, was sicher auch daran liegt dass Patrik Johansson sich als eigenständiger Sänger etabliert hat, der dank seines wandelbaren Organs verschiedene Stimmungslagen erzeugen und Akzente setzen kann.


  
Ein weiteres Pfund ist das Songwriting. Wer Zweifel hat, sollte in Die Alone, den mit neun Minuten längsten Track der Platte, reinhören. Die tickende Uhr, getragen von einem verregneten Intro und sphärischen Keyboardklängen, gibt den Takt der Nummer vor und geht nahtlos in ein episches Metalopus über, welches keinen Anhänger harter Klänge kalt lassen dürfte. Der Song hat alles was mein Metallerherz berührt, bratzige Rhytmusgitarren und ein kurzes Gitarrensolo im Mittelteil, ein feines Keyboard im Hintergrund, Tempiwechsel. Dazu wieder Johanssons packender, durch verschiedene Höhenlagen wandelnder Gesang, dann die schönen Refrains...all diese Zutaten führen dazu dass die Nummer immer wieder zurück zum Thema findet. Diese epischen Songs packen mich immer wieder bei den Hörnern, das Ding wird ein Klassiker der Band. Jungs, das habt ihr gut gemacht...

Der Sound, die dritte Säule der Platte: Jonas Kjellgren hat einen astreinen Job gemacht, und den Aufnahmen in den schwedischen Black Lounge Studios einen würdigen Mix verpasst. Dabei ist es letztlich egal, ob die Songs In The Name of Rock oder The Last Temptation of Christ heissen: Dröge, hölzern oder langweilig ist keiner davon. Im Gegenteil, auch nach mehreren Hördurchgängen finde ich überraschende Details. So dachte ich zuerst in Southern Conjuration neben Patrik eine Frauenstimme zu hören...mitnichten. Ich habe Patrik gefragt, er hat sämtliche Vocals und Chorus selber und allein eingesungen !!!

Wer von Euch also auf klassischen Heavy Metal steht, kommt an Notes From The Shadows nur sehr schwer vorbei. Meine Metalplatte des bisherigen Jahres ! 

Leichten Punkteabzug muss es zwangsläufig geben für die Tatsache dass immer mal wieder die alten Legenden zitiert werden, die Musik also doch irgendwie Retro ist...auf der anderen Seite ist gute Mucke nun mal zeitlos und deshalb darf ich die Astral Doors zu fetten 9 Punkten beglückwünschen !




Bernd Fischer


P.S.: Was Sänger Patrik Johansson zum neuen Material zu sagen hat, erfahrt Ihr demnächst hier bei Eurem Rockingboy-Mag...

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