Montag, 18. August 2014

Jimmy Cornett And The Deadmen - The Ride



Band : Jimmy Cornett And The Deadmen
Album : The Ride
Spielzeit : 48:17 Min.
Veröffentlichung : 29.08.2014
Plattenfirma : Stringkiller Music
Homepage : www.jimmycornett.de

Wertung :  8 von 10

Trackliste : 

  1. Devil Got My Soul
  2.  ...For The Ride
  3. Guardian Light
  4. Kilian
  5. Lecker
  6. Another Wednesday Morning
  7. Long Way To The Bar
  8. Fields Of Stone
  9. Red Light
  10. Rip Off Your Shirt
  11. Raise The Dust [bonus track]
  12. Red Light (Remix by Bombax) [bonus track]
 
Musiker, die mit beiden Beinen fest auf ihrem Boden stehen und dazu noch handgemachte Qualitätsmucke auf den Markt kicken, werden von uns immer wieder gerne etwas genauer unter die Rockingboy-Lupe genommen. Jimmy Cornett And The Deadmen sind aus diesem Holz und knallen uns Ende des Monats ein Album voller ungeahnter Perlen vor den Latz. Eins ist auf jeden Fall sicher: The Ride wird garantiert noch für Furore sorgen...

Jimmy Cornett, Wahlhamburger mit deutsch-finnischer Abstammung, wuchs in Minden (NRW) auf und wohnt seit 21 Jahren im geerdeten Hamburg-Harburg. "Das ist ein ehrlicher Ort mit ehrlichen Leuten, die einem auch gerne die Meinung sagen, wenn man komisch wird.", so Cornetts symphatische Meinung über seine Harburger Nachbarn. The Deadmen, bestehend aus Dennis Adamus (Lead Gitarre), Frank Jäger (Upright Bass) und Thomas Raabe an den Drums ergänzen Cornett und runden den ersten Eindruck einer Band, die mit sich im Reinen zu sein scheint, ab.



Jimmy lieh sich irgendwann mal die Gitarre einer Nachbarin und entdeckte sein Talent für dieses Instrument, spielte mit einem trommelnden Kumpel ein wenig herum und so nahm die Sache ihren Lauf. Ergebnis dieser Entwicklung, und sicherlich viel harter Übung, ist die bereits dritte Platte des Mannes mit dem Faible für die USA und Triumph-Motorräder. Die Bikes waren auch der Grund dafür dass Cornett sich mit den Hells Angels bzw. deren musikalischen Vorlieben, beschäftigte. 2006 erschien das daraus resultierende Album Rythm Of Hells - Songs Of Angels - History, gefolgt von einer 5-Track EP namens California Session und dem ganz ganz feinen 2012er Americana-Album Raise The Dust.  

Nun erscheint also The Ride, wieder ein Album, dessen Urprung viel eher in den Staaten liegen müsste, als im Norden unserer Bundesrepublik. Cornett greift aber, und das steht ihm und der Band wirklich sehr gut, nicht nur in die prallgefüllte Kiste der US-Musikgeschichte, indem er Delta-Blues der Marke Reverend Peyton's Big Damn Band (Devil Got My Soul, Rip Off Your Shirt), das countryeske Killian oder in Lecker schmissigen Rock'n'Roll nicht nur zitiert. Nein, er drückt sämtlichen Songs seinen persönlichen Stempel auf. Hut ab die Herren !!!

Ganz nebenbei hat Jimmy Cornett dann auch noch ein ganz feines Gespür für Melodien und die harmonische, melancholische Seite der Musik, an der schon so viele gescheitert sind. Und so finden sich neben erwähnten herausragenden Songs, etwas versteckt, die kleinen, unscheinbaren Highlights auf The Ride. Mit Guardian Light zeigt Jimmy, welch hervorragender Songwriter und Sänger er ist. Mir scheint, dass die Musikwelt bisher einen schweren Fehler gemacht hat, indem sie den Mann schnöde ignoriert hat. Leute, nehmt euch einfach mal die Zeit, es lohnt sich. Vergesst einfach mal die ganze Radioscheisse und hört echte Musik !!!



Ganz nebenher befindet sich ein Track auf der Scheibe, der eine ganz besondere Geschichte hat. Raise The Dust wurde von Rupert Henning geschrieben und von Jimmy Cornett für eine Doku über eine 1300 Kilometer lange Offroad-Motorradexpedition komponiert, die von einem Kamerateam begleitet und dokumentiert wurde. Im obigen Videoclip seht ihr deshalb einen Teil dieses Films und dürft der wunderbaren Musik im Hintergrund lauschen.

Ein weiterer Song verdient Aufmerksamkeit: Red Light, ein Coversong, den ich so niemals auf der Scheibe erwartet hätte. Das Original stammt aus dem Jahre 1977 und wurde von keinem anderen als Billy Ocean (die Älteren unter uns werden sich erinnern) zum Besten gegeben.

Jimmy und die Deadmen schaffen es tatsächlich, aus der Disconummer ein ernstzunehmendes Stück Musik zu formen, sicher mit einem Schmunzeln im Gesicht. Wie auch beim für mich überflüssigen Versuch, diesen in einer remixten Version als Bonustrack hintendranzuhängen. Grundsätzlich nicht schlecht gemacht, aber für meinen Geschmack passt das irgendwie nicht in den Kontext der ansonsten tollen Scheibe.

Ich bin höchst erfreut, endlich mal wieder ein sehr erfrischendes wie ernstzunehmendes Stück Musik aus deutschen Landen auf dem Tisch gehabt zu haben. Jimmy Cornett And The Deadmen haben, wenn nicht wieder sämtliche Organe unserer quotengeilen Musikbranche die Augen verschliessen, eine rosige Zukunft vor sich...



Bernd Fischer

Kommentare:

  1. JCATD hat vor einiger Zeit auch mein Berliner Herz erobert. Vor ca. zwei Jahren habe ich das erste mal Jimmys Stimme gehört und ihn kurz darauf in Hamburg live sehen dürfen, seit dem bin ich sein treuester Berliner Fan.Ich hoffe es gibt noch ganz viel auf die Ohren von den Jungs und kanns kaum erwarten wenn sie am 31.10. endlich auch wieder Berlin rocken! Liebe Grüße Sue

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  2. Hi Sue, cool das freut uns echt. Wir sind auch froh, dass wir Jimmy zumindest mal auf Konserve hören durften. Hab gesehen, dass er Mitte Oktober auch mal in den Süden der Republik kommt. Mal sehen ob ich das schaffe. Rockige Grüße, Markus

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    1. Es lohnt sich! Versprochen! Würde ich mir nicht entgehen lassen. ..;-)

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  3. wir sind aus beruflichen Gruenden von Hamburg an den Niederrhein gezogen und beobachten nun immer neidisch wie toll und voll die Clubs mit JCTAD in Hamburg sind... und wir koennen nicht mehr mitmachen... wir warten sehnsuechtig auf die CD, die wir schon vorbestellt haben und werden uns im Oktober auf den Weg nach Koeln machen und JCATD dort wiedersehen... ich freu mich schon :-)

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