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Band: Five Horse Johnson Album: The Taking Of Black Heart Spielzeit: 47:12 min. VÖ: 25.01.2013 Plattenfirma: Smallstone Homepage: www.fivehorsejohnson.com
Wertung: 8 von 10
Trackliste:
The Job
Keep On Diggin'
Black Heart Baby
Mexico
Beating In My Hand
Quick On The Trigger
Smash & Grab
Hangin' Tree
You're My Girl
Shoot My Way Out
Die In The River
Kinners, wie doch die Zeit vergeht. 6 Jahre ist es nun schon her dass uns die vier Blues-Härtner (plus zweier Gastmusiker) von Five Horse Johnson aus Toledo/Ohio ihr letztes Album The Mystery Spot kredenzthaben. Und wer von euch auf Musik steht, wie sie sein sollte, nämlich hart und dreckig, dem sei das nunmehr siebte Album The Taking Of Black Heart wärmstens ans Rockerherz gelegt.
Die Johnsonsreiten auf dem alten ZossenBluesrock (Vater Stoner-, Mutter Southern-), dermaßen stilsicher durchs Wohnzimmer, dass sich durch den trüb-kalten Winterhimmel ein fetter Sonnenstrahl fräst. Hier die geile Schlagzeugarbeit des von Clutch ausgeliehenenJean Paul Gaster, dort die stilsichere Slide- und Rythmguitar von Phil Dürr und Brad Coffin, Steve Smith am Bass und über allem Eric Oblander, der die Songs mit seinem eindringliche Organ und vor allem der gewohnt geilen Bluesharp aufs angenehmste vergurgelt, sorry...veredelt.
The Taking Of Blackheartbrilliert durchweg durch Tiefe und Intensität, der fette Hard-Blues erinnert vorsichtig an eine moderne, harte Reinkarnation der verschwitzten schwarzen Musik aus dem Mississippi-Delta, Marke Junior Wells, Son House oder John Lee Hooker. Und so stehen Five Horse Johnson ziemlich weit vorn in der Schlange der nervös mit dem Hufe scharrenden ZZ-Top Erben, darauf wartend diese bald vom Boogie-Rock-Thron zu stossen. Hätten sich die drei Texaner mit ihrem letzten Werk nicht aufs heftigste zur Wehr gesetzt, wäre die Übernahme in diesem Moment vielleicht schon vollzogen...wir können also gespannt sein was da zukünftig noch geht.
Die Band beschert uns 11 kurzweilige Songs und nimmt mit dem riffbetonten OpenerThe Job vorweg, was Keep On Diggin' mit leichtem Country & Western Einschlag und der flotte, von Gastdrummer JP Gaster vorangetriebene Titelsong Black Heart Babybestätigen: Qualität auf fast allen Ebenen. Jeder der fünf Jungs weiss sein Instrument zu bedienen, die Band ist einfach eingespielt. Wer von euch jedoch auf revolutionäre musikalische Neuigkeiten wartet, ist hier fehl am Platze; die Musik von Five Horse Johnson ist altmodisch ohne Ende, jedoch ewig aktuell.
Mein persönliches Highlight der Scheibe, Mexico, schwimmt auf dem mäandernden Dürr/Coffin'schen Gitarrenteppich und erneut Oblander's sensationeller Harp. Vier Minuten vollerBluesrock-Emotion, die immer wieder gehört werden wollen. Sahne. Mit You're My Girl, dem von Robin Zander (Cheap Trick) souverän vorgetragenen Faces-Cover schalten 5HJ einen kleinen Gang zurück undhier erlebe ich die Band zum ersten Mal etwas kraftlos und uninspiriert. Schade, denn alle ihrer Eigenkompositionen strahlen mehr Kraft und Intensität aus, somit frage ich mich nach dem Sinn dieses Covers. Mit Shoot My Way Out und dem swampig-schwülen Die In The River kehren Five Horse Johnson aber zurück in die Spur und beschliessen einen 47-minütigen Stilmix dem man durchaus eine Zukunft vorhersagen dürfte. Ja, ich bin geneigt zu sagen dass Five Horse Johnson mit ihrer Musik in absehbarer Zeit zwar keine Arenen füllen werden, jedoch ihre ohnehin treue und nach Live-Terminen lechzende Anhängerschaft mit dieser Scheibe aufs allerhöchste erfreuen und redlich mehren werden dürften. Die konsequente Reduzierung auf das Entscheidende, nämlich nach Arbeit, Staub und Schweiss riechender Musik, haben Five Horse Johnson natürlich nicht neu erfunden, vielen anderen Bands aber ganz sicher voraus.
Anspieltipp: Keep On Diggin', Mexico, Hangin' Tree
Band: Helloween Album: Straight Out of Hell Spielzeit: 59:59 min. Plattenfirma: Columbia Dragnet (Sony Music)
Veröffentlichung: 18.01.2013
Homepage:www.helloween.org
Wertung: 8,5 von 10 Tracklist:
1. Nabataea – 7:03 2. World of War – 4:56 3. Live Now! – 3:10 4. Far from the Stars – 4:41 5. Burning Sun – 5:33 6. Waiting for the Thunder – 3:53 7. Hold me in your Arms – 5:10 8. Wanna be God – 2:02 9. Straight out of Hell – 4:33 10. Asshole – 4:09 11. Years – 4:22 12. Make Fire Catch the Fly – 4:22 13. Church Breaks Down – 6:06
Ausnahmsweise gibt es in dieser Review einmal das Fazit bereits ganz zu Beginn: Die neue Helloween-Scheibe "Straight Out Of Hell" ist songwriterisch wohl einer ihrer allerbesten Scheiben und bietet so ziemlich alles, wonach der gemeine Helloween-Fan anno 2013 lechzt: Doublebass-Songs, melodische Nummern, Balladen: Alles ist dabei. Schwache Songs sind so gut wie keine auszumachen. Wie kommt es, dass es dann trotz allem "nur" zu einer 8,5 reicht ? Die Scheibe hat eine gehörige Schwäche und die heißt "Death Magnetic-Syndrom". Waren auf Metallicas (Un-)Werk die Songs zumindest ok, hat die üble Produktion und der "Loudness War" das Ganze wieder zunichte gemacht. Bei Helloween ist dies zwar nicht ganz so krass, aber der Sound der mir hier zu Ohren kommt, ist über weite Strecken übersteuert, die Drums sind zu laut und der Gesang sowie einige nur in Ansätzen hörbare Feinheiten gehen leider im lauten Soundgewitter unter. Ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, wenn es sich bei der zu besprechenden Scheibe um eine mp3-Vorabkopie handeln würde, aber mir lag die "physische" CD in einer "watermarked" Version vor. Sollte sich das Endprodukt von dieser unterscheiden kann man bei dem Ganzen noch einen Punkt draufsetzen, doch ich gehen einmal davon aus, dass es sich hierbei wirklich um einen "gewollten" Sound handelt, der zudem im Infosheet auch noch ausdrücklich gelobt und als "bewusst rauh gehaltener Sound" umschrieben wird. Nunja, meine Herren, ich bin da leider anderer Meinung und finde, dass die Produktion hier einen Klassiker verhindert hat. Doch kommen wir zu den Songs: Den Opener "Nabatea" gibt es schon seit ein paar Wochen zu bewundern (das Video gibt es hier), ein über sieben Minuten lang währender Nackenbrecher mit tollem Refrain und alles andere als 08/15-Helloween. Auch lyrisch durchaus anspruchsvoll, handelt der Titel doch von der legendären Hochkultur im heutigen Nahen Osten, in der vor über 3000 Jahren die erste wirkliche Demokratie herrschte. Ein famoser Einstieg. "World Of War" erinnert von den doppelten Gitarrenläufen zu Beginn eindeutig an Iron Maiden, die ja in der Helloween-Historie sicher einen gewaltigen Einfluss darstellen. Der Song wird im Verlauf etwas moderner, eher der Chorus wieder mit (wie oben erwähnt leider viel zu lauten) Double-Bassdrums untermalt wird. "Live Now" wird von Keyboards untermalt und lebt von Andi Deris gelungenem Gesang und dem hitverdächtigen Chorus. Ein Song, der geradezu nach Auskopplung schreit. "Far From The Stars" geht in eine etwas melodischere Richtung, aber auch hier wieder recht speedig und denjenigen einen vor den Latz knallend, die behaupten, Helloween könnten keine schnellen Stücke mehr schreiben. Diese gibt es auf "Straight Out Of Hell" mehr als genug. Auf "Burning Sun" gibt "uns Andi" den Painkiller-Rob, man könnte fast meinen, Herr Halford gäbe hier einen Gastauftritt zum Besten (was aber nicht so ist). Toll arrangiert und ein geschmeidiger Refrain, der ins Ohr geht. Klasse gemacht. Eine kurze Verschnaufpause gibt es beim Melodic-Rocker "Waiting For The Thunder", auf dem Deris zum Teil wieder mit cleaner und tieferer Stimme singt. Irgendwie erinnert mich der Song etwas an die Poodles (ja richtig gelesen!) aber nicht minder stark. Dann ist Zeit die Feuerzeige (oder heutzutage Handydisplays) rauszuholen, denn mit "Hold Me In Your Arms" gibt es eine tolle atmosphärische Bombast-Ballade, auf der auch wieder die Vocals überzeugen und den Deris-Hatern den Mittelfinder zeigen. Sicher live auch eine tolle Nummer. "I Wanna Be God" ist eher ein Schlagzeugsolo mit Gesang, das als Intro zum Titelsong fungiert. Dieser knallt dann wieder Maiden-typisch aus den Boxen, jedoch bei weitem überzeugender als deren letzte Ergüsse. Auch hier wieder ein Ohrwurm erster Güte, den man spätestens nach Durchgang drei nicht mehr aus dem Kopf bekommt. "Asshole" ist für mich der einzige leichte Schwachpunkt, der Text ist doch etwas zu platt und prollig und auch songwriterisch nicht ganz auf einer Ebene mit dem übrigen Material. "Years" überzeugt da schon wieder mehr: Eine Hymne par excellance im typischen Helloween Stil. Melodischer Metal, wie er tierisch Spass macht. Dem steht "Make Fire Catch The Fly" in nichts nach, wenngleich dem Titel auch etwas das Außergewöhnliche fehlt. Aber kein Skip-Track. Zum Schluss gibt es mit "Church Breaks Down" noch eine gelungene Überraschung: Ein unheimliches Kirchenorgelintro mit weiblichem Gesang der schliesslich in einem als Midtemposong beginnenden Song mündet um im Chorus wieder die Doublebass auszupacken. Im Mittelteil dann sogar noch ein ganzer Kirchenchor. Ein wirklicher Kracher! Soweit so gut - wäre da eben nicht wie eingangs geschrieben die für mich teilweise wirklich ungeniessbare Produktion. Ich hoffe inständig, dass ich Lügen gestraft werde und es sich eventuell um eine wirklich fehlerhafte Version handelt, was ich jedoch bezweifle. Leider gehen durch die zu lauten Drums viele Details komplett verloren und vieles hört sich leider sehr matschig an und geht im Soundbrei leider unter. Trotzdem eine Scheibe, die tierisch Spass macht und songtechnisch zu den Perlen von Helloween gehört.
Band: Phoenix Rising Album: On The Loose Spielzeit: 37:48 min. Plattenfirma: Sound Pollution/Abyss Records (Rough TRade)
Veröffentlichung: 25.01.2013
Homepage: http://www.phoenixrisingband.net/
Wertung: 7 von 10
Tracklist:
1
No Lie To Say 2
Written On A Stone 3
Fade Away 4
Believe 5
On The Loose Again 6
Mr. Dr. 7
It's Up To You And Me 8
Give It A Name 9
Talk To You Later
Bands mit dem Namen Phoenix Rising gibt es einige, so zum Beispiel auch eine deutsche Metal-Band aus NRW. Bei der hier zu besprechenden Band handelt es sich jedoch um eine Truppe um die beiden Italiener Titta Tani (Vocals/background vocals /drums) and Paolo Caucci (guitars, bass-guitar/keyboards), die auch nicht- wie es eher zu erwarten wäre - typischen Melodic-Metal spielen sondern lupenreinen AOR der Marke "härtere Journey/Boston". Hervorzuheben ist die absolut druckvolle Produktion, die einen schon beim Opener "No Lie To Say" in den Sessel drückt. Prima gelungen Jungs. Der Track kann es locker mit Journey aufnehmen (mit deren letzten Ergüssen sowieso, aber das ist ja wirklich keine große Kunst) und macht Laune auf die Fortsetzung. "Written In A Stone" ist ein Song ähnlichen Aufbaus, den ich vielleicht nicht unbedingt an die zweite Stelle gesetzt hätte, aber nicht minder schlecht das Teil. Manchmal wird hier zwar das "ohhh" und "Yeaahhh" etwas übertrieben und auch ein bisschen Akzent ist hörbar aber musikalisch gibts nichts auszusetzen. "Fade Away" krankt etwas am Chorus ist aber auch ein flotter Rocker der Marke "Van Hagar meets Survivor". Zwar werden in den höheren Tonlagen doch etwas die Grenzen von Herrn Tani deutlich aber nicht dergestalt, dass es peinlich wirkt. Mit "Believe" wird das Tempo schleppender und die erste (Halb-)Ballade ist angesagt. Etwas an Bon Jovi in ihrer besseren Zeiten erinnernd und mit einer ansprechenden einprägsamen Melodie ausgestattet, wenngleich auch hier wieder die Stimme an manchen Stellen etwas arg angestrengt klingt. Bei "On The Loose Again" wird erneut im Journey-Fahrwasser geschippert, wobei hier die verfremdeten Vocals etwas störend wirken. "Mr. Dr." ist etwas schwachbrüstig und überzeugt mich nicht gerade, vor allem der Refrain ist nicht ganz der Bringer. Eher ein Füller. "It's Up to You and Me" ist die Ballade der Scheibe, die sich zwar sehr nahe an der Kitschgrenze bewegt, aber dennoch Hitniveau aufweist und durch ihren gelungenen Refrain besticht. Sehr gut finde ich hierbei die Pianountermalung. "Give It A Name" rockt dann wieder sehr straight durch die Boxen, ohne jedoch völlig zu überzeugen. Gut aber nicht überragend. "Talk To You later" ist der neunte und bereits letzte Track auf "On The Loose" und ist ein gelungener Rausschmeisser mit gutem Refrain und vor allem sehr guter Gitarrenarbeit (wie auch auf dem gesamten Album). Tja und das war es dann auch schon wieder. Die Scheibe hat durchaus ihren Reiz und Fans der oben angesprochenen Vergleichsbands dürfen ruhig mal einen Gehörgang voll riskieren. Auf der Habenseite stehen die gute Produktion und die zum Teil gut arrangierten Stücke. Wenn sich bei 9 Stücken dann aber schon 1-2 Füller einschleichen ist dies schon fast zu viel. Auch im Gesangsbereich gibt es noch gehörig Luft nach oben. Phoenix Rising haben das Pech, dass zum einen Melodicrock / AOR sowieso nur noch eine Nischenmusik ist (leider!), andererseits der Markt trotzdem mit derart vielen Releases überschwemmt wird, dass es schwer ist, die eine oder andere Perle herauszufischen. Die Scheibe ist gut, aber das reicht dann eben trotzdem nur für eine 7 - aber immerhin! Viel Glück mit dem Release!
Band: Giant X Album: I Spielzeit: 46:56 min. Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 18.01.2013
Wertung: 8,5 von 10
Tracklist:
1. The Rise Of The Giant X (Intro)
2. On A Blind Flight
3. Don't Quit Till Tomorrow
4. Badland Blues
5. Now Or Never
6. Nameless Heroes
7. Go 4 It 8. The Count 9. Rough Ride 10. Friendly Fire 11. Let's Dance 12. Soulsurvivors
13. R.O.C.K.
Running Wild's Rock'n Rolf Kasparek ist ein fleißiges Kerlchen: Kaum ist die Running WIld-Comeback-CD eingetütet kommt der Gute bereits mit seiner nächsten Veröffentlichung umd die Ecke: Ein Projekt namens "Giant X", welches neben Rolf seinen Kumpanen Peter J. Jordan umfasst, welcher neben seiner Arbeit bei Running Wild auch Auftragsarbeiten bei Tim Bendzko, Christina Stürmer oder Fair Warning erledigte. Somit sehr variabel. Manche Pressestatements sind ja mitunter sehr mit Vorsicht zu genießen, doch was Jordan zu der als "I" betitelten Scheibe zusagen hat trifft es wirklich auf die Zwölf: "Bei unseren Songs handelt es sich bewusst um vielschichtigeNummern, die eher in der Tradition von Kiss, Queen, Billy Talent, Thin Lizzy oder Van Halen stehen, sprich: Rockmusik in der Tradition der Siebziger, Achtziger und Neunziger Jahre – unserer gemeinsamen musikalischen Wurzeln. Wichtig war unsvor allem, dass der Spaß, die Leichtigkeit und Spontaneität unserer Zusammenarbeitherauszuhören ist". Kein dahergeredetes Promo-Gelaber sondern absolut zutreffend. Die Scheibe macht gute Laune und ist ein locker flockiges Hard-Rock-Werk mit einprägsamen Melodien, die man man spätestens nach dem dritten Hören intus hat und mitgrölen kann. Wer es mehr kopflastig will, wird von Giant X nicht unbedingt bedient, aber dafür gibt es ja andere Truppen. Man muss sagen, dass es heutzutage leider zu wenige Bands gibt, die Musik machen, um einfach Spass zu haben und eine positive Stimmung zu verbreiten. Vielfach hört man ja heutzutage irgendwelche Bands, die meinen das Rad neu erfunden zu haben nur weil sie soundsoviel Noten pro Sekunde spielen können oder sie fangen an zu predigen. Nicht dass Giant X jetzt lyrisch total platt sind (im Gegenteil es gibt auch Songs mit Message wie "Nameless Heroes" zum Beispiel), aber in erster Linie wird hier Spass bereitet. Das originelle Intro (einer Radio oder Fernsehreportage nachempfunden) geht in das flotte "On A Blind Flight" über, dass die Marschrichtung für die nächsten gut 45 Minuten vorgibt. Melodisch, flott abrockend und exzellent produziert sowie teilweise an Thin Lizzy oder Van Halen erinnernd. Einige Kosakenchöre auf "Don't Quit Till Tomorrow" erinnern durchaus an Running Wild, jedoch eher in einer hardrockigen Fassung. "Badland Blues" könnte auch auf Cinderella's "Heartbreak Station" stehen, eine Slide-betonte Nummer, die das Tempo etwas herausnimmt aber nicht minder qualitativ hochwertig ist. "Now or Never" hat im Hintergrund ein paar elektronische Spielereien laufen, was der Abwechslung zugute kommt. Der Refrain ist auch hier wieder sehr gelungen und ohrwurmartig. Auf bereits angesprochenem "Nameless Heroes" ist Herr Kasparek gar als Balladen-Sänger zu hören, was man bislang nicht allzu oft geliefert bekam. Auch wenn er sicherlich kein Tenor ist, hat er doch eine sehr charakteristische Stimme, die bei dem etwas ruhigeren Track ausgesprochen gut zur Geltung kommt. "Go 4 It" ist ein weiterer Abgeher, simpel gestrickt aber sehr effektiv. Nichts anderes machen Kiss seit jeher und es macht Laune. "The Count" ist fast schon Thin Lizzy pur, aber ohne als Plagiat eingestuft zu werden. Klasse Nummer. In "Rough Ride" gibt es wieder Slide-Gitarren en masse zu hören, wenngleich hier der Refrain gegenüber den vorherigen Stücken etwas abfällt. Die Verse von "Friendly Fire" haben einen etwas moderneren Touch, ehe das Stück wieder in einen melodischeren Refrain abdriftet. Hat Charme. "Let's Dance" ist - wie der Name schon sagt - eine Boggie-mäßige Nummer, die etwas an härtere Status Quo erinnert. Sicherlich auch live ein Knaller. "Soul Survivors" ist für mich der schwächste Track der CD, dem Stück fehlt irgendwie das gewisse Etwas. Kein echter Füller aber nicht auf dem Niveau der meisten Songs auf "I". "R.O.C.K." zitiert im Text einige musikalische Faves von Rock'n Rolf und ist vom Text her zwar Klischee pur ("Rock The Night Away Party til The Break of day") aber das ist mit dem gebotenen Augenzwinkern dann durchaus sympathisch. Fazit: Eine gelungene und kurzweilige Hardrock Scheiblette die die meiste Zeit Spass macht. Ideal um lahmen Parties etwas Schwung zu geben. Zu hoffen ist, dass es sich nicht nur um ein (Studio-)Projekt handelt sondern, das die Songs auch live präsentiert werden, denn sie schreien geradezu danach. Aber nicht so einfach in wirtschaftlich turbulenten Zeiten. Kaufempfehlung!
Band: Toxic Rose Album: Toxic Rose Spielzeit: 23:26 min. Plattenfirma: Rock It Up Records (New Music Distribution)
Veröffentlichung: 07.12.2012 Homepage: http://www.toxicrose.org/
Wertung: 7 von 10
Tracklist:
1 A Song For The Weak 2 Set Me Free 3 Follow Me 4 Black Bile 5 Fear Lingers On
Man muss sich schon langsam wundern, wie viele Glam und Sleaze Bands es anno 2013 immer noch bzw wieder gibt. Auch wenn ich doch oftmals bei den Outfits der entsprechenden Truppen schmunzeln muss und ich ihnen gerne mal beim Schminken, Auftoupieren der Haare etc. zusehen würde, letztlich zählt unterm Strich die Musik und nicht das (manchmal doch etwas lächerliche) Image. Bei Toxic Rose aus Schweden ist da grundsätzliches alles im mittleren bis oberen Bereich. Die Ep der Jungs ist ein Vorgeschmack auf den in 2013 erscheinenen Longplayer und lässt auf ein gutes Langeisen hoffen. "A Song For The Weak" ist alles andere als "weak", ein schneller treibender Rocker, gut produziert und mit einem unwiderstehlichen Chorus ausgestattet. Was der Truppe gut steht sind die manchmal dezenten manchmal aber auch im Vordergrund stehenden Keyboards. Nicht immer üblich im Sleaze-Bereich. "Set Me Free" (kein Sweet-Cover) kann das gute Niveau einigermaßen halten. Etwas an Mötley Crüe zu rotzigeren Zeiten erinnernd rockt das Stück ebenfalls leicht metallisch angehaucht vor sich hin. "Follow Me" ist etwas langsamer aufgebaut, hat aber auch einige Tempowechsel. Insbesondere die Chorgesänge haben die Jungs sehr gut hinbekommen. "Black Bile" fällt etwas ab, weil hier auch insbesondere der Schwachpunkt der Band deutlich wird und das ist der an manchen Stellen an "Winz" Neal erinnernde Leadgesang, der bereits im Studio etwas arg dünn klingt (besonders wenn es in höhereRegionen geht): Dieser klingt auf "Black Bile" etwas krumm und haarscharf am Ton vorbei. Der Chorgesang rettet den Song aber vor dem Schiffbruch. "Fear Lingers On" beendet die EP so, wie sie angefangen hat, nämlich mit einem melodisch-flotten Rocker. Neben dem Leadgesang sollten die Herren noch etwas an der Abwechslung arbeiten. Die Songs sind doch weitgehend nach dem gleichen Strickmuster aufgebaut. Was schon bei einer 5-Track-EP auffällt kann bei einer regulären Longplay-CD durchaus nach hinten losgehen, sprich langweilig werden. Das wünsche ich den Schweden aber weissgott nicht und hoffe auf eine Killer-Scheibe. 7 Punkte hat die selbstbetitelte EP auf jeden Fall verdient. Man darf gespannt sein.
Nachfolgend das gelungene Video zu "A Song For The Weak" - Mötley-meets-Kiss-meets-WASP.
Band: Ashes You Leave Album: The Cure For Happiness Spielzeit: 49:20 min. Plattenfirma: Rock N Growl Records Veröffentlichung: 29.11.2012 Homepage: www.ashesyouleave.org
WERTUNG: 7 von 10
Tracklist: 1. Devil In Disguise 2. Only Ashes You Leave 3. For The Heart Soul And Mind 4. The Ever-Changing 5. Meant To Stray 6. Summers End 7. Reality Sad 8. The Cure 9. ...For Happiness
Bereits seit 1995 macht die kroatische Gothic Doom Metal Band ASHES YOU LEAVE den Balkan unsicher. Beeinflusst von Doom Metal Bands wie MY DYING BRIDE enstand 1998 deren Debüt "The Passage Back To Life" auf dem kleinen Morbid Records Label. Nach drei weiteren Alben dort wechselte man nach einer längeren Pause zu Sleaszy Rider Records, wo 2009 "Songs Of The Lost", der Vorgänger zum hier besprochenen Werk erschien. Doch genug in der Vergangenheit gewühlt, auf das aktuelle Album kommt es an.
Mit der italienischen Sängerin Giada “Jade” Etro hat man nun einen wichtigen Neuzugang an Bord, die nicht nur mit ihrer gesanglichen Präsenz für einige Akzente sorgen kann. Denn ihre Feuertaufe als Sängerin besteht sie auf "The Cure For Happiness" mit Bravour. Bereits beim Opener "Devil In Disguise" schafft sie es zerbrechlich und trotzdem stark zu klingen. Ein über 6 Minuten langes Stück, das stark an alte CREMATORY erinnert, wie es überhaupt den Anschein hat, dass die aktuellen Entwicklungen im Gothic Metal Bereich Kroatien links liegen haben lassen, denn "The Cure For Happiness" ist richtiggehend altmodisch und erinnert stark an die Hochphase in den 90er Jahren. Auch das folgende "Only Ashes You Leave" kann gefallen, auch wenn zwischendurch leichte Längen im Songwriting auszumachen sind, die sich durch das gesamte Album ziehen. Manches Mal kommen ASHES YOU LEAVE nicht rechtzeitig auf den Punkt.
Die ersten Doom Einflüsse höre ich dann endlich bei "For The Heart Soul And Mind", aber auch hier nur ganz dezent. Als letzten Anspieltipp könnte ich euch noch "Meant To Stray" nennen, welches sämtliche Stärken der Kroaten vereint. Denn auch wenn keine Ausfälle zu finden sind, die ganz großen Hits fehlen leider auch hier. Besonders wenn man die 7 Minuten Grenze sprengt wie bei "Summers End" plätschert die Scheibe nur noch vor sich hin ohne groß zu stören, aber auch ohne aufhorchen zu lassen.
Als Fazit kann ich trotzdem sagen, dass ASHES YOU LEAVE ein ordentliches Album gelungen ist, dass vielleicht manchem den Split von CREMATORY vergessen lässt und zumindest für ein schönes Gefühl in Richtung "Ach ja, die 90er Jahre - schön wars" erzeugt.
Band: Sapphire Eyes Album: Sapphire Eyes Spielzeit: 48:10 min. Plattenfirma: Avenue Of Allies
Veröffentlichung: 30.11.2012
Homepage:www.facebook.com/Sapphire-Eyes
Wertung: 9 von 10 Tracklist:
1. You're My Wings 2. I Want You To See Me 3. Only Feel Love 4. This Love This Time 5. Change Of Heart 6. Can't Find The Words 7. When Love Comes Alive 8. A Man The World Can Do Without 9. Someone Like You 10. Lay Down In My Arms
Die Skandinavier wieder! Es gibt wohl kein weiteres Fleckchen auf der Erde, welches so viele hochkarätige, melodische Rockformationen hervor gebracht hat, wie dieses, nordeuropäische Gebiet. Und fast jeden Monat kommt eine weitere, talentierte Band dazu, so dass es fast den Anschein hat, als ob die Quelle, welche die erstklassigen Musiker/Songwriter ans Tageslicht befördert, wohl nie versiechen wird. Zu diesen gehört auch das schwedische Duo Niclas Olsson und Thomas Bursell. Nagut, ganz so unbekannt sind der Keyboarder (ALYSON AVENUE, SECOND HEAT) und der Sänger (SECOND HEAT) jetzt nicht, da sie sich schon, seit ettlichen Jahren, in der AOR/Melodic Rock Szene tummeln. SAPPHIRE EYES ist ihr gemeinsames, lupenreines, AOR Projekt, welches Anhänger, der sanfteren Rock Variante, schlichtweg begeistern wird. Olsson und Bursell decken das komplette AOR Repertoire ab und überzeugen durch starkes, mitreißendes und abwechslungsreiches Material.
Die beiden Herren verfügen über kein Geheimrezept, welches dafür sorgt, dass das Debüt so facettenreich geworden ist, sondern vertrauen auf ihr Können als Sänger, Musiker und Songwriter. Dies ist aber nicht alles. Sie verpflichteten gleich 3 Sänger und 2 Sängerinnen, die durch ihre Gesangseinlagen für genügend Abwechslung garantieren. Mikael Erlandsson (LAST AUTUMN'S DREAM, Gesang bei "You're My Wings" "Can't Find The Words"), Mike Andersson (CLOUDSCAPE, Gesang bei "A Man The World Can Do This"), Anette Olzon (Ex-ALYSON AVENUE + Ex-NIGHTWISH, kurzen Gesangspart bei "This Love This Time" und sorgt für Backings) und Bandkollegin Arabella Vitanic (ALYSON AVENUE, sorgt für Backings) drückten sich das Aufnahmemikro in die Hand. An den Instrumenten halfen unter anderem: der überall präsente SVEN LARSSON (u. a. LIONVILLE, STREET TALK), Mikey K. Nilsson (NASTY IDOLS) und Rik Priem (FROZEN RAIN).
"Sapphire Eyes" ist mit einer genretypischen Produktion ausgestattet worden und klingt spritzig frisch und unbekümmert. Das sowohl Sänger, Gastsänger/innen und Musiker einen phantastischen Job erledigt haben, ist wohl keine so große Überraschung ;-).
Songwriter Niclas's Qualitäten sind unbestreitbar, aber teilweise musste ich schon schmunzeln, denn er vollzieht einen kompositorischen Drahtseilakt. Das sehr eingängige, an manchen Stellen schon hymnenhafte Material, steckt voller guter Ideen und Melodieführungen ... dann strauchelt er aber, d.h. er kratzt ganz kurz, aber dafür kräftig an der Schwelle zum Kitsch und überladenen Pomp, fängt sich bei den nächsten Nummern aber wieder und liefert, wie man es von ihm gewohnt ist, weitere erstklassige Ohrwürmer ab.
Gleich der Opener "You're My Wings" entpuppt sich als eine tolle, keyboardlastige Nummer mit viel Melodie und Gefühl für ein granatenstarkes Songwriting. Genauso muss AOR klingen! Das folgende "I Want You To See Me" schließt nahtlos an die Klasse des Vorgängers an. Auch hier steht das Tasteninstrument ganz klar an erster Stelle und dennoch kann man die gute Gitarrenarbeit schön heraushören. Das SAPPHIRE EYES durchaus - ihren Verhältnissen entsprechend - abrocken können, beweisen sie auf dem sehr souveränen Rocker "This Love This Time". Frau Olzon's feine Gesangseinlage steht im Gegensatz zum Organ von Thomas und dies macht die Nummer noch schmackhafter. Einen wunderschönen Song ist den Herren mit "When Love Comes Alive" gelungen. Ich finde Bursell's Tonlage einfach nur geil und passt perfekt zum sehr eingängigen Track, der über ein absolutes Hitpotential verfügt. Alleine Refrain und die superben Backings lassen einen wohligen Schauer über meinen Rücken laufen! Souveränes Stück! Das von Mike Andersson eingesungene "A Man the World Can Do Without" ist wieder ein packender, flotter AOR Rocker und mein persönliches Hookline-Monster. Der Gesang und Chor sind so verdammt stark ausgefallen und dürfte, fast die gesamte Konkurrenz, vor Neid, verstummen lassen. Man bekommt von der Instrumentierung nicht viel mit - außer dem tollen Gitarrensolo - da man, von diesen sensationellen Vocals, in den Bann gezogen wird.
AOR Fans kann ich den Kauf nur wärmstens empfehlen. "Sapphire Eyes" ist ein außerordentlich feines Scheibchen geworden, welches durch frische, tolle, eigenständige Kompositionen und der Leistung, von den erstklassigen Sängern/innen und Musikern, brilliert!
Wer gerne Scheiben von Foreigner, Survivor und Journey auflegt, sollte unbedingt das Album haben!
Hier gilt: Kaufempfehlung!
Von meiner Seite gibt es, für diese AOR Sahneschnitte, edle 9 Punkte.
1. Back To The Future 2. Our Dreams 3. Cry For Love 4. Don't Give Up 5. Stay 6. My Rose 7. Danger Games 8. Doesn't Feel Like Love 9. In My Arms (Tonight) 10. The One 11. Fallen Angel
Die ultimativen "Kings of AOR/Melodic Rock" sind und bleiben HOUSTON und es gibt keine andere Band, welche den beiden Jungs, seit deren Debüt Veröffentlichung 2010, gefährlich werden konnte. Letztes Jahr sind zwar ein paar gute Scheiben veröffentlicht worden, aber leider auch viel durchschnittliches. Zu viele musikalische, halbwarme Fürze wurden abgefeiert, als hätten wir es mit den Rettern des AOR/Melodic Rock zutun. Es wird Zeit, dass die beiden Schweden mal wieder die Keule kreisen lassen! Es gibt einfach keine Band, die annähernd deren Klasse erreicht ... außer ...
ZweiBrüder, die so jung sind, dass sie für jedes neu gewachsene Schamhaar eine Willkommens-Party geben. Christoffer und Felix Borg haben bereits, im August/September 2012, das selbst betitelte Debüt veröffentlicht und aufgrund der dargebotenen Klasse ganz schnell einen Deal mit AOR Heaven ergattert. Das musikalische Geschwisterpaar firmiert unter den geschmackvollen Namen TASTE und diesen haben sie auch. Ihre Vorliebe für britischen und skandinavischen AOR/Melodic Rock können sie nicht abstreiten, aber was die Band vom Rest der Genrebegleiter unterscheidet ist die Tatsache, dass sie wirklich sehr starke, eigenständige Ideen phantastisch/songdienlich verpacken und alle positiven Eigenschaften ihrer Idole, vorbildlich, zielsicher und erschreckend souverän umsetzen.
Eigentlich wurde die Band als ein Side-Project gegründet, da die Jungs eigene Bands am Start hatten, in denen sie musizierten. Gott sei Dank haben sie sich entschlossen TASTE ernsthafter zu betreiben und haben gleich eine Menge erstklassige Tracks komponiert, welche sich jetzt auf dem Debüt befinden. "Taste" ist ein DIY Album und wurde von ihnen komplett, im Alleingang, eingespielt. Christoffer war für den Gesang und Gitarre zuständig und Brüderchen Felix sorgte für die Schlagzeug- und Percussion-Parts. Die Instrumente Bass und Keyboard teilten sie sich auf. Erst vor ein paar Tagen - kein Scherz!!! - stießen die Musiker Mats Lindgren - Bass (Announcement via Facebook erfolgte am 18. Dezember 2012) und der 19 jährige Simon Woss - Keyboard (Announcement via Facebook erfolgte am 31. Dezember 2012) zur Formation.
Die wirklich ordentliche Produktion erfolgte durch Christoffer und lässt mich, mit weit geöffneter Kauleiste, nur noch staunen. Wie kann es möglich sein, dass ein junger Bursche eine so ordentliche, glasklare und dazu noch druckvolle Produktion hinbekommen kann und manch renommierter Producer/erfahrener Musiker, eher mit einem durchwachsenen Endresultat, den Zuhörer, langweilt und nervt? Hut ab - well done!!!
Es ist schon fast albern zu erwähnen, dass die Herren Borg erstklassige Musiker sind, die ein sensationelles Händchen für das Komponieren von 1A AOR/Melodic Rock Nummern besitzen. Das ultramelodiöse Material, welches durch ein abwechslungsreiches Gitarren- und Keyboardspiel, originellen Songmotiven und Chrisoffer's warmer, glasklarer Stimme lebt, ist auf einem atemberaubend hohen Level! Die Herren haben ein perfektes Verständnis für melodische Songstrukturen und hauen uns ganz selbstsicher, elf intelligente, eigenständige, ohrwurmverdächtige und abwechslungsreiche Perlen um die Ohren. Den einzigen Mini-Vorwurf, den sich das Duo gefallen lassen muss, ist dass sie beim Schreiben zukünftig vermeiden sollten, die Refrains zu häufig zu wiederholen ("Our Dreams" und "Cry for Love" sind dafür gute Paradebeispiele). Das ist aber nur mein ganz persönlicher Geschmack und schwächt das Können, der beiden Musiker, zu keinen Moment ab. Es ist wahrlich nich oft der Fall, dass mich ein Album/Material, aus diesem Genre, so schwer begeistert hat. Es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf und ich kann mich einfach nicht satthören.
Das wummernde und Gitarren-lastige Intro "Back To The Future" eröffnet den Reigen und läßt schon einmal gut durchschimmern, was die beiden Kollegen, an der instrumentalen Front, zu bieten haben. Anschließend startet die absolute AOR-Geilerei! "Our Dreams" zeigt das Duo von ihrer melodiös rockenden Seite, mit einer herrlich dominierenden Gitarrenarbeit und einem tollen Solo. Wie weiter oben schon erwähnt, wird mir der Refrain ein bisschen zu oft wiederholt. Ansonsten ist der Track ein starker Einstieg. "Cry For Love" ist ein Tasten-Plüscher, mit starken Hooklines und einen ins Ohr einbrennenden Refrain. Die Keyboardeinsätze strotzen nur so vor Vielseitigkeit und Bruder C. bekommt noch einen Moment für sich, um zu zeigen, was er an der Sechssaitigen alles kann. Die lockeren "Don't Give Up" und "Stay" gehen sofort ins Ohr. Das Verhältnis zwischen Tasten-und Saiteninstrument ist ausgeglichen, das Schlagzeugspiel sehr facettenreich und dazu kommt Christoffer's warmes Organ. Passt zu 100% alles zusammen! Tolle AOR Rocker! Es folgt ein zweiter Tasten-Plüscher in Form des formidablen "My Rose". Die intelligente und abwechslungsreiche Melodieführung ist einfach wunderschön, der Refrain brutalst einprägsam und das charismatische Organ passt ideal. Aber das macht den Song nicht so verdammt hochwertig, sondern es ist das sensationelle Schlagzeugspiel. Ich habe noch nie so ein druckvolles, vielseitiges und dominantes Drumming, bei einer verhältnismäßig ruhigen Nummer, gehört. Meine Begeisterung kennt keine Grenzen ...
Mehr Informationen gibt es jetzt nicht ;-) und falls ich Euch neugierig gemacht habe, rennt, am 18. Januar, in den Plattenladen und hört in das abwechslungsreiche, enorm viele Feinheiten bietende und musikalisch fast perfekt umgesetzte Debütalbum, des Duo's (jetzt Quartett's), rein. "Taste" wird Euch begeistern!
Wer auf FM, den göttlichen GIANT und den Übergöttern HOUSTON abfährt, der muß hier einfach zugreifen!
Ich bin zutiefst, vom Endresultat, beeindruckt und rechne damit, dass am Ende des Jahres - falls HOUSTON nicht doch noch, endlich, in die Pötte kommen - es keine ernsthafte Konkurrenz für TASTE geben wird und sie sich den Titel "AOR Album Of The Year" einheimsen werden.
Ich vergebe brillante 9,5 Punkte - ein bisschen Luft für zukünftige Meisterwerke ;-) - und für die restlichen, melodischen Wegbegleiter - schönen Gruß an die französische und italienische AOR/Melodic Rock Fraktion - gilt: Hört gut zu und lernt wie es richtig geht! Götz
CD: "Shadow Of The Moon" 1. Shadow Of The Moon 2. The Clock Ticks On 3. Be Mine Tonight 4. Play Minstrel Play 5. Ocean Gypsy 6. Minstrel Hall 7. Magical World 8. Writing On The Wall 9. Renaissance Faire 10. Memmingen 11. No Second Chance 12. Mond Tanz 13. Spirit Of The Sea 14. Greensleeves 15. Wish You Were Here 16. Possum's Last Dance
CD: "Under a Violet Moon" 1. Under A Violet Moon 2. Castles And Dreams 3. Past Time With Good Company 4. Morning Star 5. Avalon 6. Possum Goes To Prague 7. Wind In The Willows 8. Gone With The Wind 9. Beyond The Sunset 10. March The Heroes Home 11. Spanish Nights (I Remember It Well) 12. Catherine Howard's Fate 13. Fool's Gold 14. Durch den Wald zum Bach Haus 15. Now And Then 16. Self Portrait
DVD Disc 1: "Blackmore's Night - Shadow Of The Moon - Live in Germany 1997-1998" 1. Shadow Of The Moon 2. The Clock Ticks On 3. Play Minstrel Play 4. St. Theresa 5. Under A Violet Moon 6. Magical World 7. No Second Chance 8. 16th Century Greensleeves 9. Renaissance Faire 10. Writing On The Wall 11. Mond Tanz 12. Be Mine Tonight 13. Memmingen 14. Black Night 15. Man On The Silver Mountain 16. Still I'm Sad 17. Maybe Next Time
DVD Disc 2: "Blackmore's Night - Under A Violet Moon Castle Tour 2000" 1. Written In The Stars 2. Morning Star 3. Renaissance Faire 4. Fires At Midnight (Midnight Acoustic Performance) 5. Possum Goes To Prague 6. Under A Violet Moon 7. Spanish Nights 8. Past Time With Good Company 9. Wind In The Willows 10. March The Heroes Home 11. Gone With The Wind 12. Fires At Midnight (Midnight Acoustic Performance) 13. Now and Then 14. Durch den Wald zum Bachhaus
Wer von euch Gefallen findet an mittelalterlichen Klängen, sich bisher aber zur Anschaffung entsprechender Tonträger nicht durchringen konnte, dem sei The Beginning, eine fein aufgemachte, in plüschigem Violett gehaltene 2CD/2DVD-Box von Ritchie Blackmore und seiner vierten Ehefrau Candice Night alias Blackmore's Night, ernsthaft ans Herz gelegt. Darin enthalten sind nebst zweier DVDs die ersten beiden Alben der 1997 ins Leben gerufenen Mittelalter-Folkrock-Band. "Shadow Of The Moon" (1997) und "Under A Violet Moon" (1999) werden eingefleischte Fans wohl schon ihr Eigen nennen, dem Einsteiger in die Welt der mittelalterlichen Musik bieten beide Platten allerdings ganz besondere Hörgenüsse. Ritchie Blackmore drückt der wunderbar-magischen Musik mit seinem Gitarrenspiel, mal klassisch-rockig, mal vom Flamenco angehaucht, seinen Stempel auf. Gattin (oder sagen wir besser Burgfäulein?) Candice Night, die Blackmore als Rainbow-Fan einst nach einem Autogramm fragte und fortan mit ihm befreundet war, passt dazu wie der Deckel auf den Topf, sie dominiert jeden Song mit ihrer glänzenden Stimme. Natürlich hat die Musik der beiden auf den ersten Blick nicht viel gemein mit der harten Rockmusik, die Blackmore einst geprägt hat, doch bei genauerem Hinhören, und das sagt Blackmore auch im Interview, beinhaltet diese viele Elemtente seiner in der Vergangenheit gespielten Musik, eben ohne harte Gitarren und ohne bollerndes Schlagzeug. Blackmore's Night stellen sicher keinen Anspruch, geschichtlich absolut korrekt zu sein, erinnern aber sehr intensiv an die Musik vergangener Jahrhunderte. In jedem Fall sind sie locker genug um nebenbei gehört zu werden, dabei aber ernsthaft und authentisch genug um nicht kitschig zu wirken. Blackmore und Night verarbeiten traditionelle Songs verschiedener Herkunft ebenso wie sie bekannte Titel covern, achten aber stets darauf, harmonisch und glaubhaft zu klingen, was ihnen übrigens überaus gut gelingt. Titel wie Magical World, Wish You Were Here, besonders aber die Geschichte der Lady "Greensleves" dürften dem einen oder anderen bekannt vorkommen. Mein besonderes Highlight ist das 1975 von Ronnie James Dio (Rainbow) vorgetragene Self Portait. Play Minstrel Play, ebenfalls abgeleitet von einem Traditional, besticht durch den Kurzauftritt von Ian Anderson (Jethro Tull), dessen Querflöte den Song sehr schön aufwertet. Darüber hinaus sticht aber immer wieder Blackmores Gitarrenkunst hervor, mal elektrisch, mal akustisch. Für Gitarristen dürften sicher die instrumentalen Titel Possum Goes To Prague, Memmingen oder Durch den Wald zum Bach Haus von Interesse sein, diese können manch einem ob Blackmores filigranem Spiel als Lehrmaterial herhalten. Zusammenfassend sind beide Alben absolut hörenswert, auf Bonustitel verzichten Mr. und Mrs.Blackmore allerdings, diese hätten die Box für den sammelnden Fan bestimmt noch interessanter gemacht. Besonderes Augenmerk werden langjährige Anhänger der Gruppe deshalb auf die beiden DVDs legen. Diese enthalten, neben bekannten Bildern aus einer TV-Reportage von Michael Stürzenberger, bisher unveröffentlichtes Material. Zum einen Live In Germany 1997-1998 mit interessanten Aufnahmen während einer Probe, die mehr einem gemütlichen Abend am Kaminfeuer ähnelt. Ebenfalls enthalten sind Liveaufnahmen von nicht genauer datierten Konzerten aus den Jahren '97 und '98. Zwischendurch immer wieder Einblendungen in Form eines Interviews mit den Hauptakteuren Ritchie und Candice, die die Entstehung der Formation erklären. Durchaus interessant, Herrn Blackmore und seine bezaubernde Ehefrau etwas näher kennenzulernen. Von Arroganz, die dem ehemaligen Deep Purple- und Rainbow-Gitarristen hartnäckig anhaftet, keine Spur...gesundes Selbstvertrauen scheint der inzwischen 67-jährige aber sehr wohl zu haben. So hat er es stets vermieden, eigene Texte zu schreiben und stattdessen seinen Bandmitgliedern die Kontrolle darüber überlassen. Dafür verlangt Blackmore aber die absolute Alleinherrschaft den musikalischen Teil eines Songs betreffend. Erst Candice Night überredete ihn, zum zweiten Album "Under A Violet Moon" kurze Textideen bis zum fertigen Titelsong auszuarbeiten. Die zweite, "Castle Tour 2000"betitelte DVD bietet im Vergleich zu "Live In Germany 1997-1998" keine revolutionären Neuigkeiten. Wir sehen die Band während eines Auftrittes, nachts am offenen Lagerfeuer zum Song Fires At Midnight in bester Spiellaune, und wieder in einem Interview. Letztlich arbeiten die DVDs die frühen Jahre der Band sehr gut auf, bieten dem nach neuen Informationen lechzenden Fan dann aber doch zu wenig. Ob die ansprechende Aufmachung der Box daran etwas ändern wird, darf bezweifelt werden.
Eins muss man Ritchie Blackmore allerdings lassen. Was er anpackt, bringt er zuende. Nebst gleichbleibend inflationärem Personalverschleiss zieht er musikalisch durch was jahrzehntelang in ihm geschlummert hat. Die Vorliebe für klassische und mittelalterliche Melodien lebt er durch Blackmore's Night aus und wohnt stilgerecht in einem alten Haus im Tudor-Baustil in Long Island, New York. Ich darf an dieser Stelle davor warnen dass die Musik Suchpotential hat. Ich für meinen Teil bin angefixt, somit kann und muss ich der The Beginning-Box bescheinigen, ihren Auftrag erfüllt zu haben...nebst klingender Kasse im 4-Personen Haushalt Blackmore/Night selbstredend.
Die beiden sind mittlerweile Eltern von Autumn Esmeralda, der sie 2010 das Album Autumn Sky widmeten und von Rory Dartanyan, doch das ist eine andere Geschichte...
Abschliessendfällt meine Bewertung der Box absolut positiv aus. Ich möchte betonen dass insbesondere Blackmore's Night-Anfänger hier bedenkenlos zugreifen dürfen. Mehr als vier Stunden bester Unterhaltung für ca. 25,-€ dürften ein guter Einstieg für viele weitere wundervolle Alben der Band sein.