Sonntag, 6. April 2014

H.E.A.T. - Tearing Down The Walls


Band: H.E.A.T.
Album: Tearing Down The Walls
Spielzeit: 45:01 min.
Plattenfirma:
Edel Records (Edel)
Veröffentlichung: 11.04.2014
Homepage: heatsweden.com




Wertung:  5 von 10


Tracklist:

  1. Point of no return
  2. A shot at redemption
  3. Inferno
  4. The wreckoning
  5. Tearing down the walls
  6. Mannequin show
  7. We will never die
  8. Emergency
  9. All the nights
10. Eye for an eye
11. Enemy in me
12. Laughing at tomorrow 



Ich gebe es offen zu: H.E.A.T. fand ich auf deren ersten beiden Scheiben durchaus gut, auch wenn bereits damals der Originalitätsfaktor zu wünschen übrig ließ. Mit dem Sängerwechsel von Kenny Leckromo zu Casting-Opfer Eric Grönwall änderte sich das aber. Nicht nur, dass dessen Vocals für mich ziemlich  ungenießbar sind (trotz für mich unverständlichem Lob von allen Seiten), auch das Erstlingswerk mit ihm fand ich ziemlich grauenhaft (auch da war vielerorts bereits von einem "Klassiker" die Rede). "Adress The Nation" war originell wie ein ranziges Butterbrot, die Songs waren allesamt fast zu 100% geklaut von den ersten drei Bon Jovi-Alben oder auch von Def Leppard, so dass man nahezu bei jedem Song ein "You Give Love A Bad Name" und andere übliche Verdächtige drübersingen hätte können ohne dass es aufgefallen wäre. Und der Pressgesang des Billy Idol in jung kam dem seines Idols aus New Jersey doch ziemlich nahe und das meine ich nun nicht wirklich als Lob.

Zwei Jahre später liegt nunmehr das Nachfolgewerk vor, an das ich versuche, trotz Aversion gegen die Truppe neutral heranzugehen. Und anfangs lohnt sich das auch. "Point Of No Return" ist ein gutklassiger, flotter Opener, der diesmal nicht mal allzuviel Versatzstücke aus den 80ern zusammenklaut. Und auch die erste Single "A Shot At Redemption" kann man als gelungenen Versuch betrachten, eine Hymne zu kreieren, auch wenn einem nach knapp 2 Songs die Stimme von Grönwall bereits wieder beginnt, auf die Nerven zu gehen. Komischerweise kam die Single, die auch als EP mit 3 zusätzlichen Songs (darunter einer unsäglichen Coverversion vom "Dirty Dancing"-Klassiker "She's Like The Wind") veröffentlicht wurde, nicht wirklich gut an. Mir gefällts.

H.E.A.T. werden doch nicht wirklich eine tolle Scheibe auf den Markt geworfen haben??? In der Folgezeit legen sie sich aber schwer ins Zeug, dies auf jeden Fall zu vermeiden. 
"Inferno" ist der erste Song, der ziemlich in die Hose geht: Zwar flott und nach vorne gehend, aber erstens nervt hier der Gesang mal wieder so richtig (man sollte lieber "schreiendes Pressen von Lauten" dazu sagen) und der "Uuuuuuuu"-Chorus geht mal so richtig in die Hose.
Doch die Jungs geben nicht auf, der nach dem Intro "The Wreckoning" zum Besten gegebene Titelsong ist eine eher balladesk gehaltenes Powerhymne vor dem Herrn. Nicht auszudenken, wie die mit einem guten Sänger am Mikro klingen würde. Jedenfalls toller Song ohne Wenn und Aber!

Derjenige, der nun denkt, die Jungs würden die Kurve kriegen, wird mit einem Tiefschlag in die Magengrube für sein Vertrauen belohnt. War auf "Adress The Nation", wie bereits einleitend bemerkt, ja schon fast jeder Song aus Teilen mehrerer bekannter Klassiker zusammengeklaut, so machen es sich die Schweden bei "Mannequin" einfach und kopieren  Britney Spears' Megahit "Oops - I Did It Again" komplett zu 100% und zwar dermaßen schamlos, dass es wehtut. Da ist wirklich der Song wie eine Blaupause nur mit anderer Instrumentierung drübergezogen worden. Hatte man bei Britney damals immerhin noch was fürs Auge, so muss man akustisch wieder mit Herrn Gröwalls Trauerorgan Vorlieb nehmen. Nicht auszudenken, wenn dazu auch noch ein Video gedreht werden sollte. Jedenfalls ein klarer Fall für die Anwälte von Frau Spears. 

"We Will never Die" scheint ein Überbleibsel von den Sessions zu den ersten beiden Scheiben  zu sein, der Song ist weder Fisch noch Fleisch und plätschert von Ohr eins Richtung Ohr zwei und dann in die Vergessenheit.

"Emergency" ist zwar eine Spur prickelnder, aber wenn der gute Eric auf "hart" macht und böse klingen will sind wir schon ziemlich nahe am Comedy-Act dran. Der Chorus ist typisches H.E.A.T.-Fastfood, beim ersten Hören nett und eingängig aber keinesfalls so, dass man das Ganze gleich wieder hören möchte und das ist bei Melodicrock generell tödlich.

"All The Nights" zieht das Niveau dann wieder vollends in den Keller: In dem Song quält sich der jaulende Gesang gute vier Minuten nur mit einem Piano begleitet durch die Affäre, ein Chorus ist so gut wie keiner vorhanden und die Skiptaste wird mehr als dringend benötigt. 

"Eye For An Eye" wäre genießbar, wenn man den "Ei-Ei-Ei"-Chorus nicht bis aufs Letzte herausreizen würde, was vor allem für deutschprachige Hörer doch wieder leicht lachhaft klingt. Ansonsten ein Song der eher besserer Kategorie auf dem Album.

"Enemy In Me" zeigt wieder den "bösen" Grönwall, der Pre-Chorus mit seinem geflüsterten "Attention" geht einem jedoch spätestens beim dritten Hören auf die Nüsse. 

"Laughing At Tomorrow" ist zum Ausklang eine nette Pop-Hymne, die man nach dem dritten Glas Bier durchaus gut finden kann und wird.

Tja es bleibt wie gehabt: Die Jungs klauen wie die Raben, werden von der schreibenden Zunft sicher wieder als Retter des Melodicrocks gefeiert und die Gesangsleistung von Herrn Idol  upps Grönwall wird wieder über den grünen Klee gelobt werden.

Musikalisch sind sie ja ganz ansprechend, aber mir gibt das Ganze nicht wirklich viel. Zudem sollten sie sich einmal imagetechnisch umorientieren. Als Allererstes wäre jedoch DRINGEND ein Wechsel am Mikro unabdingbar. 
Für die 3 wirklich guten Songs und ein paar gute Ansätze gibt es mit absolutem Wohlwollen grade mal so 5 Punkte. Mehr ist beim besten Willen nicht drin! Für das mehr als peinliche Cover hätten man an sich noch mindestens einen halben Punkt abziehen können.

Viel Erfolg im Rechtsstreit gegen die Spears'schen Anwälte jedenfalls.

Martin






 

Kommentare:

  1. Dein Review ist mal wieder purer Kokolores, aber was anderes ist man von dir ja auch nicht gewöhnt.

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  2. Freut mich dass es Dir gefällt!

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Danke für deinen Kommentar.
Dein Rockingboy-Team

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