Donnerstag, 20. September 2012

Magnum - On The 13th Day

Band: Magnum
Album: On The 13th Day

Spielzeit: 59:01 min.
Plattenfirma: Steamhammer

Veröffentlichung: 21.09.2012
Homepage: www.magnumonline.co.uk/


WERTUNG: 9 von 10


Tracklist:


1. All The Dreamers 7.09
2. Blood Red Laughter 4.40
3. Didn't Like You Anyway 4.33
4. On The 13th Day 5.35
5. So Let It Rain 4.50
6. Dance Of The Black Tattoo 5.16
7. Shadow Town 5.57
8. Putting Things In Place 4.41
9. Broken Promises 4.55
10. See How They Fall 4.56
11. From Within 4.42 


Meine Freundin schaute mich ganz verschreckt an, murmelte vor sich her, dass sie nicht begreife, wie ich auf so eine Mucke abfahren könne und verließ fluchtartig meine Wohnung. Es war/ist wieder soweit --- it's time for Melodic Rock! Nicht irgendeine Combo hat meine Freundin in die Flucht geschlagen, sondern DIE britische Melodic Rock Institution! Jawoll ... MAGNUM sind zurück und das mit Pauken, Keyboards und Gitarren! Ihr letztes Release "The Visitation" konnte schon gute bis sehr gute Reviews einfahren und verhalf der Band zu weltweiten Chartplatzierungen. Ich hatte die Platte nicht ganz so euphorisch aufgenommen, klar sie enthält einige wirklich gute Nummern, aber mir fehlte es ein bisschen an frischen Ideen. Trotzdem hatte ich mich tierisch auf das neue Output "On The 13th Day" gefreut - übrigens ein wunderschön, farbenfroh gestaltetes Artwork von Rodney Matthews - und ich muss sagen, dass sie sich mit der Scheibe genau so präsentieren, wie ich sie am liebsten habe! Ergreifender, packender Gesang, tolle Melodien, welche sich sofort im Gehörgang festsetzen und die Geschmacksnerven festkrallen, großartige Keyboard- und Gitarreneinsätze und natürlich aufwendig arrangierte, zwischen Pomp, Epic und Rock, pendelnde Songs.

Dabei unterscheidet sich das neue Material nicht allzusehr von dem des Vorgängers, sondern die Tracks wirken um einiges frischer, durchdachter arrangiert und diesmal ist die Ohrwurmrate wieder höher. Diese fehlte mir auf "The Visitation" ein wenig. "On The 13th Day" schafft es endlich wieder, dass mir beim Hören, an manchen Stellen ein wohliger Schauer über den Rücken läuft - dies gelang ihnen zuletzt mit dem tollen "Brand New Morning" Album von 2004.

Die Herren rocken inzwischen seit 40 Jahren durch die Musikgeschichte (über die Kreativpause sehe ich einfach mal hinweg) und trotzdem ist das aktuelle Album komplett frei von Alters-und Abnutzerscheinungen. Bob Catley ist stimmlich bestens aufgelegt, wie lange schon nicht mehr. Mir fehlte in den letzten Jahren der Funke in seiner Stimme und nun ist er endlich wieder - zu meiner vollen Zufriedenheit - da. Der Gesang des Mitsechzigers ist einfach packend, faszinierend und verzaubernd. Tony Clarkin's entzaubert seinem Instrument wieder tolle melodische Riffs, kann es aber auch schön erdig und krachend klingen lassen. Der Mann an der Gitarre hat seinen unverkennbaren Stil entwickelt und präsentiert sich hier von seiner Schokoladenseite! Mark Stanley's Keyboardspiel ist, neben Clarkin's Gitarre, das wichtigste und prägendste Instrument im typischen MAGNUM-sound. In der Vergangenheit gehörte der, teilweise, zu verwässerte/verweichlichte Klang des Instrumentes zum größten Kritikpunkt an der Band. Davon ist auf dem aktuellen Machwerk nichts mehr zu hören. Der Mann haut einfach souverän in die Tasten und verhilft der Band zu schön kraftvollen, verspielten und melodischen Keyboard-Tönen. Sehr auffällig ist die, über jegliche Kritik stehende, Arbeit der Rhythmus-Maschinerie Al Barrow und Harry James. Haben die Jungs sich einer Frischzellenkur unterzogen? So dynamisch und energisch klangen die beiden Musiker schon lange nicht mehr!!!

Der Opener "All The Dreamers" ist ein typischer und unverkennbarer MAGNUM Midtempo Rocker. Er startet sehr getragen und lebt von der leise-laut Dynamik des Gesangs und der Instrumente. Der Songs ist spannend arrangiert und Catley's ausdruckstarke Stimme macht diese Nummer zu einem Hochgenuss! Einen besseren Start hätten die Briten nicht hinlegen können. Das rockige "Blood Red Laughter" knüpft nahtlos an diese brillante Leistung an. Der Titel lebt von der dramaturgischen Gesangsleistung des Barden und einer erstklassigen Zusammenarbeit des Gitarren/Keyboard Gespanns. Die beiden gehen einfach herzerfrischend rockig und melodisch zu Werke. "Didn't Like You Anyway" zeigt die Band als ein präzises Uhrwerk. Catley's Stimme klingt bei dem Song etwas ungeschliffener und rauer. Kommt sehr gut rüber. Die eigentliche Melodie ist simpel gehalten, aber jeder einzelne Musiker bringt sich bei dem Track so geschickt ein, so dass am Ende eine unwahrscheinlich fesselnde und atemberaubende Nummer heraus kommt. Nach einem, etwas langatmigen Intro folgt der Titelsong, welcher sich als angenehmer, straighter Rocker entpuppt und ein weiteres mal aufzeigt, dass Catley unentbehrlich für die Truppe ist. Egal wie genial jeder der Musiker auch ist, wirklich jede Nummer wird von seiner Stimme geprägt und diese entscheidet über das Schicksal des Tracks. Bei "On The 13th Day" ist alles gut ;-). Die Singleauskopplung "So Let It Rain" ist eine klassische Radionummer, die MAGNUM zwar von ihrer melodischen und sanften Seite zeigt, mir aber zu glattgebügelt ist. Richtig fieß, hart und bedrohlich dröhnen die harten Riffs bei "Dance Of The Black Tattoo" aus den Boxen und auch der Gesang wirkt nicht gerade fröhlich. Richtig toll ist die abwechslungsreiche Gitarrenarbeit von Clarkin, das knallharte Drumming und die bedrückenden Keyboardtunes. Und wie geil sind denn bitte die Jahrmarkt-Tunes zum Schluß des Songs?! Der Track ist definitiv der härteste und, meiner Meinung nach, facettenreichste Song auf dem Album. Ist mein absoluter Favorit. Nach diesem bemerkenswerten und ungewöhnlichen Titel folgt eine absolute 80er Jahre Rocknummer, "Shadow Town", welche die epischen Merkmale der Band perfekt umsetzt. Schnittige Gitarrenriffs, ein glasklar klingendes Keyboard und der Sänger erzählt seine Geschichte. Coole Nummer und ein weiteres Highlight. Das ruhige "Putting Things In Place" ist mir zu schmalzig ausgefallen und kann bei mir nicht punkten. Mit "Broken Promises" und "See How They Fall" folgen zwei hochwertige Hardrocker, einer knackig und frisch aufspielenden Formation, bevor "From Within" das Finale einläutet. Refrain und Chorus sind einfach allererste Sahne und hinterlassen einen äusserst zufriedenen Zuhörer.

MAGNUM haben wieder Zähne gezeigt und noch einmal verdeutlicht wie wichtig sie für die Melodic Rock Szene sind. Ich bin richtig begeistert von der erbrachten Leistung.

Für mich gehört das Album zu den stärkeren Veröffentlichungen der Gruppe und wird sich, unter aller Garantie, noch sehr oft in meinem Player wiederfinden.

Wer eine Vorliebe für Melodic Rock hat, sollte sich das Album unbedingt zulegen!! Von meiner Seite gibt es eine absolute Kaufempfehlung!

MAGNUM sind so gut wie lange nicht mehr. Ganz einfache Geschichte: 9 ganz fette Punkte für ein bärenstarkes Album. Punkt!


Götz

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