Montag, 28. Oktober 2013

Alter Bridge - Fortress





Band: Alter Bridge
Album: Fortress
Spielzeit:  62:52 min.
Plattenfirma: Universal
 
Veröffentlichung: 27.09.2013
Homepage: http://www.alterbridge.com/


Wertung : 9,5 von 10  


Tracklist:

1. Cry of Achilles
2. Addicted to Pain
3. Bleed It Dry
4. Lover
5. The Uninvited
6. Peace is Broken
7. Calm the Fire
8. Waters Rising
9. Farther Than the Sun
10. Cry a River
11. All Ends Well
12. Fortress



Was Alter Bridge angeht, so würde ich mich als Spätstarter bezeichnen, was ihr Mucke angeht. Die erste Platte  ging an mir ganz vorüber und auch die zweite "Blackbird" hatte eher einen schweren Stand und wurde von mir in die Ecke "Creed mit besserem Sänger" eingeordnet und letztlich per Ebay verklopft (sorry Götz ;)).
Mit "AB III" änderte sich das Ganze dann zusehends. Die Scheibe hatte eine weniger negative Ausstrahlung als der doch etwas düstere Vorgänger  und zudem auch angenehmere Melodien als . Zwar trotzdem nicht gerade meine Lieblingsscheibe aber durchaus ausbaufähig.
Myles Kennedy hat Gitarrero Mark Tremonti ja mittlerweile überflügelt, was Popularität angeht, insbesondere durch sein Mitwirken in Slashs Band, wo er sich als toller Frontman UND ausgezeichneter Sänger profilieren konnte.
Nach absolvierter langer Tour mit dem Zylinderträger steht nun also wieder seine Hauptband im Vordergrund und mit "Fortress" legen die Jungs ein wirkliches Brett vor, das am Jahresende bei mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in meinen Top 5 Scheiben 2013 eingereiht werden wird.

Das Akustikintro zu "Cry Of Achilles" ist nur die Ruhe vor der Sturm, denn was die nächste gute Stunde an Gitarrensalven folgen wird sucht seinesgleichen. Tremonti schüttelt ein cooles Riff nach dem anderen aus dem Ärmel, Myles lässt seine Stimme in höchste Höhen gleiten und - und das ist das Wichtigste - die Songs sind durch die Bank 1a.
Der Opener der CD wird hoffentlich auch  die anstehenden Gigs einleiten - Power, Melodie und ein satter Refrain sorgen für Begeisterungsstürme. Die Produktion ist druckvoll und ausgewogen und gehört für mich zum besten Sound auf Silberling seit langem. Referenzverdächtig!
"Addicted To Pain" läuft weiter auf Hochtouren, das Video könnt ihr unten sehen. Ebenfalls ein Song der Güteklasse A. 
Die ganze Scheibe ist ein Fest für Gitarrenfreunde. Tremonti gehört sicherlich zu den Könnern seines Fachs, das war schon vorher bekannt, aber hier gibts Schichten um Schichten von Gitarrenwänden, dass man sich frägt , wie das wohl live  reproduziert werden kann.
"Bleed It Dry" ist raffiniert aufgebaut, erst langsam schleppend, der Refrain zieht dann urplötzlich das Tempo an und auch die Drums knallen an allen Ecken und Enden richtig fett aus den Boxen. On Top gibt es in diesem Song auch noch ruhige akustische Passagen. Abwechslungsreichtum wird auf "Fortress" riesengross geschrieben. Wer befürchtet hat , Alter Bridge würden sich langsam aber sicher zu einer radiofreundlichen Truppe ala Nickelback entwickeln, denen wird der Mittelfinger gezeigt. Mit Abstand die härteste Alter Bridge CD. 

Auch die Balladen sind keine 08/15 Stücke sondern episch. "Lover" zeigt Kennedy von seiner gefühlvollen Seite, die Verse werden fast geflüstert gesungen, ehe sich seine sicherlich nicht jedem zusagende, für mich aber mehr als ausdrucksstarke und äußerst charismatische Stimme zum mächtigen Chorus erhebt. Das dürfte die nächste Singleauskopplung werden.

"The Uninvited" wäre bei anderen Bands ein Topsong, auf "Fortress" ist er mir etwas zu Creed-angehaucht, ohne jedoch negativ aufzufallen. Das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.
Im Gegenzug gibts das coolste und trockenste Riff 2013 auf "Peace Is Broken" zu bewundern. Lässig schüttelt der Meister da eine Gitarrensalve nach der anderen durch die Lautsprecher. Ebenfalls ein kommender Hit.

"Calm The Fire" beginnt sehr ruhig, steigert sich aber zusehends  und entwickelt sich im Laufe des Songs zu einer richtigen Hymne. Überhaupt muss man sagen, dass man bei jedem Hören etwas Neues in den Songs entdeckt, was "Fortress" unheuer langlebig macht. 

Auf  "Waters Rising" ist Mark Tremonti an den Leadvocals zu hören, dass er ein guter Sänger ist weiss man nicht zuletzt bereits von seine Solosachen. 

"Farther Then The Sun" wird erneut von einem ultrafiesen, tiefergelegten Riff durchzogen, welches etwas an Black Sabbath erinnert. Immer dann, wenn man meint, jetzt wird das Ganze aber zu schrammelig, gibt es zur Auflockerung einen melodischen Refrain, der sich in die Gehörgänge fräst und einen nicht mehr loslässt. 
"Cry A River" befriedigt nochmal die harten  Speedfreaks, "All Ends Well" ist dagegen wieder eine schöne Halbballade, die sicherlich auch live sehr gut zur Geltung kommen wird.

Das knapp achtminütige epische Titelstück fasst noch einmal die ganze Scheibe zusammen: Riffs par excellance, Abwechslungsreichtum , Melodie, Rythmuswechsel, eine tolle Produktion und Gitarren überall. Dieser Scheibe würde auch ein 5.1-Mix sicherlich gut zu Gesicht stehen.
Vielleicht ja eine Option für eine künftige Special Edition.

Zusammengefasst ist zu bemerken, dass sich Alter Bridge auf "Fortress" selbst übertroffen haben, eine grandiose Scheibe abliefern, und zu Recht in Europa (noch mehr als in den USA) bereits die grossen Hallen füllen.
Auf die gerade stattfindende Euro-Tour zusammen mit Halestorm (zudem zu einem sehr fairen Preis, was nicht immer üblich ist!) darf man mehr als gespannt sein.

Ich zücke dicke 9,5 Punkte für "Fortress". Im Januar erscheint übrigens eins 27 (!!)-Disc-Box zum 10jährigen Jubiläum von Alter Bridge. Eine der wenigen Bands, der man zutrauen kann, in die Fußstapfen der alten Stadionbands zu treten, die langsam aber sicher von der Bildfläche verschwinden werden.

Martin






 

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