Sonntag, 24. Februar 2013

Rock Candy Funk Party - We Want Groove




Band: Rock Candy Funk Party
Album: We Want Groove
Spielzeit: CD+DVD  67:04min. 
Veröffentlichung: 28.01.2013
Plattenfirma: J&R Adventures / Provogue
Homepage: www.rockcandyfunkparty.com

Wertung: 8 von 10

Tracklist CD:
  1. Octopus-e
  2. Spaztastic
  3. Ode To Gee
  4. We Want Groove
  5. The Best Ten Minutes Of Your Life
  6. Animal / Work
  7. Dope On A Rope
  8. Root Down (And Get It)
  9. New York Song
Tracklist DVD:
  1. The Making Of "We Want Groove"
  2. In The Studio - Episode 1
  3. In The Studio - Episode 2
  4. Official Music Video Of Octopus-e
Einen großen Teil unserer erklärten Helden aus der Musikbranche juckt es irgendwann (verständlicherweise) mal in den Fingern, sich langgehegte Träume zu erfüllen. Nein, ich meine ausdrücklich keinen vergoldeten Lamborghini und auch nicht die Ehefrau des Schlagzeugers, sondern die Umsetzung bislang unerfüllter musikalischer Ideen mithilfe frischer Mitmusiker mit vergleichbarem Schicksal.

In diesem Fall reden wir von der Rock Candy Funk Party (RCFP) und deren erstem Album We Want Groove.

Die Band bzw. das Projekt besteht aus einem Pool sehr interessanter professioneller Musiker, welche in der Szene seit Jahren höchste Anerkennung geniessen und mit Größen wie Joe Zawinul, Hugh Masekela, Prince, Ruth Brown, Chaka Khan, Simples Minds, Billy Idol, Tito Puente, Bruce Springsteen, Rod Stewart, Levon Helm, Conan O’Brien, Sheila E. und vielen anderen gearbeitet haben. Namentlich wären das Produzent und Schlagzeuger Tal Bergman, Ron DeJesus (Gitarre), Mike Merritt (Bass), Renato Neto (Keyboard) und das wohl bekannteste Mitglied, Gitarrist Joe Bonamassa.
RCFP sind nach eigener Aussage ein reines Spaßprojekt, basierend auf Bergman's und De Jesus' 2007er Album Groove Vol.1, welches ebenso wie We Want Groove eine rein Instrumentale Veranstaltung war.

Nun, der an ein Album von Miles Davis (We Want Miles) angelehnte Titel der Scheibe deutet es bereits an...neun kurzweilige Titel lang sagt die Rock Candy Funk Party der Langeweile den Kampf an und geht mit ihrem coolen 70er Jahre-Rock-Funk-Jazz-Mix schlussendlich eindeutig als Sieger hervor. Eine musikalische Finesse jagt die andere, nicht enden wollende Versionen hochfrickeliger Bassläufe, Gitarrenlicks und Drumpatterns jagen sich zusammen mit einem präsenten Keyboard von Song zu Song und schaffen totz aller Verliebtheit ins eigene Spiel eine warme Atmosphäre. Das zehnminütige, selbstbewusst betitelte The Best Ten Minutes Of Your Life, oder auch die Schlussnummer New York Song laden zum Träumen ein, während das Gros der Platte durchweg Uptempo bietet. Immer wieder fühle ich mich an Interpreten erinnert, die sonst eher selten auf meinem Plattenteller liegen. Von Herbie Hancock über Stanley Clarke bis hin zu Collosseum II oder gar Red Hot Chili Peppers fällt mir beim Hören von We Want Groove die eine oder andere verstaubte Platte wieder ein. 



Schön an der Angelegenheit ist die Tatsache dass Bergman und Co keine sterile Technikschlacht veranstalten und sich in Selbstverliebtheit verlieren, sondern eine herzliche, ja...groovende Instrumentalplatte auf die Beine gestellt haben, die gerne mehrfach gehört werden will. Sicher, alles hat man irgendwie schon mal irgendwann gehört, auch auf Cover wird nicht verzichtet. Root Down (and get it), welches mir im Original von Jimmy Smith (Root Down - Jimmy Smith Live!) allerdings besser gefällt, stellt aber die Ausnahme dar, das restliche Programm stammt gleichermaßen aus der Feder aller Musiker. 

Höhepunkt der Platte stellen für mich die Abgeh-Nummern Spaztastic und der Titelsong dar, hier darf gerne mitgerockt, äh gegrooovt werden. Mein absolutes Highlight ist allerdings Animal/Work, welches mit einem interessanten Einstieg und einem noch interessanteren Drum-Solo von Mr. Bergman glänzt. Nicht nur das, die geile Nummer weiss auf ganzer Linie zu überzeugen, alle Musiker kommen hier zu ihrem Recht und die 7 Minuten rauschen wie im Flug an mir vorbei. In diesem Fall kann ich nur sagen: Ganz großes Kino.

Alles in allem hätte ein singendes Bandmitglied sicherlich für die eine oder andere Abwechslung gesorgt, doch We Want Groove gefällt mir auch ohne. Besonders erfrischend auch die Tatsache dass Herr Bonamassa sich in das homogene Bandgefüge zu absolut gleichen Teilen einbringt wie alle anderen Musiker dies auch tun. Das kennen wir ja auch anders von ihm.

So gehen knapp 70 Minuten einer sehr erfrischenden Platte sehr schnell vorbei. Bleibt das knapp 12 minütige Bonusmaterial in Form einer DVD, die neben dem offiziellen Octopus-e Video einige Einblicke in das Studiotreiben der Musiker bietet. Ein nettes Beiwerk das die gelungene CD ordentlich ergänzt. 

Fazit: We Want Groove dürfte all jene Hörer begeistern, die keine Schranken kennen und auf der Suche sind nach Musik abseits eingetrampelter Pfade. Wer dieses Bestreben nicht verspürt, sollte eher vorsichtig sein, könnte aber positiv überrascht werden.


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